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            <title>Leibniz-Gemeinschaft</title>
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            <description>TOP-Meldungen von Leibniz-Gemeinschaft</description>
            <language>de-DE</language>
            
                <copyright>Leibniz-Gemeinschaft</copyright>
            
            <pubDate>Sun, 17 May 2026 15:22:09 +0200</pubDate>
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                        <pubDate>Fri, 15 May 2026 15:00:00 +0200</pubDate>
                        <title>Erfolgreiche Doppelstrategie</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/raeuberische-alleskoenner</link>
                        <description>Mikroalgen in der Amazonas-Mündung betreiben Photosynthese, ernähren sich aber auch räuberisch von Kleinstlebewesen – ein bislang unterschätzter Mechanismus im Nahrungsnetz.&amp;nbsp;</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>In der riesigen Flussfahne des Amazonas leben mikroskopisch kleine Algen mit einer überraschend flexible Überlebensstrategie: Sie kombinieren Photosynthese mit der Aufnahme organischer Stoffe und sogar dem „Verzehr“ anderer Mikroorganismen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) zeigt nun, dass diese Mixotrophie insbesondere am äußeren, weit im Meer gelegenen Rand der Flussfahne dominiert. Die Studie erschien kürzlich im Nature-Fachjournal „Communications Biology“ und beleuchten einen bislang unterschätzten Mechanismus im Nahrungsnetz und Kohlenstoffkreislauf eines der größten flussbeeinflussten Meeresökosysteme.</p>
<p>Der Amazonas transportiert enorme Mengen Süßwasser in den tropischen Atlantik – rund 50 % des gesamten Süßwassereintrags in diese Ozeanregion und bis zu 20 % weltweit. Daraus entsteht eine gewaltige Flussfahne, die sich über Hunderte Kilometer ausbreitet und sich mit der Zeit und zunehmender Entfernung vom Flussdelta verändert. So bildet sich ein Mosaik aus Lebensräumen mit unterschiedlichen physikalischen und chemischen Bedingungen.<br> <br> Grundlage des Nahrungsnetzes in diesem dynamischen System sind die mikroskopischen Organismen des Planktons. Ursprünglich unterschied man pflanzenähnliches Phytoplankton (Mikroalgen), das Photosynthese betreibt, und tierisches Zooplankton, das andere Lebewesen frisst. Mittlerweile weiß man, dass manche Mikroalgen nicht in dieses Schema passen: Sie betreiben Photosynthese, nehmen aber zusätzlich organische Substanz auf und ernähren sich mitunter sogar räuberisch von anderen Mikroorganismen. Damit verwischt die klassische Grenze zwischen Produzenten und Konsumenten. Die jetzt vorgelegte Feldstudie macht deutlich, dass diese hybride Ernährungsweise – die sogenannte Mixotrophie – kein Randphänomen, sondern ein zentraler ökologischer Mechanismus ist.</p>
<h6>Wie verborgene Ernährungsstrategien im Plankton sichtbar werden</h6>
<p>Die Ernährungsweisen in gemischten Planktongemeinschaften zu unterscheiden, gehört zu den großen Herausforderungen der Meeresforschung. Ein entscheidender Fortschritt ist hierbei die Analyse stabiler Stickstoffisotope in Aminosäuren aus gefilterten Planktonproben. Je nach vorherrschender Ernährungsweise entstehen charakteristische Isotopenmuster, aus denen sich die trophische Position der Organismen im Nahrungsnetz bestimmen lässt. In der jetzt in Communications Biology veröffentlichten Studie kombinierten die Forschenden diesen Ansatz mit Analysen der Umweltbedingungen und der Planktongemeinschaft, etwa anhand von Pigmentdaten und mikroskopischen Beobachtungen.<br> <br> „Durch diese Methoden-Kombination können wir mixotrophe Aktivitäten jetzt direkt im natürlichen System nachweisen – etwas, das bisher vor allem unter kontrollierten Labor- und nicht unter Feldbedingungen möglich war“, erklärt Ana Fernández-Carrera vom Institut für Ozeanographie und Globalen Wandel der Universidad de Las Palmas de Gran Canaria. Die Erstautorin der Studie nahm an zwei Forschungsexpeditionen – 2018 und 2021 – teil, um die Nahrungsnetze in der Amazonas-Flussfahne zu untersuchen. Damals Wissenschaftlerin am IOW, analysierte sie insgesamt 46 Planktonproben von 29 Stationen entlang der Flussfahne. Ergänzend erfassten die Expeditionsteams zentrale Umweltparameter wie Nährstoffkonzentrationen, Phytoplanktonpigmente, Sauerstoffgehalte und die Struktur der Wassersäule, um die Veränderungen entlang der Flussfahne zu charakterisieren.</p>
<h6>Unter dynamischen Bedingungen zahlt sich Mixotrophie aus</h6>
<p>Entlang des Alterungsgradienten der Amazonas-Flussfahne identifizierten Fernández-Carrera und ihr Team ein klares Muster in den Ernährungsstrategien des Planktons. In Wassermassen nahe der Flussmündung lagen die Werte für die trophische Position bei etwa 1,0 – ein Hinweis auf Dominanz von rein photosynthetischen Organismen. Mit zunehmendem Alter der Flussfahne – nach 27 Tagen – erhöhten sich diese Werte auf rund 1,5. Das zeigt, dass mixotrophe Ernährung zunimmt, je weiter die Flussfahne ins Meer vordringt, ohne dass jedoch Werte von 2,0 und mehr erreicht werden, was für eine überwiegend heterotrophe Ernährung durch Futteraufnahme typisch wäre.<br> <br> Diese Verschiebung der Ernährungsweise hin zur Mixotrophie geht mit deutlichen Veränderungen der Umweltbedingungen einher. Mit zunehmender Entfernung von der Flussmündung nehmen die Nährstoffkonzentrationen ab: Nitrat beispielsweise sinkt von erhöhten Werten in der jungen Flussfahne auf etwa 2 µM auf dem Kontinentalschelf und nimmt in Richtung offene See noch weiter ab. Gleichzeitig gehen die Chlorophyllkonzentrationen von über 0,5 µg L⁻¹ auf etwa 0,17 µg L⁻¹ zurück. Auch die Struktur der Wassersäule verändert sich, mit zunehmend mächtigen durchmischten Oberflächenschichten, während die Sauerstoffkonzentrationen leicht unter Sättigung liegen.<br> <br> Bei zunehmender Nährstoffarmut und unter physikalisch heterogenen Bedingungen, die sich aus dem Zusammenspiel von Durchmischung, Sauerstoffverfügbarkeit und biologischer Produktion ergeben, haben also diejenigen Organismen einen klaren Konkurrenzvorteil, die verschiedene Ernährungsweisen kombinieren; sie setzen sich sowohl gegenüber strikt autotrophen als auch strikt heterotrophe Organismen durch. „Dieses klare Muster zeigt, dass Mixotrophie kein Ausnahmefall ist, sondern unter bestimmten Umweltbedingungen eine dominante und äußerst effiziente Strategie sein kann“, erklärt Natalie Loick-Wilde, Korrespondenz-Autorin der Studie. Sie war an beiden Amazonas-Expeditionen als leitende Wissenschaftlerin beteiligt und forscht am IOW seit vielen Jahren zu marinen Plankton-Nahrungsnetzen.</p>
<h6>Warum Mixotrophie für Klima und Ökosystemmanagement wichtig ist</h6>
<p>Die Bedeutung dieser Ergebnisse reicht weit über die Amazonasregion hinaus. Denn sie stellen die klassische Vorstellung mariner Nahrungsnetze mit einfacher Trennung zwischen Produzenten und Konsumenten infrage und zeigen stattdessen ein Kontinuum von Ernährungsstrategien. „Mixotrophie ist weit verbreitet und funktional wichtig. Um marine Ökosysteme realistisch abbilden zu können, muss sie angemessen in Modellen berücksichtigt werden“, betont Ana Fernández-Carrera.<br> <br> Zudem legt die Studie nahe, dass mixotrophe Organismen generell eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf des Ozeans spielen. „Mixotrophe Aktivität fördert vermutlich die Produktion und Anreicherung von kohlenstoffreichem, schwer abbaubarem organischem Material und trägt so zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff im Ozean bei“, erklärt Natalie Loick-Wilde mit Blick auf den Befund früherer Studien, die den äußeren Bereich der Amazonas-Flussfahne, in dem Mixotrophie dominiert, als bedeutende Senke für atmosphärisches Kohlendioxid identifizierten.<br> <br> Beide Forscherinnen sind sich einig: Um marine Regionen, in denen zentrale Ökosystemprozesse besonders aktiv sind, besser zu verstehen, kommt es darauf an zu erkennen, wann, wo und warum Mixotrophie dominiert. Solche Gebiete können für den Kohlenstoffkreislauf, die Nährstoffdynamik und den Energiefluss im marinen Nahrungsnetz überdurchschnittlich wichtig sein. „Ein besseres Verständnis dieser trophischen Muster kann dazu beitragen, Ozean- und Klimamodelle zu verbessern und auch das Management mariner Ökosysteme wirksamer zu gestalten – etwa durch den Schutz produktiver Regionen mit besonderer Bedeutung für Fischerei und Biodiversität. Dafür müssen künftige Studien vor allem die Methoden zur präzisen Erfassung mixotropher Isotopensignaturen weiterentwickeln und entsprechende Untersuchungen auf andere Meeresregionen ausweiten“, so die beiden Planktonforscherinnen abschließend.</p>
