News und Berichte

Zeitschichten und Pluritemporalität in der Geschichtskultur
Neuer Band erschienen
Der Band fragt, welche Auswirkungen es hat, Geschichte, Erinnerung und kulturelles Erbe in „Zeitschichten“ zu denken, wahrzunehmen, zu lokalisieren und darzustellen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass seit der Jahrtausendwende sowohl in der Geschichtstheorie – natürlich verbunden mit dem Werk Reinhart Kosellecks – aber auch in der Geschichts- und Erinnerungskultur der Begriff immer häufiger verwendet wird.
Die Beiträge befassen sich mit der Historisierung der Zeitschichten-Metapher, aber auch mit Fragen ihrer notwendigen Dynamisierung. Zudem gibt es eine Reihe von Beiträgen, die sich mit der assoziativen Kraft, aber auch den Grenzen der Erklärungskraft der Metapher in verschiedenen Disziplinen und Wissensfeldern befassen. Hier finden sich Beiträge zur Archäologie, zur Denkmalpflege, zur Stadtgeschichte, zum Gedenkstättenbereich, zu Museen und speziell Naturkundemuseen, und zur Visualisierung von Zeitschichten in den Künsten.Der Sammelband, herausgegeben von Achim Saupe, entstand aus dem ehemaligen Lab "Geschichtskulturelle Eigenzeiten" und ist auch im Open Access verfügbar.

Cultural Landscapes of Energy
New Publication
The volume, edited by Corinne Geering and Torsten Meyer, explores the contested heritage of landscapes impacted by energy production. It offers a comparative perspective across Europe on different energy resources and reveals the hidden histories behind current efforts to revalorise the industrial heritage of energy production.
Including case studies from across the European continent, this volume adds a crucial historical perspective to current debates on energy transition and the future of Europe’s landscapes, which have been deeply impacted by energy production. Coal mining, oil drilling, peat extraction, and the construction of large-scale infrastructure, such as dams, have shaped ‘cultural landscapes of energy’ in present-day Europe. The exploitation of natural resources served economic development and established new industrial work cultures, but it also destroyed settlements through excavation and flooding. This volume brings together conflicting histories around work, habitation, and leisure in contemporary landscapes across Europe.
The volume emerged from the former Lab 3.3 "Valorization and Commodification" and was funded by the Research Alliance.

Halbwertszeit: Die hohen Kosten eines unscheinbaren Produkts
Podcast
Diese Podcast-Serie erzählt eine Geschichte, die heute nur schwer vorstellbar ist: Frauen arbeiten in ihren eigenen Wohnungen mit hochradioaktiven Materialien. Zwischen den 1920er- und 1960er-Jahren bemalten sie in der Schweiz mit radiumhaltiger Leuchtfarbe die Zifferblätter von Uhren und setzten sich so unwissend Gefahren aus. In den letzten zehn Jahren mussten über 1000 Liegenschaften auf Strahlung hin untersucht und Millionenbeträge in Sanierungen investiert werden.
Wieso ergriffen Behörden und Industrie so lange keine Schutzmaßnahmen? Was wusste man eigentlich über die Gefahren radioaktiver Strahlung? Und wer bezahlt für den verursachten Schaden? Corinne Geering und Livia Grossenbacher erzählen die Geschichte dieser Heimarbeiterinnen und der bis heute spürbaren Folgen. Sie nehmen uns mit auf radioaktiv kontaminierte Areale, in Labore, zu Gesprächen mit Behörden und zu Zeitzeug:innen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Österreich. So wird Forschungsarbeit beim Zuhören unmittelbar erfahrbar.

Historical Authenticity: A Transdisciplinary Compendium
New publication
Authenticity has become a key concept in the culture of history and memory in the 21st century. This open access book explores the multifaceted nature of ‘historical authenticity’ and its uses in various academic, museum, and historical-cultural contexts. In 70 alphabetically-arranged articles, Historical Authenticity explains how authenticity can enable individuals and societies to locate themselves within time and space and the associated challenges.
The book shows how today’s attitudes to the past are characterised by an intense striving for historical authenticity – a phenomenon which began to assume new potency in the last third of the 20th century. It considers how this manifests itself in practical terms, for example, in the value attached to ‘authentic voices’ from the past, ‘authentic objects’ in museums, collections and archives, or to ‘authentic places’ – be they historic buildings, urban architectural ensembles or memorial sites. The volume also reflects on how this desire for the ‘real’, the ‘genuine’ and the ‘original’ has changed over the centuries , and why it is nowadays so frequently linked with a longing to experience history ‘first-hand’, as evidenced in the degree of public attention accorded to surviving witnesses of historic events or the popularity of historical re-enactments. ‘Historical Authenticity’ convincingly makes the case that the analysis of academic, cultural, institutional and political authentification processes is central to a critical understanding of how the past is perceived in the present.
The book is edited by Martin Sabrow and Achim Saupe. It is a revised, updated and translated version of the "Handbuch Historische Authentizität" (Göttingen: Wallstein, 2022).

Original Ostblock. Der Staatssozialismus in touristischen Stadtführungen
Neuer Band in der Reihe "Wert der Vergangenheit" (Wallstein Verlag) erschienen
Geschichte wird zunehmend als Erlebnis konsumiert. Doch was passiert konkret, wenn lokale Vergangenheit an ein internationales Publikum verkauft wird? Am Beispiel von Stadtführungen zum Thema „Kommunismus" untersucht Sabine Stach, wie das Erbe des Kalten Kriegs in Warschau, Prag und Bratislava für Tourist:innen gedeutet und als authentisches Erlebnis inszeniert wird. Mit ethnographischem Blick nähert sie sich dem Zusammenspiel von Reisenden, Guides und Stadtraum und beleuchtet so das komplexe Verhältnis zwischen lokalem Wissen, transkulturellen Erinnerungen, touristischen Bedürfnissen und ökonomischen Logiken. Das Buch ist im Open Access verfügbar.

Sacralization of History in Times of Crises. Modern Eastern Europe
New publication
This book explores the sacralization of history with a focus on modern Eastern Europe where the erasure of Soviet traditions has triggered a search for specific “usable pasts”. It discusses the importance of sacralization in memory and identity-building politics and the complex interplay between religion, history, and identity, particularly within the context of crises and conflict situations, by showing the historical roots of these processes.
The publication was edited by Liliya Berezhnaya and Heidi Hein-Kirchner and funded by the Leibniz-Research Alliance Value of the Past.