<p><a href="https://www.iow.de/mitteilung/items/amazonas-flussfahne-wo-raeuberische-mikroalgen-ein-erfolgsmodell-sind.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde an der Universität Rostock</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 15 May 2026 12:09:14 +0200</pubDate>
                        <title>Robuste Sorten schneller aufs Feld</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/robuste-sorten-aufs-feld</link>
                        <description>Ein gezielter „Ausschalter“ in der Eizelle könnte die Züchtung klimaangepasster Pflanzensorten erheblich beschleunigen.&amp;nbsp;</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Einem internationalen Forschungsteam unter Führung des IPK Leibniz-Institutes ist es gelungen, sehr effizient Haploide in der Modellpflanze Arabidopsis thaliana zu erzeugen. Dazu muss ein bestimmtes Protein im Zentromer abgebaut werden. Die Ergebnisse der Studie, die im Fachmagazin „Plant Communications“ veröffentlicht worden sind, lassen sich prinzipiell auch auf Kulturpflanzen übertragen und könnten Züchtungsprozesse erheblich beschleunigen.</p>
<p>Schnellere Züchtung hilft, klimaangepasste, ertragreiche und robuste Sorten schneller auf die Felder zu bringen - etwa mit besserer Toleranz gegen Trockenheit oder Hitze. Das erhöht die Ertragssicherheit und senkt den Einsatz von Ressourcen. Ein wichtiges Instrument für die Züchtung sind Haploide, also Pflanzen, die nur einen einfachen Chromosomensatz besitzen.</p>
<p>Aus Haploiden lassen sich durch Verdopplung ihrer Chromosomen („Doppelhaploide“) sehr schnell vollständig reinerbig Linien gewinnen, was die Entwicklung neuer Sorten beschleunigt.</p>
<p>Wenn in der Eizelle einer Pflanze ein bestimmtes Zentromer-Protein (CENH3) gezielt<br> abgebaut wird, entstehen sehr häufig väterliche haploide Nachkommen. Das Forschungsteam erzielte in Experimenten mit der Modellpflanze Arabidopsis thaliana einen Anteil von bis zu 57 Prozent haploiden Nachkommen. „Wenn wir CENH3 in der Eizelle gezielt entfernen, entstehen sehr effizient väterliche Haploide. Es ist fast so, als hätten wir der mütterlichen Chromosomen-Seite einfach den Stecker gezogen“, erläutert Dr. Saravanakumar Somasundaram, der Erstautor der Studie. Das angewandte Verfahren ist modular aufgebaut, nutzt pflanzeneigene Mechanismen und lässt sich grundsätzlich auch auf Kulturpflanzen übertragen.</p>
<p>Die Wissenschaftler haben CENH3 zunächst mit einem kleinen Etikett („Tag“) versehen und damit für den enzymatischen Abbau markiert. Die zelluläre „Müllabfuhr“ holt dank dieser Markierung CENH3 ab, bevor es zur Befruchtung kommt. Im Ergebnis fehlt CENH3 in der Eizelle, bleibt aber im Pollen erhalten. „Der spezifische Eizell-Promotor sorgt dafür, dass die Elimination den Embryo betrifft, jedoch nicht das Nährgewebe. Das erhält die Keimfähigkeit haploider Samen“, sagt Dr. Saravanakumar Somasundaram.</p>
<p>„Im Kern geht es darum, CENH3 in der Eizelle „auszuknipsen“, die Pflanze mit normalem Pollen zu bestäuben und haploide Samen zu produzieren“, sagt Prof. Dr. Andreas Houben, Leiter der Arbeitsgruppe „Chromosomenstruktur und -funktion“. „Unsere Methode erzeugt nach der Kreuzung nichttransgene Haploide und beschleunigt damit die Gewinnung von Reinzuchtlinien. Das spart Zuchtzeit. Es verkürzt den Prozess von mehreren Jahren auf eine Saison.“</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Somasundaram et al. (2026): Targeted CENH3 protein depletion in egg cells enables highly&nbsp;efficient haploid induction. Plant Communications. DOI: 10.1016/j.xplc.2026.101837</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.ipk-gatersleben.de/pressemitteilungen/artikel/pressemitteilung-07052026" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK)</a></p>

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                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
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                        <pubDate>Wed, 13 May 2026 13:35:59 +0200</pubDate>
                        <title>Leibniz-Wirkstoff des Jahres 2026</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/ausgezeichnete-entdeckung</link>
                        <description>Bakterium trifft auf räuberische Amöbe – und produziert in der Folge das bislang unbekannte Molekül Pyrofactin. Tödlich für die Amöbe, vielversprechend für die Wirkstoff-Forschung.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Auf den diesjährigen Leibniz-Wirkstofftagen am 28. und 29. April in Aachen ist das Peptid Pyrofactin zum Leibniz-Wirkstoff des Jahres 2026 gekürt worden. Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat dieses Molekül entdeckt und seine besondere Rolle in einem bislang unbekannten bakteriellen Frühwarn- und Abwehrsystem entschlüsselt.</p>
<p>Neue Wirkstoffe entstehen nicht im Reagenzglas allein. Häufig haben sie ihren Ursprung in Naturstoffen, die Mikroorganismen im Austausch mit ihrer Umwelt produzieren. Welche Funktionen diese Moleküle in ihrem natürlichen Kontext erfüllen, ist jedoch oft wenig erforscht. Die nun ausgezeichnete Forschungsarbeit, die im Rahmen des Exzellenzclusters „Balance of the Microverse“ entstand, zeigt eindrucksvoll, wie lohnend dieser Perspektivwechsel ist. Statt Naturstoffe nur im Hinblick auf ihr Potenzial für Arzneimittel zu betrachten, rückte das Team ihre Rolle im komplexen Zusammenspiel mikrobieller Gemeinschaften in den Fokus.</p>
<h6>Innovativer Ansatz offenbart bislang unbekannten Naturstoff</h6>
<p>Im Zentrum der prämierten Studie steht die Interaktion zwischen dem weit verbreiteten Bakterium Pseudomonas syringae und der räuberischen Amöbe Polysphondylium pallidum. Die Forschenden konnten zeigen, dass das Bakterium ein chemisches Radar einsetzt, um diese Fressfeinde zu erkennen und gezielt zu töten. Dahinter steckt eine ausgeklügelte chemische Signalkette: Das Bakterium produziert den Naturstoff Syringafactin und gibt ihn an seine Umgebung ab. Trifft dieses Molekül auf die räuberische Amöbe, wird es von ihr chemisch verändert. Das Bakterium wiederum besitzt ein spezielles Sensorprotein, das diese veränderten Moleküle als Warnsignal erkennt und gezielt Abwehrmechanismen aktiviert. In der Folge produziert das Bakterium einen zweiten Naturstoff: Pyrofactin, eine für die Amöben tödliche Substanz.<br> <br> Dem Team um Pierre Stallforth, Professor an der Universität Jena und stellvertretender Direktor des Leibniz-HKI, ist es gelungen, diesen bislang unbekannten Mechanismus aufzuklären und mit Pyrofactin eine vielversprechende neue chemische Struktur zu identifizieren. Dabei ist diese Entdeckung mehr als ein Einzelfund. Sie steht exemplarisch für einen innovativen Forschungsansatz, der gezielt die Dynamik von Naturstoffen – also ihre Veränderung und Funktion im Zusammenspiel verschiedener Organismen – untersucht, um bislang unbekannte Naturstoffe aufzuspüren. Diese könnten künftig als Grundlage für neue Medikamente dienen oder Anwendung im Pflanzenschutz finden.</p>
<h6>Neue Chancen für die Wirkstoff-Forschung</h6>
<p>„Die Dynamik von Naturstoffen birgt ein enormes, bislang kaum ausgeschöpftes Potenzial für die Entdeckung neuer bioaktiver Verbindungen. Genau hier liegen neue Chancen für die Wirkstoff-Forschung“, sagt Stallforth, der den Preis in Aachen für sein Team entgegennimmt.</p>
<p>Die Studie unterstreicht zugleich die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit am Leibniz-HKI. Indem unterschiedliche Fachrichtungen ihr Wissen bündeln, lassen sich selbst komplexe mikrobielle Wechselwirkungen entschlüsseln. Der Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ und der Sonderforschungsbereich ChemBioSys treiben diese interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Naturstoff-Forschung in Jena gezielt voran.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Zhang S, Schlabach K, Pérez Carrillo VH, Ibrahim A, Nayem S, Komor A, Mukherji R, Chowdhury S, Reimer L, Trottmann F, Vlot AC, Hertweck C, Hellmich UA, Stallforth P (2025) A chemical radar allows bacteria to detect and kill predators. Cell 188(9): 2495–2504.e20. <a href="https://doi.org/10.1016/j.cell.2025.02.033" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cell.2025.02.033</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-hki.de/de/pressemitteilung/leibniz-wirkstoff-des-jahres-2026-ist-pyrofactin.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 11 May 2026 16:25:15 +0200</pubDate>
                        <title>Fortschritt bei Immuntherapie</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/fortschritt-bei-immuntherapie</link>