Post-Atomic Formations. Dealing with the Legacies of Nuclear Power in Science, Society, and the Environment
Tagung
Was bleibt von der Atomkraft? Was bedeutet das Erbe der Großtechnologie des 20. Jahrhunderts und welchen Wert hat die nukleare Vergangenheit für heutige Gesellschaften? Trotz der Renaissance, die die Atomkraft in manchen Teilen der Welt gegenwärtig erlebt, gibt es Phänomene, die sich bereits eindeutig als Teil ihres Erbes beschreiben lassen: Stillgelegte Werke, durch Kühlungssysteme oder Uranabbau massiv veränderte Landschaften, aber auch gesellschaftliche Protestformationen oder wissenschaftlich institutionalisierte Felder wie Risiko- oder Strahlenforschung.
Zum Umgang mit diesen unterschiedlichsten Facetten des Erbes nuklearer Technologie entstehen momentan international eine ganze Reihe von Forschungsprojekten. Diese in interdisziplinärer Perspektive zu diskutieren war Ziel der am 20.- 21. November 2025 vom Forschungsinstitut des Deutschen Museums organisierten Tagung in der Carl-Friedrich von Siemens-Stiftung in München.

Die Vermenschlichung der KI. Begriffe, Praktiken und Kritik
Tagung
Die Verwendung anthropomorphisierender Ausdrücke für künstliche Systeme führt(e) zu Missverständnissen und Wertekonflikten innerhalb der wissenschaftlichen Communities sowie im öffentlichen Diskurs. Fehlende Definitionen und mangelndes Hinterfragen und Reflektieren dieser Ausdrücke ließen viele Unklarheiten entstehen. Welche Bedeutungen kommen „Denken", „Intelligenz" usw. zu? Welche Werte maßen und messen die Forschung und Entwicklung anthropomorphen Begriffen und Beschreibungen zu? Welche die Öffentlichkeit?
Diese und weitere Fragen wurden vom 6.-7. November 2025 auf der Tagung des Deutschen Museums, des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache, der Hochschule für Philosophie, der Domberg-Akademie und des LFV "Wert der Vergangenheit" in München diskutiert.

Weiß die KI, dass sie nichts weiß?
Auftaktveranstaltung zur Tagung „Die Vermenschlichung der KI. Begriffe, Praktiken und Kritik"
Am 5. November 2025 fand innerhalb der Reihe "Wissenschaft für jedermann" des Deutschen Museums in München ein Vortrag von Prof. Dr. Katharina Zweig (RPTU Kaiserslautern-Landau) statt, in dem sie erklärte, warum Menschen besonders anfällig dafür sind, bei sprechenden Maschinen Intelligenz zu vermuten und vor der Nutzung von KI-Agenten warnte. Anschließend diskutierten Dr. Anna Henschel (Portal Wissenschaftskommunikation), Prof. Dr. Julia Inthorn (Hochschule für Philosophie, München), Prof. Dr. Henning Lobin (Institut für Deutsche Sprache Mannheim) und Prof. Dr. Benjamin Rathgeber (Hochschule für Philosophie, München) auf dem Podium, das von Dr. Thomas Steinforth (Dombergakademie Freising) moderiert wurde.

Jahrestagung: "Re-Visions of History in Right Wing Populism and the Far Right"
Konferenzbericht erschienen
Die Jahrestagung des Forschungsverbunds 2025 fand im September in Berlin statt. Kooperationspartner waren die Heinrich-Böll-Stiftung die Max Weber Stiftung. Unter dem Titel "Re-Visions of History in Right Wing Populism and the Far Right. European and Global Perspectives" wurden in vielen international besetzten Panels Geschichtsbilder und Geschichtspolitik der Rechten analysiert, verglichen und diskutiert. Die Konferenzsprache war Englisch. Elena Bös (IfZ München-Berlin) hat nun ihren Tagungsbericht veröffentlicht.

Wege in die Informatik: Werte, Maschinen, Wissenschaften
Konferenz
Vom 23.-25. Oktober 2025 fand im Deutschen Museum München die vom Forschungsverbund geförderte Konferenz "Wege in die Informatik: Werte, Maschinen, Wissenschaften" statt. Die gemeinsame Veranstaltung mit der TU München und der Masaryk University (Brno) wurde durch zahlreiche internationale und interdisziplinäre Perspektiven auf das Thema bereichert. Dr. Elisabetta Mori wird einen Konferenzbericht in der internationalen Zeitschrift "IEEE Annals of the History of Computing" veröffentlichen, den wir hier nach Erscheinen verlinken werden.

Bergbaulandschaften in Ost und West. Künstlerische Konstruktion von Industrieräumen in der Transformationszeit
Neuer Sammelband in der Reihe "Wert der Vergangenheit" (Wallstein Verlag) erschienen
In dem von Katja Stopka (ZZF) und Michael Farrenkopf (DBM) herausgegebenen Sammelband wird aus interdisziplinären Perspektiven erörtert, wie die Deindustrialisierung des Bergbaus in den zeitgenössischen Künsten verarbeitet wurde. Die Beiträge zeigen, dass die Bilder und Erzählungen aus der bildenden Kunst, dem Film, der Fotografie und der Literatur die Umbrüche abhängig von ihrer Medialität, aber auch je nach Ortszugehörigkeit und Geschehenszusammenhang unterschiedlich verzeichnen. Nicht zuletzt aus den verschiedentlich geprägten Vorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Ost- und Westdeutschland lässt sich damit die geschichtskulturelle Eigenzeitlichkeit dieser Transformationsprozesse erschließen.

Fremde Freunde. Völkerfreundschaft zwischen Ideal und Wirklichkeit
Dialogische Führung durch die Ausstellung
Am 5. Oktober 2025 fand im Museum Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt eine Dialogische Führung durch die aktuelle Sonderausstellung "Fremde Freunde. Völkerfreundschaft zwischen Ideal und Wirklichkeit" (26.04.2025-29.03.2026) statt. Die Führung war gut besucht und es gab angeregte Diskussionen. Teile der Ausstellung sowie die Führung wurden von unserem Forschungsverbund gefördert.
V.l.n.r.: Christine Gerbich (Leitung Museum Utopie und Alltag), Isabel Enzenbach (ZZF Potsdam), Phương Thúy Nguyễn (politische Bildnerin), Axel Drieschner (Kurator Eisenhüttenstadt)

Colonial Pasts and Contemporary Search for Justice
Konferenzbericht
Die vom Forschungsverbund geförderte Jahrestagung des PRIF fand vom 25. - 26. September 2025 in Frankfurt statt. Im Fokus standen Fragen von Reperationen, Restitutionen und andauernden Machtverhältnissen in (post-)kolonialen Konstellationen.

Exhibiting the Sound of History
Konferenzbericht erschienen
Im Dezember 2024 fand in Hamburg die vom Forschungsverbund mitveranstaltete Konferenz "Exhibiting the Sound of History. Practice and Theory of Acoustic Historical Research and Communication" statt. Ruth Schilling und Wei-Hin Tsao haben einen Konferenzbericht verfasst.

Rechte Geschichtsmythen. Eine Herausforderung für Gesellschaft, Wissenschaft und Politik
Abendveranstaltung bei der Jahrestagung des Forschungsverbundes
Im Rahmen unserer Jahrestagung "Re-Visions of history in right-wing populism and the far right" fand am 8. September 2025 die öffentliche Abendveranstaltung "Rechte Geschichtsmythen. Eine Herausforderung für Gesellschaft, Wissenschaft und Politik" statt. Sie wurde in den Räumlichkeiten der Heinrich-Böll-Stiftung ausgerichtet, die neben der Max Weber Stiftung Kooperationspartnerin der Tagung war.
An der Podiumsdiskussion nahmen neben dem Keynote-Speaker Volker Weiß (Hamburg) auch Constanze Itzel (Haus der Europäischen Geschichte, Brüssel), Katja Meier (Bündnis 90/Die Grünen, Dresden) und Frank Bösch (ZZF Potsdam) teil. Moderiert wurde der Abend von Christine Watty (Deutschlandfunk Kultur, Berlin).

Iconic Figures. Intersecting Religious and Political Narratives of the Past
Neue Veröffentlichungen
In der Reihe "ZMO Working Papers" sind kürzlich zwei Beiträge erschienen, deren Autoren Teilnehmer der Konferenz „Iconic Figures: Intersecting Religious and Political Narratives of the Past" waren. Die Konferenz fand vom 7.-9.12.2022 im Leibniz-Zentrum Moderner Orient statt und wurde von unserem Forschungsverbund gefördert. Organisiert wurde sie von Stanislau Paulau, (IEG Mainz/Universität Halle), Abdoulaye Sounaye und Heike Liebau (beide ZMO Berlin). Im Nachgang der Konferenz wurden einzelne Beiträge weiter gefördert und wir freuen uns, die Ergebnisse von Muhammad Anees und Ismail Hashim Abubakar nun präsentieren zu können.

Im Gedenken an Wulf Kansteiner (1964-2025)
Der LFV trauert um Wulf Kansteiner
Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir vom Tod unseres Kollegen und Freundes Wulf Kansteiner erfahren, der am 8. August 2025 unerwartet verstorben ist.
Der an der Universität Aarhus lehrende Geschichtstheoretiker und Medienhistoriker Wulf Kansteiner hat sein Fachgebiet geprägt. Er verstand es wie kaum ein anderer, Brücken zwischen der geschichtswissenschaftlichen Forschung und den Memory Studies zu bauen, ebenso wie zwischen der deutschen und internationalen Wissenschaftslandschaft. Seine Beiträge zur Geschichtskultur waren nicht nur wissenschaftlich innovativ und prägnant, sondern hatten immer auch einen besonderen Esprit: eine Haltung, die dazu aufforderte, sich selbst zu positionieren. Wulf Kansteiners Fachwissen in den Bereichen Erinnerungskultur, Mediengeschichte, Narratologie und Geschichtsschreibung sowie seine Leidenschaft, "out of the box" zu denken, werden uns allen fehlen – ebenso wie sein so herzlicher und humorvoller Charakter, seine unerschöpfliche Dynamik, sein entgegenkommendes und integratives Wesen.
Wulf Kansteiner war dem Leibniz-Forschungsverbund „Wert der Vergangenheit“ eng verbunden. Er hat seine Entstehung maßgeblich gefördert, und er gehörte ihm als Beiratsmitglied an. Wir danken ihm viel, und wir werden ihn nicht vergessen.
Im Namen des Forschungsverbundes
Martin Sabrow
Achim Saupe
Leibniz-Forschungsverbund on Tour
LFV-Koordinator Achim Saupe bei der Tagung "geschichten: Die Produktion historischen Wissens"
Vom 27. bis zum 29. März 2025 veranstaltete der Arbeitskreis Geschichte + Theorie (AG+T) am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld die Tagung 'geschichten: Die Produktion historischen Wissens'. Achim Saupe reflektierte im Panel "Eintauchen" am Beispiel von „Echt authentisch? Ein Hörspaziergang durch Potsdams Mitte“ über die Form des Audiowalks als immersiver, weil multisensorischer, aber auch reflexiver Erfahrung.

Vom Stacheldraht zum Stadtquartier
LFV-Sprecher Martin Sabrow über historische Erinnerungsorte in Berlin
Das geplante Neubaugebiet "Neulichterfelde" am südlichen Stadtrand Berlins soll dort entstehen, wo während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter inhaftiert waren. Im ausführlichen Bericht des Tagesspiegel vom 9. August 2025 kommt auch der LFV-Sprecher Prof. Martin Sabrow zu Wort und skizziert die Herausforderungen. Zum einen werden historische Orte künftig wichtiger werden, wenn die Zeitzeugen nicht mehr leben. Zum anderen könne jedoch auch eine Übersättigung von historischen Orten zu einer Gleichgültigkeit führen.