                        <description>CAR T Stammgedächtniszellen erzielen in niedrigen Dosen komplette Remissionen ohne vorherige Chemotherapie.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>T-Stammgedächtniszellen (TSCM) erneuern sich selbst, überleben langfristig und können starke Anti-Tumor-Reaktionen erzeugen. Deshalb sind sie vielversprechende Kandidaten für CAR T Zelltherapien der nächsten Generation. Bisher fehlte der Nachweis für die Wirksamkeit beim Menschen. Ein Team unter Leitung von Prof. Luca Gattinoni vom Leibniz-Institut für Immuntherapie (LIT) und Dr. James Kochenderfer vom National Cancer Institute berichtet in der Fachzeitschrift Cell, dass CAR T Zellen mit TSCM Phänotyp in einer frühen klinischen Studie sicher und verträglich waren. Zudem bewirkten sie in niedrigen Dosen komplette Tumorrückbildungen – und das ohne eine chemotherapeutische Vorbehandlung.</p>
<p>Die CAR T Zelltherapie hat die Behandlung bestimmter Blutkrebserkrankungen revolutioniert. Allerdings profitieren viele Patienten bisher nicht dauerhaft, weil die übertragenen CAR-T-Zellen sich meist nicht ausreichend vermehren oder dauerhaft im Körper verbleiben. Um diese Hindernisse zu überwinden, haben die Wissenschaftler in ihrer neuen Studie T-Stammgedächtniszellen (TSCM Zellen) verwendet. Gattinoni und sein Team hatten dafür eine Plattform-Technologie zur Herstellung solcher CAR modifizierter TSCM Zellen für den klinischen Einsatz etabliert und deren überlegene Wirksamkeit an Modellen der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) gezeigt.<br> <br> „Aktuelle CAR T Produkte können stark variieren, und diese Heterogenität zeigt sich dann in unterschiedlichen Therapieerfolgen und Toxizitäten. Deshalb haben wir ein standardisiertes CD8+ CAR T Zellprodukt mit genau definierten Eigenschaften entwickelt, das gezielt mit TSCM Zellen angereichert ist, und es mit konventionellen CAR T Zellen verglichen“, sagt Gabriele Inchingolo, Doktorand in Gattinonis Team und gemeinsamer Erstautor.</p>
<h6>Was die Plattform zur Herstellung CAR modifizierter TSCM Zellen zeigte</h6>
<p>Wie die Studie zur Behandlung in Patienten mit rezidivierten oder refraktären CD19+ B Zell Erkrankungen nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation zeigte, vermehrten sich die CAR modifizierten TSCM Zellen stärker und überlebten länger als Standard CAR T Zellen. So kam es zu kompletten Remissionen bei niedrigen Dosen – und das sogar ohne die sonst übliche lymphodepletierende Chemotherapie vor der Infusion. „Die Zellen, die aus der TSCM Plattformtechnologie stammten, führten im Blut der Patienten zu einem höheren CAR-T-Zellspiegel – und in vielen Studien waren hohe CAR T Zellspiegel im Blut ein starker Prädikator für klinischen Erfolg“, lautet die Einschätzung von Dr. James Kochenderfer, Ko-Autor und leitender Wissenschaftler in der Abteilung für Chirurgie des National Cancer Institute (NCI) in Bethesda, USA. „Dass Patienten bei Dosen von nur 250.000 Zellen/kg komplette Tumorrückbildungen erreichen, ganz ohne chemotherapeutische Vorbehandlung, bestätigt jahrelange Vorarbeit und eröffnet neue Möglichkeiten im CAR T Zelldesign“, ergänzt Gattinoni.<br> <br> Das TSCM Zellprodukt war zudem gut verträglich. „In dieser Studie kam es zu weniger Zytokinfreisetzungs-Syndromen als in den meisten anderen CAR Studien, an denen ich beteiligt war“, berichtet Kochenderfer. Das Zytokinfreisetzungs Syndrom (CRS) ist eine häufige und potenziell schwerwiegende entzündliche Reaktion des Immunsystems, die ausgelöst wird, wenn CAR T Zellen im Körper aktiv werden. Selbst bei CAR-T-Zellmengen, die in der Vergleichsgruppe zu schweren CRS führten, traten bei TSCM Behandelten meist nur milde Nebenwirkungen auf. Das deutet darauf hin, dass das TSCM Produkt CAR-T-Zellen bildet, welche die sonst damit verbundenen schweren Nebenwirkungen nicht auslösen.<br> <br> Zugleich zeigte die Studie, wie unterschiedlich sich die Zellprodukte im menschlichen Körper verhalten: Anders als konventionelle CAR-T-Zellen, die ihre stammzellähnlichen Reserven aufbrauchen, erhalten CAR-TSCM-Zellen während der gesamten Therapie ein beständiges Reservoir, das sich über einen allmählichen Austausch aktiver Klone erneuert. „Die TSCM Zellen werden also nicht alle gleichzeitig aktiviert, sondern in kleinen aufeinanderfolgenden Wellen. Nacheinander werden unterschiedliche Klone aktiv, sodass das Gesamtreservoir ruhender, stammzellähnlicher Zellen erhalten bleibt. Zum ersten Mal sehen wir dieses Grundprinzip direkt im Menschen“, erklärt Dr. Enrico Lugli, Ko-Autor der Studie und Projektleiter im Labor für translationale Immunologie und Leiter der Core Facility Durchflusszytometrie am Humanitas Research Hospital in Rozzano, Italien.</p>
<h6>Studiendesign</h6>
<p>Die Phase 1 Studie (NCT01087294) unter Leitung von Dr. James Kochenderfer am US-amerikanischen NIH rekrutierte Patienten mit rezidivierten oder refraktären CD19+ B Zell Erkrankungen nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation, also eine Patientengruppe mit wenigen Therapieoptionen. Zwei aufeinanderfolgende Kohorten erhielten entweder konventionelle allogene CD19 CAR T Zellen oder angereicherte CAR-TSCM Zellen. Alle Infusionen erfolgten ohne lymphodepletierende Chemotherapie und ermöglichten es den Wissenschaftlern so, die beiden Zellprodukte direkt zu bewerten.<br> <br> Das Immunmonitoring wurde vom LIT koordiniert und in Zusammenarbeit mit Humanitas Wissenschaftlern durchgeführt, die Patienten longitudinal mit multidimensionaler Durchflusszytometrie und Bioinformatik nachverfolgten, um Expansion, Persistenz und Schicksal der CAR T Zellen zu kartieren. Wie bei Frühphasenstudien üblich, müssen diese Ergebnisse in größeren, randomisierten Studien bestätigt werden, um die klinische Aussagekraft des TSCM Ansatzes zu belegen.</p>
<h6>Ausblick</h6>
<p>Wichtige Erkenntnisse gewannen die Forscher auch bei den Patienten, bei denen das TSCM-Produkt in der Studie nicht anschlug: Denn die Ursachen für das jeweilige Therapieversagen waren weniger die T Zellen selbst, sondern externe Faktoren wie etwa ein geringes Vorkommen des Zielproteins auf den Tumorzellen, immunsuppressive Signale (insbesondere Interleukin 10) oder Immunantworten gegen die CAR Konstrukte.<br> <br> „Wir haben gezeigt, dass ein klar definiertes, stammzellähnliches Zellprodukt bei niedrigeren Dosen wirksam sein kann. Mit einer homogenen TSCM Population können wir vermutlich eine verlässlichere Ansiedlung und Persistenz von CAR-modifizierten T-Zellen erreichen und so besser vorhersehbare Ergebnisse sowie zielgerichtetere klinische Studien planen“, fasst Gattinoni zusammen.<br> <br> Das volle Potenzial von CAR TSCM Zellen ist mit dieser Studie noch nicht vollständig erschlossen: Zukünftige Studien mit lymphodepletierender Chemotherapie, vollständig humanisierten CAR Konstrukten und möglicher Ergänzung durch CD4+ T Zellen dürften die Therapieerfolge weiter verbessern. Die hier gewonnenen biologischen Erkenntnisse sind wahrscheinlich auch außerhalb des post alloHSCT Settings relevant – etwa für autologe CAR T Zelltherapien und bei soliden Tumoren, bei denen die Erschöpfung der CAR-T-Zellen bislang die Wirksamkeit begrenzte.</p>
<h6>Über das Leibniz Institut für Immuntherapie (LIT)</h6>
<p>Das LIT ist ein Institut der Leibniz Gemeinschaft mit Sitz in Regensburg, Deutschland. Unsere Mission ist es, innovative Therapien für die Behandlung von Krebs, Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungen zu entwickeln. Durch die Reprogrammierung von Immunzellen mittels synthetischer und pharmakologischer Strategien bauen wir Zellen, die Leben retten.<br> <br> Einige Textelemente dieser Pressemitteilung wurden mit Hilfe von KI erstellt.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://lit.eu/stem-cell-memory-car-t-cells-achieve-complete-remissions-at-low-doses-without-chemotherapy-preconditioning/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Immuntherapie (LIT)</a></p>

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                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Immuntherapie</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                    <item>
                        <guid isPermaLink="false">news-7421</guid>
                        <pubDate>Thu, 07 May 2026 14:02:42 +0200</pubDate>
                        <title>Resistente Keime im Gewässer</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/resistente-keime-im-gewaesser</link>