Konferenz "Rewilding in Europe"
Eindrücke von Studierenden
Vom 19. bis 21. März 2025 fand im Museum Koenig Bonn (LIB) die interdisziplinäre und internationale Konferenz „Rewilding in Europe – Genealogies, Imaginaries and Practices of Conservation in Europe“ statt. Organisiert wurde sie vom Lab 2.3 "Entgrenzungen: ZeitRaum-Wahrnehmungen des Anthropozäns" des Leibniz-Forschungsverbundes „Value of the Past“ durch Dr. Katharina Schmidt-Loske, Prof. Dr. Helmuth Trischler und Prof. Dr. Willi Xylander, gemeinsam mit Dr. Bernhard Gissibl und Dr. Jordi Serangeli. Eine Gruppe Studierender von Willi Xylander nahm ebenfalls an der Konferenz teil und berichtet nun an dieser Stelle von ihren Konferenzeindrücken.
Zu den Berichten der Studierenden
Kurzbericht über die Konferenz aus der Runde des Organisations-Teams

Erinnerungskultur im Wandel: Das Erbe der Zeitzeugen
LFV-Koordinator Achim Saupe im Interview über die Rolle von Zeitzeugen in der bundesdeutschen Erinnerungskultur
Anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung und der zunehmend wenigen Überlebenden des Holocaust, die heute noch selbst von ihren Erfahrungen berichten können, veröffentlichte die Wochenzeitung "Das Parlament" am 5. Mai einen Artikel über den Wandel der Erinnerungskultur und neue Ansätze, wie sie etwa der Verein Zweitzeugen e.V. verfolgt, der von Margot Friedländer (Bild) bereits im letzten Jahr für seine Arbeit ausgezeichnet wurde. Im Artikel kommt auch Dr. Achim Saupe über die besondere Rolle und Wirkung von Zeitzeugen zu Wort und wie im Verlauf der Jahrzehnte in der bundesdeutschen Geschichte mit ihnen und ihren Berichten umgegangen wurde.

Schutzwall statt Fassade
LFV-Sprecher Prof. Martin Sabrow im Interview über Brandmauern in der deutschen Geschichte
Anlässlich der Bundestagswahl gab Martin Sabrow dem Leibniz-Magazin ein Interview über den Umgang mit der extremen Rechten in der Gegenwart und Vergangenheit.
Zweite Förderphase bewilligt
Leibniz-Forschungsverbund „Wert der Vergangenheit“ erhält vier Jahre weitere Förderung bis 2029
Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat beschlossen, den Leibniz-Forschungsverbund „Wert der Vergangenheit“ vier weitere Jahre bis September 2029 zu fördern. „Dem Verbund gelinge die überzeugende interdisziplinäre Betrachtung eines zentralen Gegenstandes der Geistes- und Kulturwissenschaften, zu dem es in dieser Reichweite und mit diesem Anspruch im internationalen Vergleich kein Pendant gebe“, so der Senatsausschuss Strategische Vorhaben der Leibniz-Gemeinschaft. In der neuen Förderphase befasst der Verbund sich mit dem Wert der Vergangenheit im Kontext aktueller Auseinandersetzungen über den Klimawandel und die Biodiversität, zur postkolonialen Verantwortung der westlichen Welt und zur Nutzung der Vergangenheit im erstarkten Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus.
Henning Trüper, Unsterbliche Werte (Göttingen: Wallstein, 2024)
Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
In seinem Buch "Unsterbliche Werte. Über Historizität und Historisierung" beschäftigt sich Henning Trüper (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin) mit der Beziehung von Geschichtlichkeit und Unsterblichkeit in geschichtsphilosophischen Überlegungen seit dem 18. Jahrhundert. Das Buch erschien als Bd. 9 der Reihe "Wert der Vergangenheit" beim Wallstein-Verlag in Göttingen.
Nun wurde sein Buch von Prof. Achim Landwehr (Universität Konstanz) in der FAZ Nr. 56 vom 7.3.2025, S. 12 besprochen.

Studies 14: Material Authenticity of the Ephemeral
Neuer Band von Marissa Pamplona Bartsch & Rebecca Wolf (Hrsg.)
When engaging with cultural heritage, we encounter questions of authenticity, ephemerality and materiality in diverse, but unavoidably intertwined ways. This volume studies these interrelations and possible approaches to associated challenges by bringing together contributions from conservation science, material culture studies and museum studies. The temporal scope of the objects discussed stretches from a rather robust existence in time and space to the fleeting moment of a performance. The material dimension of the objects stretches from the monumental buildings of industrial heritage to seemingly immaterial, time-based media artworks.
Transformationswert der gebauten Umwelt
Tagungsbericht
Am 30. und 31. Januar 2025 fand das internationale Symposium „Transformationswert der gebauten Umwelt“ an der ETH Zürich statt. Es war eine gemeinsame Veranstaltung des Research Lab. 3.3 "Inwertsetzung und Kommodifizierung" des Leibniz-Forschungsverbunds "Wert der Vergangenheit" (unterstützt durch die Labs 2.2 und 3.1) und der Professur für Konstruktionserbe und Denkmalpflege der ETH Zürich.Zum Bericht (Teil 1: Altbauten und Baudenkmale richtig bewerten)

Handbuch Historische Authentizität
Rezensionen
Zum Handbuch Historische Authentizität, Bd. 5 der Reihe "Wert der Vergangenheit" unseres Forschungsverbundes, sind mehrere Rezensionen erschienen, auf die wir an dieser Stelle gerne hinweisen wollen. Christoph Martin Vogtherr, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft – 71. Jg., Heft 10 (2023), S. 857; Muriel Favre, in: Historische Zeitschrift, Band 318 Heft 3, S. 641 ff.; Ilko-Sascha Kowalczuk, in: Das Historisch-Politische Buch (HPB), Vol. 71 (2023), Iss. 1–2 : S. 53 f.
Weitergabe und Wiedergabe
Rezension von Lisa Regazzoni in der Historischen Zeitschrift
Kürzlich ist eine neue Rezension zu Band 3 aus der Reihe "Wert der Vergangenheit" unseres Leibniz-Forschungsverbundes erschienen. Lisa Regazzoni rezensiert in der Historischen Zeitschrift (319, 2) folgenden Band: Achim Saupe / Stefanie Samida (Hrsg.), Weitergabe und Wiedergabe. Dimensionen des Authentischen im Umgang mit immateriellem Kulturerbe. Göttingen, Wallstein 2021.
Leibniz-Forschungsverbund on Tour
Achim Saupe beim Kurt-Schwitters-Symposium 2025
Im Rahmen des Kurt-Schwitters-Symposium der Hochschule Hannover hält Dr. Achim Saupe einen Vortrag über das Verhältnis von Authentizität, Medien und Geschichte unter den Bedingungen der fortgeschrittenen Moderne. Dabei wird er die Probleme aufzeigen, in die das Konzept von Authentizität angesichts der Unvermeidbarkeit von Medien in historischen und generell kommunikativen Zusammenhängen führt und für eine heuristische Perspektive plädieren, die solche Widersprüche und Spannungen für die Analyse von Geschichtsbildern sowie in historischer Perspektive produktiv macht.
Das Symposium findet am 7. und 8. November 2024 unter dem Motto „Authentizität in den Medien“ statt. Es beleuchtet die medientechnischen und kulturellen Mechanismen, die die Wahrnehmung der Welt beeinflussen, und stellt Fragen zur Zuverlässigkeit von Informationen und zur Authentizität der Medien.

Montagsdebatte "Identität und Geschichte"
Martin Sabrow im Gespräch mit Mirjam Brusius, Insa Eschebach und Martin Lücke (Moderation)
Am 4.11. lud das Netzwerk Zeitgeschichte im Rahmen der Montagsdebatte "Macht und Erinnerung" in den Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema "Identität und Geschichte" ein. Der Sprecher des LFV "Wert der Vergangenheit", Martin Sabrow, betonte in der Diskussion die Problematik des mehr als schillernden Identitätsbegriffs. Nutzbar machen könne man ihn letztlich nur, um Identitätsdiskurse zu historisieren und damit Formen und Versuche der Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung längerfristig zu historisieren.Weitere Termine der Montagsdebatte 2024/25 "Macht und Erinnerung"

Leibniz-Forschungsverbund on Tour
Achim Saupe als Redner bei der KNK-Werkstatt »The Re-Invention of Tradition«
Am 21. Oktober 2024 sprach Dr. Achim Saupe im Rahmen der KNK-Werkstatt »The Re-Invention of Tradition« zum Thema "Zuschreibung von Authentizität. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Dimensionen der Authentisierung". Die Veranstaltung fand im Rahmen der Mitgliederversammlung der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) im Forschungszentrum Gotha statt.
"Echt authentisch? Ein Hörspaziergang durch Potsdams Mitte"
- jetzt auch in der PotsdamHistory App
Der Audiowalk zum Thema Authentizität der Potsdamer Innenstadt - ein Projekt des ZZF, gefördert durch den Leibniz-Forschungsverbund "Wert der Vergangenheit" - steht nun auch in der neuen PotsdamHistory App zur Verfügung. Die App enthält u.a. historische Fotos und Stadtpläne, verschwundene Orte, Stadtrundgänge, Vorher-Nachher-Bilder, bedeutende Ereignisse, Epochen, Persönlichkeiten – und noch vieles mehr, wie es auf der Webseite des Potsdam Museums dazu heißt. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Projekt des Museums sowie des Fördervereins des Potsdam-Museums e.V. und wurde der BerlinHistory App nachempfunden. Die App richtet sich sowohl an Tourist:innen als auch an ein lokales Publikum. Der Audiowalk "Echt authentisch?" findet sich direkt auf der Startseite der App sowie unter der Kategorie "Rundgänge". Wir freuen uns über die Einbindung unseres Hörspaziergangs in dieses tolle Angebot und wünschen viel Spaß beim Erkunden.
Jahrestagung 2024 des Leibniz-Forschungsverbunds "Wert der Vergangenheit"
25. - 27. September 2024, Bonn
Unter dem Titel "Raum-Zeitenwende des Anthropozäns" widmete sich die Jahrestagung der Frage, welchen Wert die Vergangenheit für die Analyse des Anthropozäns hat, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Klimakrise und Biodiversitätsverlust. Eingeladen waren Expertinnen und Experten aus den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. Sie diskutierten über das Verhältnis von Natur und Kultur, über die Konsequenzen von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Verstädterung, alternative Konzepte wie das Technozän und das Kapitalozän mitsamt der Fragestellung, wie es um die Debatte um „Nachhaltigkeit“ und die „Grenzen des Wachstums“ steht. Darüber hinaus widmete sich die Konferenz der Frage, welche Auswirkungen das Anthropozän auf historisches Denken und Begriffe wie Fortschritt und Moderne haben, und wie vor diesem Hintergrund Museen und Sammlungen mit neuen Konzepten und Formaten in Forschung und Vermittlung reagieren.
Leibniz-Forschungsverbund on Tour
Hans-Ulrich Wagner (Lab 3.2 "Praktiken der Aneignung") bei der eCommemoration Convention 2024
Hans-Ulrich Wagner (Leibniz-Institut für Medienforschung - Hans-Bredow-Institut), einer der KoordinatorInnen des Research Labs 3.2 "Praktiken der Aneignung", hat auf der eCommemoration Convention 2024 (26.-27.09.) einen Workshop zum Thema "History in and with Memes" angeboten und bei der Gelegenheit auch den Leibniz-Forschungsverbund "Wert der Vergangenheit" vorgestellt. Ziel der von der Körber Stiftung organisierten Veranstaltung war es, Raumgeschichte wieder auf die Tagesordnung zu setzen und sowohl die emotionale Kraft (digitaler) historischer Räume als auch die transformativen Auswirkungen digitaler Technologien auf die Wahrnehmung historischer Stätten und Orte, auf historisches Bewusstsein und auf eine erneuerte Erinnerungspraxis zu beleuchten.
Bericht zum Workshop "Dokumentarische Evidenz"
3. - 5. Juli 2024, Berlin
Das Lab 1.1 »Sprache, Performanz und Sinnwelt« des Forschungsverbunds veranstaltete im Juli einen Workshop zum Thema „Dokumentarische Evidenz“. Den Auftakt bildete ein Abendvortrag Prof. Dr. Sylvia Sasse über „Probleme mit der Wirklichkeit. Dokumentarliteratur und Dokumentartheater vor Gericht“. An den folgenden beiden Tagen ging es um die Evidenzproduktion mittels Dokumenten oder des dokumentarischen Prinzips in verschiedenen Debattenkontexten im 20. Jahrhundert. Das Lab 1.1 möchte den Schwerpunkt seiner Arbeit in Zukunft auf diese Themenstellung legen.
Jüdische Sprachkritik nach dem Holocaust
Themenheft der Zeithistorischen Forschungen (2023)
In dem neu erschienen Themenheft der Zeithistorischen Forschungen/ Studies in Contemporary History versammeln sich zahlreiche deutsch-, wie englischsprachige Aufsätze zur jüdischen Sprachkritik nach dem Holocaust. Herausgegeben wird es von Aurélia Kalisky vom Centre Marc Bloch sowie Elisabeth Gallas und Nicolas Berg vom Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur - Simon Dubnow. Nicolas Berg leitet das Lab 1.1 "Sprache, Performanz und Sinnwelt" im LFV "Wert der Vergangenheit", das jüdisches Sprachkritik ebenfalls erforscht.