                        <description>Nicht nur in städtischen Seen und Teichen konnten Forschende antibiotikaresistente Bakterien nachweisen. Auch in den Bodenschichten ländlicher Gewässer haben sie die Keime gefunden, wo sie offenbar langfristig überdauern.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Ein wissenschaftliches Team aus Berlin mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) untersuchte Wasser- und Sedimentproben aus sechs Gewässern in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und dem Zu- und Abfluss einer Kläranlage in Berlin. Die Forschenden analysierten dort vorhandene Bakterien und konnten in städtischen Proben eine höhere Vielfalt und Konzentration von Genen nachweisen, die für Resistenzen gegenüber gängigen Antibiotika verantwortlich sind. Die Zu- und Abflüsse des Klärwerks waren am stärksten belastet, doch auch in weit von Städten entfernten ländlichen Seen wurden resistente Keime gefunden. Die Studie ist in der Fachzeitschrift iScience erschienen.</p>
<p>Das Team vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (Leibniz-IGB) untersuchte gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Potsdam und Wien Wasser- und Sedimentproben aus dem Weißen See und dem Müggelsee in Berlin, dem Stechlinsee und dem Dagowsee in Brandenburg, dem Haussee in Mecklenburg-Vorpommern, aus einem Teich inmitten von Feldern in Brandenburg sowie aus dem Zu- und Abfluss einer großen Wasseraufbereitungsanlage in Berlin. Anschließend wurde die DNA der in den Proben vorhandenen Bakterien untersucht. Die dabei entdeckten Antibiotika-Resistenzgene (ARG) wurden sogenannten Resistenzgen-Klassen zugeordnet. Dafür setzten die Forschenden unterschiedliche bioinformatische Methoden und genetische Datenbanken ein. „Dieser breite methodische Ansatz erlaubte es uns, im Erbgut der in den Proben vorkommenden Bakterienarten jene Gene zu identifizieren, die für Antibiotikaresistenzen verantwortlich sind“, erklärt Pau de Yebra Rodó, Erstautor der Studie und Doktorand am Leibniz-IZW und am Leibniz-IGB. „Die nachgewiesenen Resistenzgene gekörten zu insgesamt 18 Klassen dieser Resistenzgene – in unterschiedlicher Vielfalt und Häufigkeit an den verschiedenen Standorten.“</p>
<h6>Spur der bakteriellen Antibiotika-Resistenzgene auch nach Wasseraufbereitung noch überdeutlich</h6>
<p>Im Zufluss der Wasseraufbereitungsanlage kamen Antibiotika-Resistenzgene aller 18 Resistenzgen-Klassen vor, im Abfluss immerhin noch 16, wenngleich auch in etwas reduzierter Häufigkeit. Die Aufbereitung konnte offenkundig nur die ARGs zweier Resistenzgen-Klassen entfernen oder ausreichend stark verdünnen (ARGs gegen Glykopeptid-Antibiotika und gegen Nitroimidazole), alle anderen Resistenzgen-Klassen waren im aufbereiteten Wasser weiterhin vertreten. An zweiter Stelle im Ranking rangieren die städtischen Gewässer: im Oberflächenwasser des Müggelsees wurden neun Klassen von antibiotikaresistenten Genen nachgewiesen, im Sediment des Weißen Sees – also Bodenschichten, die Oberflächen- und Grundwasser filtern – waren es noch neun. Hingegen waren die Oberflächenwasser des Haussees, des Stechlinsees und des Dagowsees frei von nachweisbaren ARGs.</p>
<p>&nbsp;„Interessant und besorgniserregend ist hingegen der Nachweis von bakteriellen Resistenzgenen in Sedimentproben der Seen im ländlichen Raum“, sagt Prof. Alex Greenwood, Leiter der Abteilung für Wildtierkrankheiten am Leibniz-IZW und Seniorautor der Studie. „Wassernahe Bodenschichten speichern offenbar Belastungen mit antibiotikaresistenten Bakterien und halten diese in der Umwelt vor, auch wenn das Oberflächenwasser keine nachweisbare Belastung (mehr) aufweist.“ Insbesondere Vertreter der gegen Aminoglykosid-Antibiotika gerichteten Resistenzgen-Klasse waren in den Sedimenten in höherer Gesamtlast präsent als im Wasser.</p>
<h6>Teiche im ländlichen Raum sind ebenfalls stark belastet</h6>
<p>In den Wasserproben des inmitten von Feldern im westlichen Brandenburg gelegenen Teiches wurden mit lediglich sechs zwar weniger unterschiedliche Resistenzgen-Klassen nachgewiesen als im Müggelsee-Wasser und in den Zu- und Abflüssen der Aufbereitungsanlage, es waren aber mehr als im Wasser von Stechlinsee, Haussee oder Dagowsee. Die Resistenzgen-Klassen der Teichbakterien deckten sich größtenteils mit jenen, die auch in den städtischen Gewässern nachgewiesen wurden: Aminoglykoside, Phenicole and Tetracycline. Dies sind Antibiotika, die sowohl beim Menschen als auch in der Nutztierhaltung eingesetzt und durch menschliche und landwirtschaftliche Abwässer in die Umwelt eingetragen werden.&nbsp;</p>
<p>Dass bei städtischen Gewässern nicht nur deren unmittelbare Nähe zu menschlichen Siedlungen für den Eintrag antibiotika-resistenter Bakterien entscheidend ist (in dieser Hinsicht sind sich Müggelsee, Weißer See und Haussee relativ ähnlich), sondern auch die Intensität der Gewässernutzung, berichtet Prof. Hans-Peter Grossart, Leiter der Abteilung für Plankton- und Mikrobielle Ökologie am Leibniz-IGB. „Im Wasser des Müggelsees wurden erheblich mehr Resistenzgen-Klassen nachgewiesen als in den beiden anderen städtischen Seen, was sehr wahrscheinlich an der intensiveren Nutzung durch die Fischerei, den Schifffahrtsbetrieb und viele Badende liegt.“&nbsp;</p>
<h6>Weitere Studien zu antibiotikaresistenten Bakterien im Wasser sind erforderlich</h6>
<p>Antibiotikaresistente Bakterien werden in medizinischen Fachkreisen als große globale gesundheitliche Herausforderung angesehen. „Mit unserer Forschung versuchen wir zu verstehen, wie sich antibiotikaresistente Bakterien in der Umwelt verbreiten und dort möglicherweise auch längerfristig überdauern“, fasst de Yebra Rodó zusammen. „Der Eintrag durch menschliche Aktivitäten ist sicher die Hauptquelle für ARG-tragenden Bakterien in der Umwelt. Dies geschieht vor allem über das Abwasser von Krankhäusern, landwirtschaftlichen Betrieben und privaten Haushalten.“&nbsp;</p>
<p>In ihrer Studie sahen sich die Forschenden mit großen methodischen Herausforderungen konfrontiert. So konnten sie im Vergleichen zwischen Wasserproben, Proben aus Sedimenten und Proben aus der Wasseraufbereitungsanlage unterschiedliche Sequenzierungstiefen (ein Gütegrad der DNA-Analyse) erzielen. Die gefundenen Unterschiede in der Vielfalt und Häufigkeit der Resistenzgene in den Bakteriengenomen waren jedoch groß genug, um belastbare Aussagen zuzulassen. Weitere Studien, die ein breiteres Spektrum an Gewässern, mehr Proben pro Gewässer und einen längeren Zeitraum umfassen, seien jedoch erforderlich, um Unterschiede in den bakteriellen Antibiotikaresistenzprofilen städtischer und ländlicher Süßwasserökosystemen genauer charakterisieren zu können.&nbsp;</p>
<h6>Publikation</h6>
<p><em>De Yebra P, Zoccarato L, Galdindo JA, Numberger D, Abdulkadir N, Grossart HP, Greenwood AD (2026): Diversity of antibiotic resistance genes increases in urbanized lakes: a multi-tool screening. iScience 115892. DOI: </em><a href="https://doi.org/10.1016/j.isci.2026.115892" target="_blank" rel="noreferrer"><em>10.1016/j.isci.2026.115892</em></a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.igb-berlin.de/news/gewaesser-staedten-stark-mit-antibiotika-resistenten-bakterien-belastet" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 05 May 2026 15:18:00 +0200</pubDate>
                        <title>Glukagon und Diabetes</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/glukagon-als-gemeinsamer-nenner</link>
                        <description>Bei Typ-2-Diabetes ist nicht nur das Hormon Insulin aus dem Gleichgewicht geraten – auch sein Gegenspieler Glukagon ist früh erhöht. Eine Studie zeigt, wie dies mit dem Fettgehalt der Leber zusammenhängt.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Im Mittelpunkt der Typ-2-Diabetes-Forschung stand bislang vor allem Insulin: Sprechen die Körperzellen schlechter auf das in der Bauchspeicheldrüse hergestellte Hormon an, steigt der Blutglukosespiegel langfristig an. Eine aktuelle Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums zeigt nun, dass auch das Hormon Glukagon bereits früh erhöht ist. Die Forschenden konnten nachweisen, dass ein erhöhter Glukagonspiegel mit einer metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD), umgangssprachlich Fettlebererkrankung, in Zusammenhang steht – einem engen Begleiter von Typ-2-Diabetes. Die Befunde werfen neue Fragen auf, die für die Entwicklung zukünftiger Therapien relevant sein könnten.</p>