Unsterbliche Werte. Über Historizität und Historisierung
Neue Monografie von Henning Trüper in der Reihe "Wert der Vergangenheit" erschienen
In seinem Buch "Unsterbliche Werte. Über Historizität und Historisierung" beschäftigt sich Henning Trüper (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin) mit der Beziehung von Geschichtlichkeit und Unsterblichkeit in geschichtsphilosophischen Überlegungen seit dem 18. Jahrhundert. Im Zentrum steht eine Ideenkonstellation, in der die Unsterblichkeit der menschlichen Gattung und der einzelnen menschlichen Seele in Beziehung gesetzt und oftmals gegeneinander ausgespielt wird. Anhand von Lektüren geschichtsphilosophischer Beiträge von Leibniz, Nietzsche, Benjamin sowie Beispielen der Totenfürsorge, des Humanitarismus und der Lebensrettung zeigt Henning Trüper, dass diese Beziehungsgeschichte im 20. Jahrhundert Eingang gefunden hat in ein modernes Verständnis von Normen, die als in die Unsterblichkeit überführte Werte begriffen werden.
Prof. Martin Sabrow zum Gedenkstättenkonzept des Bundes
Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 10. Mai 2024
In der aufgeheizten Debatte um das aktualisierte Rahmenkonzept für die Gedenkstättenförderung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) meldet sich der Sprecher des Leibniz-Forschungsverbundes "Wert der Vergangenheit" und ehemalige ZZF-Direktor Prof. Martin Sabrow zu Wort.
Prof. Martin Sabrow zum 75. Jubiläum des Grundgesetzes
Interview mit tagesschau24 am 25. Mai 2024
Am 23. Mai 1949 trat in der Bundesrepublik das Grundgesetz in Kraft. ZZF-Historiker und Sprecher des Leibniz-Forschungsverbunds "Wert der Vergangenheit" Martin Sabrow nimmt im Interview Einordnungen zu 75 Jahre Grundgesetz vor. "Perfekt ist das Grundgesetz vielleicht in seiner Naivität", sagt Martin Sabrow unter anderem.
Tagungsbericht: "Legacies of Conquest: Interconnections and Memories of the Ottoman and Spanish Empires"
25 – 26 January 2024, Mainz
“Legacies of Conquest” marks the final workshop in a series that brings together scholars specializing in the Ottoman Empire, colonial Latin America, and Western Europe in order to compare the Ottoman and Spanish imperial expansions during the early modern period and their lasting impact up to the present day. The first workshop focused on narratives surrounding the Fall of Constantinople (1453) and Tenochtitlán (1521), exploring themes of conquest and loss. In the second, discussions centered on how these conquests reshaped the meaning and use of objects from previous civilizations and how these relics, in turn, shaped post-conquest societies and cultures. This third event aims to explore two crucial aspects that have yet to be addressed: firstly, the interconnections between these two early modern imperial expansions, and secondly, their role within contemporary memory cultures and politics of heritage
Bericht zum Workshop "Memory as a resource in conflict transformation: the role of media and journalists in peacebuilding"
19. - 21. September 2023, Bogotá
In September 2023, the international conference “Memory as a resource in conflict transformation: the role of media and journalists in peacebuilding” was held in Bogotá, Colombia. Bringing together national and international practitioners and researchers, the conference addressed the role of journalism and the media in contexts of armed conflict and deeply-divided societies, transition and the construction of individual and collective memories of past conflicts, as well as peacebuilding.
ZMO Kitchen Talks - Teaching History in African Universities Today
27. Februar 2024
In dieser Episode des Podcasts "Kitchen Talks" des Leibniz-Zentrum Moderner Orient spricht die Politikwissenschaftlerin Dr. Anandita Bajpai mit Prof. Olutayo Adesina von der University of Ibadan in Nigeria über seine Erfahrungen mit der universitären Lehre in Geschichtswissenschaft und Anthropologie, sowie über sein aktuelles Projekt.
Werte im Widerstreit - Der Globale Süden und der Westen
27. November 2023
Die Verwerfungen zwischen "globalem Süden" und "dem Westen" haben neben der globalen Mächtekonstellation auch die globale Werteordnung zum Gegenstand. Der Westen sieht sich dabei einer fundamentalen Herausforderung gegenüber: Die „regelbasierte internationale Ordnung“ wird im „globalen Süden“ weithin als Hegemonieprojekt gesehen. Welche unterschiedlichen historischen Erfahrungen stehen hinter diesem Widerstreit der Werte? Diese und weitere Fragen diskutierten Dr. Katja Drinhausen, Dr. Jochen Lingelbach, Prof. Philipp Sarasin und Prof. Udo Steinbach.
Keynote von Mareike König auf der Jahrestagung des Verbunds 2023 "Geschichte in der digitalen Gegenwart. Geschichtsverständnisse zwischen ‚Postfaktizität‘ und neuen Evidenzen"
14. - 16. Juni 2023
Mareike König (DHI Paris) hielt im Rahmen des Jahrestagung des Leibniz-Forschungsverbundes "Wert der Vergangenheit" die Keynote "Die vielen Geschichten der digitalen Geschichte: Diskussionen zur Digitalisierung der Geschichtswissenschaft ab den 1970er Jahren". Der Videomitschnitt ist nun veröffentlicht.
Keynote von Wulf Kansteiner auf der Jahrestagung des Verbunds 2023 "Geschichte in der digitalen Gegenwart. Geschichtsverständnisse zwischen ‚Postfaktizität‘ und neuen Evidenzen"
14. - 16. Juni 2023