<p>Typ-2-Diabetes zählt zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen weltweit. Die verminderte Wirkung des Hormons Insulin, die sogenannte Insulinresistenz, führt dabei zu dauerhaft erhöhten Blutglukosewerten. Gleichzeitig ist jedoch seit längerem bekannt, dass auch der Gegenspieler von Insulin, Glukagon, bei vielen Menschen mit Typ-2-Diabetes erhöht ist und zu einer gesteigerten Glukoseproduktion in der Leber beiträgt. Glukagon sorgt dafür, dass die Leber Glukose ins Blut abgibt. Bei Menschen ohne Typ-2-Diabetes sind Insulin und Glukagon fein aufeinander abgestimmt. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann dies die Blutglukose erheblich beeinflussen. Die Forschenden wollten klären, ob erhöhte Glukagonspiegel bereits kurz nach der Diagnose eines Typ-2-Diabetes auftreten und welche Rolle dabei die Fettlebererkrankung spielt.</p>
<p>Für die kürzlich in der international führenden medizinischen Fachzeitschrift <em>Diabetes Care</em> veröffentlichte Studie analysierten die Forschenden des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) Blutproben und Stoffwechselparameter von 50 Erwachsenen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes und 50 Erwachsenen mit normalem Blutglukosestoffwechsel. Grundlage waren Daten von Teilnehmenden der Deutschen Diabetes Studie – die größte laufende Studie zu neu diagnostiziertem Diabetes bei Erwachsenen in Europa.</p>
<h6>Leber reagiert möglicherweise weniger empfindlich auf Glukagon</h6>
<p>Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes bereits innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose rund 75 Prozent höhere Glukagonspiegel nach einer Mahlzeit aufweisen als Menschen ohne Typ-2-Diabetes. Bemerkenswert ist, dass dieser Anstieg eng mit dem Fettgehalt der Leber verknüpft ist – und nicht, wie bislang oft angenommen, mit Insulinresistenz oder bestimmten Stoffwechselprodukten im Blut. „Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass Typ-2-Diabetes nicht ausschließlich unter dem Aspekt der Insulinwirkung betrachtet werden sollte. Die Leber und die Regulation von Glukagon spielen eine besondere Rolle im Stoffwechsel“, erklärt Professor Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.</p>
<p>Bisherige Arbeiten legen nahe, dass in den Leberzellen eingelagertes Fett die Wirkung von Glukagon beeinträchtigen könnte. Die neuen Daten stützen diese Annahme und sprechen für eine „hepatische Glukagonresistenz“. Das heißt: Die Leber reagiert möglicherweise weniger empfindlich auf Glukagon, woraufhin der Körper vermehrt davon ausschüttet. Die Ergebnisse sind auch praktisch relevant, da neue Wirkstoffklassen in Studien gezielt am Glukagonsystem ansetzen – unter anderem mit dem Ziel, Fettlebererkrankungen zu behandeln.</p>
<h6>Früherkennung der Fettleber als Schlüssel zur Diabetesprävention</h6>
<p>Auch für Menschen mit einer Fettlebererkrankung sind die Ergebnisse relevant. Sie unterstreichen, wie eng Lebergesundheit und Blutglukosestoffwechsel miteinander verknüpft sind. „Eine frühzeitige Behandlung der Fettlebererkrankung könnte dazu beitragen, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken. Dafür ist Früherkennung und Screening von Risikogruppen entscheidend“, erklärt Maximilian Huttasch, Studienarzt am Institut für Klinische Diabetologie am DDZ und Erstautor der Studie. Weitere Untersuchungen müssen nun klären, ob tatsächlich eine verminderte Glukagonwirkung in der Leber vorliegt – und wenn ja, ob sie gezielt therapeutisch beeinflusst werden kann.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p><strong>Titel:</strong> Increased Early Postprandial Glucagon Concentrations in Humans With Newly Diagnosed Type 2 Diabetes and Steatotic Liver Disease<br> <strong>Autoren:</strong> Huttasch, M., Kahl, S., Mori, T. et al.<br> <strong>Journal:</strong> Diabetes Care<br> <strong>Doi:</strong> <a href="https://doi.org/10.2337/dc25-3077" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.2337/dc25-3077</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt&nbsp;</h6>
<p><a href="https://ddz.de/nicht-nur-insulin-ist-entscheidend-fruehe-glukagonerhoehung-bei-typ-2-diabetes-steht-mit-fettlebererkrankung-in-verbindung/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Deutschen Diabetes-Zentrums – Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (DDZ) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Deutsches Diabetes-Zentrum - Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 05 May 2026 09:35:00 +0200</pubDate>
                        <title>400 Jahre Herzschlag</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/vier-jahrhunderte-herzschlag</link>
                        <description>Kaum ein Wirbeltier lebt länger als der Grönlandhai. Dabei altert sein Herz sehr deutlich – schlägt aber weiter.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der Grönlandhai (<em>Somniosus microcephalus</em>) gehört mit einer geschätzten Lebenserwartung von bis zu 400 Jahren oder mehr zu den langlebigsten Wirbeltieren der Erde. Seine außergewöhnliche Lebensdauer, sein extrem langsames Wachstum, der sehr niedrige Stoffwechsel, die minimale Schwimmaktivität und seine späte Geschlechtsreife – die erst im Alter von etwa 150 Jahren eintritt – machen ihn zu einem einzigartigen Modellorganismus für die Erforschung von Alternsprozessen und den biologischen Grundlagen von Langlebigkeit.</p>
<p>Studien an langlebigen Tierarten haben gezeigt, dass diese Arten oft über besonders leistungsfähige Systeme zur DNA-Reparatur, zur Tumorabwehr und der Regulation des Immunsystems verfügen. Erste genomische Analysen des Grönlandhais deuten darauf hin, dass Gene, die mit der Entzündungshemmung, dem Krebsschutz und der Stabilisierung zellulärer Prozesse in Verbindung stehen, auch bei dieser Art eine zentrale Rolle spielen.</p>
<p>Ein internationales Forschungsteam um Prof. Alessandro Cellerino von der Scuola Normale Superiore in Pisa, Italien, und Leibniz-Chair am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, Deutschland, hat nun erstmals systematisch alternsbedingte Veränderungen im Herzgewebe des Grönlandhais genauer untersucht. Im Mittelpunkt der jetzt in „Aging Cell“ veröffentlichten Studie stand die Frage, ob der Grönlandhai vor typischen Anzeichen der Herzalterung – wie Fibrose, oxidativem Stress und Funktionsverlust – geschützt ist oder ob er in der Lage ist, die schädlichen Auswirkungen des Alterns zu kompensieren.</p>
<p>Zum Vergleich analysierten die Forschenden neben dem Grönlandhai auch zwei weitere Fischarten: den kurzlebigen Türkisen Prachtgrundkärpfling (<em>Nothobranchius furzeri</em>), ein etablierter Modellorganismus für beschleunigtes Altern, sowie den Laternenhai, auch als Schwarzer Degenhai bekannt (<em>Etmopterus spinax</em>), der phylogenetisch mit dem Grönlandhai verwandt ist, jedoch eine deutlich kürzere Lebensspanne von etwa 10 Jahren aufweist. Untersucht wurden klassische Marker der Zellalterung, darunter Lipofuszin-Ablagerungen sowie 3-Nitrotyrosin als Indikator für oxidativen Stress, um Rückschlüsse darauf zu ziehen, wie effizient deren Zellen Schäden vermeiden oder reparieren können. Tiere mit niedrigen Werten dieser Marker zeigen oft bessere antioxidative Schutzsysteme, effizientere Protein- und Zellreparaturmechanismen sowie eine geringere Anhäufung von Zellschäden über die Zeit.</p>
<p>Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass das Herz des Grönlandhais deutliche strukturelle und molekulare Veränderungen aufweist, die typischerweise mit Alternsprozessen in Verbindung gebracht werden. Dazu gehörte eine ausgeprägte Fibrose des Herzmuskels, eine verstärkte Ansammlung von Bindegewebe. Derartige Veränderungen können die Elastizität des Herzgewebes verringern und langfristig die Pumpfunktion beeinträchtigen. Zudem wurde eine starke Anreicherung von Lipofuszin, einem Alterspigment, in den Herzmuskelzellen beobachtet. Dieses Abbauprodukt entsteht, wenn im Lebensverlauf Zellbestandteile nicht vollständig abgebaut werden, und gilt als klassisches Zeichen für die Zellalterung.</p>
<p>Zusätzlich gab es auch Hinweise auf Schäden an den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen, sowie auf vergrößerte Lysosomen, die für den Abbau und das Recycling von Zellmaterial verantwortlich sind. Beides sind ebenfalls Anzeichen dafür, dass die Zellen über lange Zeit stark beansprucht wurden. Darüber hinaus fanden die Forschenden auch erhöhte 3-Nitrotyrosin-Werte, einem Marker für oxidativen und nitrosativen Stress. Dies ist ein Hinweis darauf, dass im Herzgewebe verstärkt oxidative Prozesse stattgefunden haben, die zu Proteinveränderungen führten.</p>
<p>„Alles in allem zeigten die analysierten Proben des Grönlandhais deutlich erkennbare Anzeichen klassischer Alternserscheinungen auf molekularer und Gewebeebene“, erklärt Prof. Cellerino. „Die belegen, dass auch bei dieser Art Alternsprozesse im Herzgewebe stattfinden.“</p>