Wulf Kansteiner (Aarhus University) hielt im Rahmen des Jahrestagung des Leibniz-Forschungsverbundes "Wert der Vergangenheit" die Keynote "Erinnerung statt Geschichte dank digitaler Medien und künstlicher Intelligenz". Der Videomitschnitt ist nun veröffentlicht.
Bericht zum Workshop „Erinnerung als Ressource in der Konfliktbearbeitung: Die Rolle von Medien und Journalist:innen bei der Friedensförderung”
20. - 21. September 2023, Bogotá
Der an der Universidad de los Andes in Bogotá stattfindende Workshop "Erinnerung als Ressource in der Konfliktbearbeitung" widmete sich den Rollen von Medien und Journalist:innen in Friedenskonsolidierungsprozessen nach Gewaltkonflikten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Bericht der 16. Europäischen Sommeruniversität in der Gedenkstätte Ravensbrück
28. August - 1. September 2023
Die 16. Europäische Sommeruniversität in der Gedenkstätte Ravensbrück widmete sich Veränderungen der Bedeutung von Zeugenschaft in den verschiedenen Phasen der Erinnerungskultur nach 1945 unter dem Titel "Bezeugte Erinnerung. Erzählen. Bewahren. Vermitteln".
Bericht Summerschool "Residues of the Past: (De)constructing urban histories" (IRS)
24. - 27. Juli 2023
Die viertägige interdisziplinäre Sommerschule fand in der letzten Juliwoche am IRS statt. 13 Studierende aus 8 Ländern, die 7 akademische Disziplinen vertraten (von Geschichte und Humangeographie über Stadtforschung bis hin zur Informatik in den Geisteswissenschaften), trafen sich, um über historische Schichten in europäischen Städten und verschiedene Ansätze zu deren Untersuchung und Erforschung zu diskutieren. Foto: Felix Müller (IRS)
Bericht zur Tagung "Interreligious Appropriations: Modes and Practices of Coping with Religious Diversity in the Global History of Christianity"
22. - 26. Juni 2023, Mainz
Die Tagung "Interreligious Appropriations" ("Religiöse Aneignungen") beschäftigte sich mit Prozessen der Sinnbildung, in denen Gemeinschaften religiöse Praktiken neu interpretieren oder auch Praktiken anderer Religionsgemeinschaften inkorporieren - ein Phänomen, dass das Christentum seit seiner Entstehung begleitet.
Bericht zum Workshop "Post-Conquest Materiality: Objects in the Histories of the Ottoman and Spanish Expansions"
12. - 13. Mai 2023
Der Workshop "Post-Conquest Materiality" widmete sich den Osmanischen und Spanischen Expansionen in der Frühen Neuzeit sowie ihrer Folgen. Unter anderem wurde diskutiert, inwiefern die die Eroberungen die materielle Kultur der jeweiligen Gebiete nachhaltig veränderte und mit neuer Bedeutung auflud.
Tagungsbericht "Authenticity in European cities"
Wie und warum werden Gebäude, Wohnviertel oder auch städtische Akteure als »authentisch« wahrgenommen? Was wird unter Urbanität verstanden, was als typisch für eine Stadt ausgehandelt? Am 16. und 17. März 2023 luden das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropa-Forschung, das Institut für Zeitgeschichte München – Berlin (IfZ) und der Museumsverband Brandenburg e.V. zu der internationalen Tagung "Authenticity in European Cities. Creating, Visualizing, and Contesting Urban and Built Heritage" nach Potsdam ein, um sich mit diesen Fragen zu beschäftigen.
Bericht zur "urbanen Authentizität" in der Märkischen Allgemeinen Zeitung
23. März 2023
Mathias Richter berichtet in der MAZ über die neu erschienene Website "urbane Authentizität".
Neue Website zur "urbanen Authentizität"
Ein historisches Forschungsprojekt hat Prozesse der Authentisierung untersucht und präsentiert die Ergebnisse auf einer interaktiven Website. Sie dokumentiert Bau- und Diskursgeschichte anhand von über 50 Beispielen, überwiegend aus Berlin-Brandenburg. Diese erzählen von Verlust und Bewahrung von städtischen Gebäuden und Räumen.
"Preußen-Renaissance?" Magnus Brechtken im Deutschlandfunk
16. März 2023
Im Interview "Preußen-Renaissance?" äußert sich Magnus Brechtken zu der laufenden Debatte um historische Rekonstruktionen in Potsdam und Berlin.
Berichte zur Podiumsdiskussion "Preußen-Renaissance oder Stadtreparatur? Historische Rekonstruktionen in Berlin und Potsdam als Herausforderung"
Am 16. März 2023 veranstaltete die Leibniz-Gemeinschaft zusammen mit dem Rechenzentrum in Potsdam eine Podiumsdiskussion. Im Kontext der zweitägigen Konferenz "Authenticity in European cities: Creating, visualizing, and contesting urban and built heritage" diskutierten die vier Gäste über die weiterhin umstrittenen historischen Rekonstruktionen in Berlin und Potsdam. In den regionalen Zeitungen wurde dazu nun berichtet.
Neuerscheinung: Alte Dinge - Neue Werte
Farrenkopf, M. / Filippidou, A. / Meyer, T. / Przigoda, S. / Saupe, A. / Schade, T. (Hrsg.), Alte Dinge - Neue Werte. Musealisierung und Inwertsetzung von Objekten, Göttingen: Wallstein 2023.
Die Auszeichnung profaner Dinge zu kulturellen Objekten gibt alten Dingen neue Werte. Sie werden auf dem Weg ins Museum ihrem Umfeld und ökonomischen Kreislauf entzogen und kulturell neu aufgeladen. Nicht mehr vorrangig ihr ehemaliger Gebrauchswert, ihr politischer, gesellschaftlicher und religiöser Wert ist von Interesse – sondern ein transformierter ästhetischer, kultureller, wissenschaftlicher und historischer Symbolwert erscheint nun bedeutsam. Der Band beschäftigt sich mit Stadien der Neubewertung und Umwertung von Dingen im Prozess der Musealisierung.
„Historische Zeiten und Räume im Kontext kolonialer und migrantischer Arbeit in Europa"