<p>Auffällig jedoch ist, dass diese strukturellen und molekularen Veränderungen offenbar nicht mit einem entsprechenden Funktionsverlust einhergehen. Trotz der deutlichen strukturellen und molekularen Alternsanzeichen waren die untersuchten Tiere lebendig und schwammen. „Die gleichen Schäden in einem menschlichen Herzen wären nicht mit dem Leben vereinbar“, so Prof. Cellerino. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Grönlandhai zwar nicht vor alternsbedingten Schäden geschützt ist, aber bemerkenswert gut in der Lage ist, deren Auswirkungen zu kompensieren.“</p>
<p>Im Rahmen früherer Genomuntersuchungen zum Grönlandhai konnte gezeigt werden, dass der Grönlandhai gut entwickelte Mechanismen besitzt, um Schäden an seiner DNA zu reparieren und das Erbgut stabil zu halten. So wurden unter anderem Veränderungen in Genen festgestellt, die an der DNA-Reparatur und dem Zellschutz beteiligt sind, einige davon lagen gar in Form zusätzlicher Genkopien vor. Diese könnten dazu beitragen, genetische Schäden effizienter zu erkennen und zu korrigieren und so die Zellen über sehr lange Zeiträume hinweg zu schützen.</p>
<p>Die Studienergebnisse legen nahe, dass der Grönlandhai nicht deshalb extrem alt wird, weil er dem Alternsprozess entgeht, sondern weil er die Folgen des Alterns über sehr lange Zeit hinweg wirksam abpuffern kann. Seine Langlebigkeit ist demnach vor allem Ausdruck einer hohen biologischen Widerstandsfähigkeit, die es ihm ermöglicht, seine Körperfunktionen trotz fortschreitender Zellschäden weitgehend aufrechtzuerhalten. Das Verständnis der Mechanismen, die diese biologische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) möglich macht, könnte völlig neue Wege zur Förderung eines gesunden Alterns eröffnen.</p>
<p>„Die Forschung zum Grönlandhai wurde von Professor John Fleng Steffensen von der Universität Kopenhagen vorangetrieben, der dessen extreme Langlebigkeit beschrieb und eine treibende Kraft bei der Förderung der Forschung zu dieser Art war. Er ist letztes Jahr verstorben, ich widme diese Arbeit seinem Andenken“, fasst Prof. Cellerino zusammen.</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>Resilience to Cardiac Aging in Greenland Shark Somniosus microcephalus. Chiavacci E, Steffensen KF, Delaroche P, Astoricchio E, Poulsen AB, Brayson D, Garibaldi F, Lanteri L, Pinali C, Valente GR, Vignati F, Steffensen JF, Shiels H, Tozzini ET, Cellerino A. <em>Aging Cell.</em> 2026 May;25(5):e70505. doi: 10.1111/acel.70505.&nbsp;<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/acel.70505" target="_blank" rel="noreferrer">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/acel.70505</a></p>
<p>[The Greenland shark (<em>Somniosus microcephalus</em>) genome provides insights into extreme longevity. Arne Sahm, Alexander Cherkasov, Hequn Liu, Danila Voronov, Kanstantsin Siniuk, Robert Schwarz, Oliver Ohlenschläger, Silke Förste, Martin Bens, Marco Groth, Ivonne Görlich, Sonia Paturej, Sven Klages, Bjoern Braendl, Jesper Olsen, Peter Bushnell, Amalie Bech Poulsen, Sara Ferrando, Fulvio Garibaldi, Davide Lorenzo Drago, Eva Terzibasi Tozzini, Franz-Josef Müller, Martin Fischer, Helene Kretzmer, Paolo Domenici, John Fleng Steffensen, Alessandro Cellerino, Steve Hoffmann. doi: <a href="https://doi.org/10.1101/2024.09.09.611499" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1101/2024.09.09.611499</a>]</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-fli.de/de/news/wie-kann-ein-herz-jahrhundertelang-schlagen-eine-lektion-vom-gr%C3%B6nlandhai" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 30 Apr 2026 14:26:00 +0200</pubDate>
                        <title>Prämierte Extremismus­prävention</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/praemierte-extremismuspraevention</link>
                        <description>Für seine interdisziplinäre Forschung zu Radikalisierungsprozessen auf Gaming-Plattformen&amp;nbsp;erhält der Forschungsverbund RadiGaMe den Sonderpreis der Jury beim Deutschen Computerspielpreis 2026.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der Forschungsverbund <a href="https://www.prif.org/forschung/radigame" target="_blank" rel="noreferrer">„RadiGaMe – Radikalisierungs­prozesse auf Gaming Platt­formen und Messenger-Diensten“</a>&nbsp;wurde beim Deutschen Computer­spiel­preis 2026 mit dem Sonderpreis der Jury für sein Engage­ment in der Extremismus­prävention in digitalen Räumen geehrt. Stell­vertretend für das gesamte Projekt­team nahmen <a href="https://www.prif.org/ueber-uns/person/constantin-winkler" target="_blank" rel="noreferrer">Constantin Winkler</a> und Matthias Heider am 29. April 2026 den Preis in München entgegen. &nbsp;</p>
<p>Das Verbund­projekt RadiGaMe ist ein inter­disziplinäres Forschungs- und Transfer­vorhaben, welches Radikalisierungs­phänomene auf Kommunikations­plattformen mit Gaming­bezug systematisch unter­sucht und darauf auf­bauend Lösungs­ansätze für Straf­verfolgung, Früh­erkennung sowie präventive Maß­nahmen erarbeitet. Die Jury-Vor­sitzende Prof. Dr. Sabiha Ghellal bezeichnete die Forschung von RadiGaMe in ihrer Laudatio als „präzise, systematisch und hoch­relevant“. Die Jury hob die inter­disziplinäre Zusammen­arbeit des Forschungs­verbunds hervor und lobte, dass in der kritischen Forschung von RadiGaMe Gaming nicht verteufelt, sondern als wichtige Lebens­welt anerkannt wird.</p>
<p>Der Deutsche Computerspiel­preis (DCP) ist der wichtigste Preis für die deutsche Games-Branche und wird seit 2009 verliehen. Mit dem DCP zeichnet die Bundes­regierung, vertreten durch das Bundes­ministerium für Forschung, Technologie und Raum­fahrt (BMFTR), gemeinsam mit dem game – Verband der deutschen Games-Branche die besten Computer- und Videos­piele des Jahres aus Deutsch­land aus.&nbsp;</p>
<p>Der RadiGaMe-Forschungs­verbund wird vom BMFTR im Rahmen der Förder­maßnahmen Zivile Sicher­heit –&nbsp;Bedrohungen im digitalen Raum mit einer Laufzeit von 2023 bis 2026 gefördert. Am PRIF haben <a href="https://www.prif.org/ueber-uns/person/linda-schlegel" target="_blank" rel="noreferrer">Linda Schlegel</a> und <a href="https://www.prif.org/ueber-uns/person/julian-junk" target="_blank" rel="noreferrer">Julian Junk</a> die Projektleitung inne.&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.prif.org/ueber-uns/aktuelles/details/praezise-systematisch-und-hochrelevant" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>PRIF - Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 30 Apr 2026 11:08:00 +0200</pubDate>
                        <title>Nanobody repariert Zelldefekt</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/durchdringende-wirkung</link>
                        <description>Ein winziger Antikörperbaustein könnte die Behandlung von Mukoviszidose grundlegend verändern.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Forschenden ist es erstmal gelungen, einen sogenannten Nanobody zu entwickeln, der direkt in menschliche Zellen eindringt und den am häufigsten fehlerhaften Chloridkanal bei Mukoviszidose reparieren kann. Der neue Therapieansatz wurde gemeinsam von Teams des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt. Erstautor:innen der Studie, die kürzlich im renommierten Fachmagazin Nature Chemical Biology veröffentlicht wurde, sind Luise Franz (FMP) und Tihomir Rubil (Charité).</p>
<p>Das Krankheitsbild der Mukoviszidose – auch Cystische Fibrose (kurz CF) genannt – beruht auf Gendefekten im sogenannten CFTR-Kanal. Er reguliert den Wasser- und Salztransport in der Lungenschleimhaut und sorgt für die Bildung ausreichend flüssigen Schleims. Bei etwa 90 Prozent der Mukoviszidose-Patient:innen liegt eine als F580del bezeichnete Mutation im CFTR-Kanal vor, das heißt, in seiner Proteinkette fehlt an Position 508 eine einzelne Aminosäure. Diese Veränderung führt dazu, dass CFTR falsch gefaltet und im Inneren der Zelle vorzeitig abgebaut wird, statt als Kanal in der Zellmembran der Atemwege zu arbeiten. Betroffene haben dadurch zähen Schleim in der Lunge, Erreger können nicht mehr gut abtransportiert werden. Die Folge ist eine chronische Infektion und Entzündung der Atemwege, die zu einem fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion führt – im schlimmsten Fall macht das eine Lungentransplantation nötig.</p>