Workshopbericht
Der Workshop des Lab 2.1. beschäftigte sich mit Kolonial- und Migrationsgeschichte in ganz unterschiedlichen Räumen: auf Kreuzfahrtschiffen, in den Katakomben von Paris, in der Erinnerung in Museen, öffentlichen Plätzen und Schulbüchern oder in Arbeiterunterkünften in der DDR.
Hörspaziergänge zum Thema "Historische Authentizität"
Historische Authentizität ist ein merkwürdiges Ding. Sie lockt mit dem Einzigartigen und Unverfälschten, sie verspricht uns die unmittelbare Begegnung mit etwas Echtem. Doch was genau halten wir für echt - und warum? Wie entstehen „authentische Orte“? Und warum ist das Authentische oft ebenso faszinierend wie umstritten? In sieben Hörspaziergängen in Berlin, Potsdam, Leipzig, Braunschweig, Marburg und Frankfurt a. M. kann man diesen Fragen „nachgehen“.
"Cultural Landscapes of Energy: Constructing Histories in the Aftermath of Energy Production"
Tagungsbericht
Der Bergbau-Technik-Park am früheren "Espenhain" am Rande Leipzigs bot eine hervorragende Kulisse für die internationale Tagung „Cultural Landscapes of Energy“. Umgeben von Schaufelradbaggern diskutierten die Teilnehmenden über Auswirkungen der gewaltigen Energieerzeugung auf das unmittelbare Umland.
„Zeitschichten und Pluritemporalität in der Geschichts- und Erinnerungskultur“
Tagungsbericht
Für den 13.-14. Oktober lud das Forschungslab „Geschichtskulturelle Eigenzeiten“ des Leibniz Forschungsverbundes „Wert der Vergangenheit“ zu einer Tagung im Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam ein. Unter dem Titel „Zeitschichten und Pluritemporalität in der Geschichts- und Erinnerungskultur“ referierten und diskutierten Forscher:innen über die Nützlichkeit sowie Anwendbarkeit Reinhart Kosellecks Zeitschichten-Metapher.
Praktiken der Aneignung von Vergangenheiten
Bredowcast 75
In der 75. Folge des Bredowcasts erzählen Barbara Christophe und Hans-Ulrich Wagner aus ihrer Arbeit am Leibniz-Forschungsverbund „Wert der Vergangenheit“ und erklären, wie Menschen Bezüge zur Vergangenheit herstellen. Sie veranschaulichen dies am Bespiel des Geschichtsunterrichts in der Schule, aber auch durch Memes und Social-Media-Projekte.
Stadtspaziergang & Podiumsgespräch: Echt authentisch? Premiere eines neuen Hörspaziergangs durch Potsdams Mitte
24. August 2022, Potsdam
Am 23. August 2022 hatten das ZZF und das Potsdam Museum im Rahmen der Reihe Stadtwandel - Potsdamer Gespräche 2022 zur Premiere des neuen Audiowalks eingeladen. Dem Stadtspaziergang schloß sich ein Gespräch im Potsdam Museum an. Die Herausgeber*innen des Audiowalks sprachen mit Hannes Wittenberg, dem stellvertretenden Direktor des Museums, über die Geschichte der Potsdamer Innenstadt.
Neuerscheinung: Handbuch Historische Authentizität
Sabrow, M./ Saupe, A. (Hrsg.), Handbuch Historische Authentizität , Göttingen: Wallstein 2022.
Authentizität ist ein Schlüsselbegriff der Geschichts- und Erinnerungskultur am Übergang zum 21. Jahrhundert. Das interdisziplinäre »Handbuch Historische Authentizität« erschließt die Vielgestalt des Begriffs und seiner Verwendungsweisen in unterschiedlichen wissenschaftlichen, musealen und geschichtskulturellen Kontexten. Konzipiert als ein semantisches Netz, sucht das Handbuch die Problematik und Wirkungsmacht ebenso wie die Faszinationskraft historischer Authentizität zu erklären.
Titelbild: Markus Willeke
(Er)Zeugnisse des Digitalen im Museum, Unsichtbares sichtbar machen
Tagungsbericht
Bei der Tagung „(Er)Zeugnisse des digitalen im Museum“ am 2. bis 3. Mai 2022 im Deutschen Museum Bonn diskutierten VertreterInnen von Universitäten und Museen über Herausforderungen mit dem Umgangs von Software als Artefakt im musealen Kontext. Dabei ging es vor allem um die Frage: Wie lässt sich das unsichtbare Digitale sichtbar machen? Bild: Deutsches Museum | Eric Alexander Lichtenscheidt
The Memory Studies Association Fellowship "Memory Scholars at Risk"
The Memory Studies Association offers funds for two fellowships of 4000 € each to support memory scholars at risk. The MSA is looking for institutions across the world that would like to provide a place of academic refuge including matching funds or equivalent in-kind assistance. Such institutions can contact scholars at risk known to them or seek advice from the MSA, which is collecting information on colleagues needing support.
ZZF-Podcast: "Der Wert der Vergangenheit"
Welche historischen Epochen oder Ereignisse erachten wir in der Gegenwart überhaupt als wichtig und warum sind sie für uns von Bedeutung? Wer oder was entscheidet darüber, welchem historischen Gebäude oder welcher Person wir welchen Wert zuschreiben? Eine Podcastfolge mit Martin Sabrow, Achim Saupe, Katja Stopka und Anja Tack.
Echt jetzt? – Ein Hörspaziergang auf den Spuren historischer Authentizität rund um die Berliner Chausseestraße
Gemeinsam begeben wir uns in diesem Audiowalk auf die Spur einer mysteriösen Erscheinung: Authentizität. Was ist das eigentlich und wo finden wir sie? Was halten wir für authentisch – und warum ist das Authentische gerade hier und jetzt so bedeutsam für uns?
"Nichts bleibt, wie es war, schon gar nicht der Blick auf die Vergangenheit"
26.12.2021, Martin Sabrow im Tagesspiegel
Geschichte lebt von der ständigen Neubefragung, sagt der scheidende ZZF-Direktor Martin Sabrow. Heute sei sie zur tragenden Säule des gesellschaftlichen Selbstverständnisses geworden.