<p>Professor Dr. Marcus Mall, Direktor der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin an der Charité, hat mit seinem Team in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen, die Behandlung von Mukoviszidose durch eine Therapie mit drei niedermolekularen Wirkstoffen (CFTR-Modulatoren) spürbar zu verbessern: Mithilfe der sogenannten Dreifachtherapie aus Elexacaftor, Tezacaftor und Ivacaftor (ETI) kann die Funktionsweise des CFTR-Kanals auf etwa 50 Prozent des normalen Werts angehoben werden. Die chronische Entzündung und Infektion der Lunge bestehen aber häufig fort, zudem gibt es Patient:innen, bei denen diese Therapie nicht wirkt oder die sie nicht vertragen.&nbsp;</p>
<h6><strong>Ein Antikörper als Reparaturhelfer</strong></h6>
<p>Für diese Gruppe könnte es künftig weitere Behandlungsoptionen geben: Das Team um den Chemiker Professor Dr. Christian Hackenberger vom Leibniz-FMP hat im Labor ein neues Molekül entwickelt, das das fehlgefaltete CFTR direkt im Zellinneren stabilisiert.&nbsp;Hierbei handelt es sich um einen Nanobody – ein winziger, aber stabiler Antikörperbaustein, der sich präzise an definierte Oberflächen von Proteinen anlagern kann. Dieser wird chemisch mit einem „Transportsignal“, sogenannten zellpenetrierenden Peptiden, versehen, die ihm helfen, direkt in Schleimhautzellen der Lunge einzudringen. Dort bindet der Nanobody an das defekte Kanal-Protein und hilft ihm, die richtige Form anzunehmen.&nbsp;</p>
<p>Die Forschenden konnten zeigen, dass sich der Nanobody in Zellen, die von Mukoviszidose-Patient:innen stammten, über mindestens 24 Stunden an den mutierten CFTR-Kanal heftete. Die Zellen schädigte er dabei nicht. Funktionelle Untersuchungen belegten zudem, dass der korrigierte Kanal wieder Chlorid über die Zellmembran transportierte.</p>
<h6><strong>Kombination aus Dreifachtherapie und Nanobody</strong></h6>
<p>In Kombination mit der etablierten ETI-Dreifachtherapie zeigte der Nanobody in diesen Zellkulturen einen ausgeprägten Synergieeffekt: Während die ETI-Wirkstoffe die Funktion des defekten CFTR-Kanals im Mittel etwa zur Hälfte wiederherstellten, ließ sich die Kanal-Aktivität durch die zusätzliche Gabe des Nanobodys auf knapp 90 Prozent des Normalniveaus steigern.&nbsp;</p>
<p>Damit zeigt die Studie, dass von außen zugegebene, zellgängige Nanobodys krankheitsrelevante, fehlgefaltete Proteine im Inneren von Zellen stabilisieren und ihre Funktion wiederherstellen können. „Es handelt sich, neben dem präklinischen Machbarkeitsnachweis einer Reparatur des CFTR-Kanals, um das erste Beispiel eines funktionalen zellpermeablen Antikörpers: Bisher wurden zellgängige Nanobodys vor allem zum Sichtbarmachen intrazellulärer Zielstrukturen oder zur gezielten Abtötung von Zellen eingesetzt“, sagt Prof. Dr. Christian Hackenberger.</p>
<p>„Da die Nanobodys direkt im Bereich der F508del-Mutation binden, ermöglichen sie es, die Reifungsstörung der CFTR-Kanäle noch gezielter zu behandeln“, sagt Prof. Dr. Marcus Mall. „Durch diesen neuen Wirkmechanismus lässt sich die CFTR-Funktion in Kombination mit den bestehenden CFTR-Modulatoren deutlich besser korrigieren. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit diesem neuen Ansatz sogar eine vollständige Normalisierung der CFTR-Funktion möglich ist. Dies wäre ein weiterer Durchbruch für die Therapie der Mukoviszidose.“&nbsp;</p>
<p>Damit eröffnet die Arbeit neue Möglichkeiten, die Behandlung von Mukoviszidose weiter zu verbessern – und legt zugleich den Grundstein für breitere therapeutische Anwendungen.</p>
<h6><strong>Perspektiven über Mukoviszidose hinaus</strong></h6>
<p>Bis zu einer klinischen Anwendung des Ansatzes bei Mukoviszidose müssen jedoch noch zentrale Fragen gelöst werden, etwa eine geeignete Formulierung für eine inhalative Anwendung und eine effiziente Durchdringung des zähen CF-Schleims. Zudem ist noch unklar, wie der Nanobody im Körper wirkt und wie das Immunsystem auf eine Nanobody-Behandlung reagiert. Diese Herausforderungen werden aktuell im Sonderforschungsbereich 1449 „Dynamische Hydrogele an Biogrenzflächen“ bearbeitet, in dessen Rahmen auch die aktuellen Ergebnisse entstanden sind.&nbsp;</p>
<p>Der Ansatz einer&nbsp;intrazellulären Nanobody-Therapie könnte jedoch auch über Mukoviszidose hinaus bei anderen seltenen genetischen Krankheiten hilfreich sein, bei denen Proteinfehlfaltung eine Rolle spielt und für die es bisher kaum wirksame Behandlungen gibt.&nbsp;</p>
<h6><strong>Über Mukoviszidose</strong></h6>
<p>Mukoviszidose oder Cystische Fibrose ist eine der häufigsten tödlich verlaufenden Erbkrankheiten weltweit. In Deutschland sind bis zu 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene davon betroffen. Durch eine Störung des Salz- und Wasserhaushalts im Körper bildet sich bei Mukoviszidose-Betroffenen ein zähflüssiges Sekret, das Organe wie die Lunge und die Bauchspeicheldrüse schädigt. Das führt zu einem fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion und Atemnot, was die Lebenserwartung trotz verbesserter Behandlungsansätze noch immer deutlich senkt. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 150 bis 200 Kinder mit der seltenen Krankheit geboren. Ein Test auf Mukoviszidose ist Teil des Neugeborenen-Screenings.</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>Franz, L., Rubil, T., Balázs, A., Overtus, M., Kemnitz-Hassanin, K., Govaerts, C., Mall, M. A., &amp; Hackenberger, C. P. R.. A cell-permeable nanobody to restore F508del cystic fibrosis transmembrane conductance regulator activity. <em>Nature Chemical Biology 2026</em>. <a href="https://www.nature.com/articles/s41589-026-02199-w" target="_blank" rel="noreferrer">doi: 10.1038/s41589-026-02199-w</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://leibniz-fmp.de/de/newsroom/news/detail/grundlegend-neuer-therapieansatz-gegen-mukoviszidose-nanobody-repariert-zelldefekt" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 30 Apr 2026 10:12:00 +0200</pubDate>
                        <title>Ernte vor der Haustür</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/gemuese-vor-der-haustuer</link>
                        <description>Brachflächen, Hausgärten und Dächer bleiben in Europas Städten vielerorts ungenutzt. Dabei könnten sie als Anbaufläche jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Gemüse liefern.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Eine neue Studie von Forschern aus den Niederlanden und Deutschland kommt zu dem Ergebnis, dass urbane Landwirtschaft in europäischen Städten jährlich bis zu 20&nbsp;Millionen Tonnen Gemüse produzieren könnte. Dies entspräche etwa einem Drittel der derzeitigen Gemüseproduktion in der Region. Die in der Fachzeitschrift „Sustainable Cities and Society“ veröffentlichte Studie analysiert systematisch das Potenzial urbaner Landwirtschaft für 840&nbsp;Städte in 30&nbsp;europäischen Ländern.</p>
<p>Erstautor Stepan Svintsov vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), fasst zusammen: <em>„Mithilfe eines GIS-basierten Analyseansatzes haben wir untersucht, wie ungenutzte Flächen wie Dächer, Hausgärten, Grünflächen und unbebaute städtische Grundstücke in produktive Gemüseanbauflächen umgewandelt werden könnten. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass sich dadurch 28&nbsp;Prozent des Gemüsebedarfs von 190&nbsp;Millionen Europäern decken ließen.“</em></p>
<h6><strong>Versteckte Potenziale der Nahrungsmittelproduktion erschließen</strong></h6>
<p>In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler die Verfügbarkeit von Stadt- und Dachflächen wie Gärten und Dachbeeten, die für den einfachen Gemüseanbau mit Erde im Freiland geeignet sind. Nicht berücksichtigt wurden Hightech-Systeme wie Hydrokultur oder vertikale Landwirtschaft. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in europäischen Städten zwischen 4.500 und 7.500&nbsp;Quadratkilometer Fläche für die Landwirtschaft genutzt werden könnten. Das ist mehr als die Fläche bzw. die doppelte Fläche der Insel Mallorca (3.640 bzw. 7.280 Quadratkilometer).</p>
<p><em>„Die urbane Landwirtschaft könnte lokale Ernährungssysteme erheblich stärken, die Widerstandsfähigkeit von Städten verbessern und die mit dem Fernverkehr von Lebensmitteln verbundenen Umweltauswirkungen verringern“</em>, erklärt Mitautor Prajal Pradhan, Professor an der Universität Groningen in den Niederlanden. Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse betont er: <em>„Die urbane Landwirtschaft sollte als ergänzender Bestandteil bestehender Ernährungssysteme betrachtet werden und nicht als vollständiger Ersatz für die traditionelle Landwirtschaft.“</em></p>
<p>Die Autoren führen aus, dass das Potenzial urbaner Landwirtschaft je nach Faktoren wie städtische Dichte, Verfügbarkeit von Flächen, Klima, Wasserverfügbarkeit sowie städtebaulichen Richtlinien und Vorschriften stark variiert. So können beispielsweise südeuropäische Städte mit Wasserknappheit konfrontiert sein, während nordeuropäische Städte durch kürzere Vegetationsperioden und geringere Sonneneinstrahlung gekennzeichnet sind.</p>
<h6>Förderung nachhaltiger Städte und der Vision der „15-Minuten-Stadt“</h6>
<p>Die Studie verbindet die urbane Landwirtschaft zudem mit neuen städtebaulichen Konzepten wie der „15-Minuten-Stadt“, in welcher Bewohnerinnen und Bewohner wichtige Dienstleistungen, darunter frische Lebensmittel, innerhalb kurzer Geh- oder Fahrradwege erreichen können.</p>
<p><em>„Durch die Integration der Landwirtschaft in die Stadtplanung könnten Städte den lokalen Zugang zu Lebensmitteln verbessern, den Transport von Lebensmitteln reduzieren, das Engagement der Gemeinschaft stärken und eine gesündere Ernährung fördern“</em>, erklärt Mitautor Diego Rybski vom IÖR. <em>„Mit durchdachter Planung und politischer Unterstützung könnten Dächer, Grünflächen und ungenutzte städtische Flächen zu wichtigen Bestandteilen der zukünftigen Lebensmittelinfrastruktur Europas werden.“</em></p>
<p>Durch die Kombination von hochauflösenden Landnutzungsdaten, Gebäudeflächen, Bevölkerungsdaten und Klimaklassifizierungen liefert die Studie eine der bislang umfassendsten Bewertungen des Potenzials urbaner Landwirtschaft in ganz Europa. Ihre Ergebnisse bieten wertvolle Erkenntnisse für die Stadtplanung, politische Entscheidungsträger sowie für Verfechter der Nachhaltigkeit, die die Nahrungsmittelproduktion in das Stadtbild integrieren möchten. <em>„Da Städte zunehmendem Druck durch den Klimawandel, Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und Bevölkerungswachstum ausgesetzt sind“</em>, so Prajal Pradhan, <em>„kann die urbane Landwirtschaft eine bedeutende Rolle beim Aufbau resilienterer und nachhaltigerer urbaner Ernährungssysteme spielen.“</em></p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Svintsov, S.; Pradhan, P.; Smith, T.; Rybski, D. (2026): Integrating agriculture into European urban landscapes matters: A systematic assessment. In: Sustainable Cities and Society, 107422. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br> DOI: <a href="https://doi.org/10.1016/j.scs.2026.107422" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>https://doi.org/10.1016/j.scs.2026.107422</strong></a></p>
<h6><strong>Weitere Informationen und Kontakt</strong></h6>
<p><a href="https://www.ioer.de/presse/aktuelles/landwirtschaft-in-staedten-koennte-rund-28-prozent-des-gemuesebedarfs-in-europa-decken" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 13:53:00 +0200</pubDate>
                        <title>Green Deal: Meilensteine bis 2040</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/schafft-europa-den-green-deal</link>
                        <description>Wie kann Europa die für 2050 beschlossene Klimaneutralität zu minimalen Kosten erreichen? Forschende haben es berechnet.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Energiewende, Verkehrswende, Wärmewende, Industriewende: Eine große Modellstudie gibt jetzt EU-weit und sektorspezifisch für Sektoren Orientierung für das nötige Tempo der Umstellung auf fossilfreie Technologien. Das Fazit stimmt zuversichtlich: Der EU Green Deal ist realistisch – und er macht den Alten Kontinent im Ergebnis stärker und unabhängiger von Öl- und Gaskrisen. Die Studie wurde erstellt am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und veröffentlicht in Nature Communications.</p>
<p>Um den Raum für sinnvolle Politik-Maßnahmen auszuleuchten, fokussiert das Forschungsteam auf die Frage: Wie kann die EU die für 2050 beschlossene Klimaneutralität 2050 zu minimalen Kosten erreichen? Es stützt sich auf das präzise Energie-Wirtschaft-Klima-Modell REMIND, rechnet zunächst ein Referenzszenario mit als besonders plausibel erachteten Annahmen durch und variiert dann zentrale Annahmen: wo die EU 2030 bei Emissionssenkung und Energieeffizienz steht; wie sich bis 2050 die Kosten bei Wind- und Solarkraft entwickeln; wie verfügbar Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe als fossilfreie Energieträger sind. Und wieviel Kapazität die EU für CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre schaffen kann, um schwer zu vermeidende Rest-Emissionen auszugleichen.<br> <br> Ein Ergebnis lautet: Die EU-Klimawende, zu minimalen Kosten und unter den plausibelsten Szenario-Annahmen, würde eine Minderung des Netto-Treibhausgas-Ausstoßes 2040 um 86 Prozent relativ zu 1990 erfordern. „Diese Zahl gründet sich allein auf die techno-ökonomische Optimierung des EU-Transformationspfads, ohne Berücksichtigung von Fragen zu fairer globaler Lastenverteilung“, sagt zur Einordnung PIK-Forscher Robert Pietzcker, ein Co-Autor der Studie.&nbsp;<br> <br> Der EU-Klimabeirat hatte eine Reduzierung um 90 bis 95 Prozent empfohlen – mit Blick sowohl auf das Mögliche als auch auf das, was im globalen Maßstab fair ist. Dabei stützte sich der Beirat auch auf vorläufige Ergebnisse von Szenarien aus der hier vorliegenden Studie. Die Empfehlung fand sich dann wieder im Vorschlag der EU-Kommission für ein Reduktionsziel von 90 Prozent. Um den Druck auf die Mitgliedstaaten etwas zu verringern, erlaubt man die Anrechnung von 5 Prozent Reduktion aus Projekten außerhalb der EU. „Unsere Ergebnisse zeigen nun: Die 85 Prozent EU-interne Reduktion stehen im Einklang mit einer kosteneffizienten Transformation zur Klimaneutralität 2050“, erklärt Pietzcker.</p>
<h6>Stromerzeugung aus Wind und Sonne muss sich versiebenfachen</h6>
<p>Um eine derart starke Emissionsminderung innerhalb von nur 14 Jahren zu realisieren, muss die EU-Politik ihren bisherigen Erfolg – 37 Prozent Emissionsminderung von 1990 bis 2024 – noch verdoppeln und die Transformation weiter beschleunigen. Als Orientierung für künftige Maßnahmen liefert das Forschungsteam „Meilensteine“ für 2040 bezogen auf einzelne Sektoren, basierend auf der Modellanalyse. Es weist sie als Punktwert aus (aus dem Referenzszenario mit den plausibelsten Annahmen) und als „Sensitivitätsbereich“ (über das gesamte Szenarienpaket hinweg mit den als noch sinnvoll erachteten variierten Annahmen).<br> <br> Zwei Säulen der Transformation sind der Ausbau von Strom aus erneuerbaren Energien sowie die Elektrifizierung von Energienachfrage. Im Referenzszenario muss die Stromerzeugung aus Wind und Sonne im Jahr 2040 siebenmal so hoch sein wie noch im Zeitraum von 2018 bis 2022 (Sensitivitätsbereich: vier- bis achtmal so hoch). Der Anteil von Elektrizität am Endenergieverbrauch, in den 2010er-Jahren noch ziemlich konstant bei 20 Prozent, muss bis 2040 auf 49 Prozent steigen (Bereich: 45 bis 59 Prozent).&nbsp;<br> <br> Eine Versiebenfachung des Stroms aus Wind und Sonne ist ambitioniert – aber sie könnte angesichts jüngster Erfahrungen durchaus machbar sein: Die erforderliche jährliche Wachstumsrate wurde im Zeitraum 2021 bis 2025 bereits erreicht, maßgeblich beschleunigt durch politische Maßnahmen zur Bewältigung der Energiekrise. Fortschritte gibt es auch bei der Verkehrswende: Der EU-Anteil von batterieelektrischen Autos an den Neuzulassungen stieg innerhalb von 6 Jahren von 2 Prozent (2019) auf 19 Prozent (2025), in Norwegen und Dänemark liegt er schon über 80 Prozent.</p>
<h6>Abhängigkeit von Gas- und Ölimporten sinkt um 60 Prozent</h6>
<p>Meilensteine liefert die Studie auch bezüglich der für Klimaneutralität unverzichtbaren – und bisher so gut wie gar nicht vorhandenen – Fähigkeit, CO₂ aus der Atmosphäre zurückzuholen und in geologischen Formationen dauerhaft zu speichern. Die Kapazitäten müssen von 2030 bis 2040 um jährlich 26 (Bereich: 16 bis 30) Prozent steigen, auf 188 (56 bis 257) Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr.<br> <br> „Der Weg hin zur EU-Klimaneutralität 2050 erscheint gangbar, wenn die EU jetzt die Etappe bis 2040 mit ambitionierter Politik gestaltet“, sagt Renato Rodrigues, PIK-Forscher und Leitautor der Studie. „Eine erfolgreiche Dekarbonisierung kann die EU wirtschaftlich stärker machen – und zudem strategisch unabhängiger.“<br> <br> Denn die Nachfrage sowohl nach Erdgas als auch nach Erdöl liegt 2040 im Referenzszenario der Modellanalyse um 60 Prozent niedriger als im Zeitraum 2018 bis 2022, erklärt Rodrigues. „Auch wenn die EU wohl weiterhin Energie-Importe braucht, etwa grünen Wasserstoff, Ammoniak oder E-Fuels, wären die Mengen deutlich geringer als bei den derzeitigen fossilen Brennstoffen. Die EU ist also weniger auf auswärtige Energieproduzenten angewiesen.“</p>
<h6>Artikel</h6>
<p>Rodrigues, R., Pietzcker, R., Sitarz, J., Merfort, A., Hasse, R., Hoppe, J., Pehl, M., Ershad, A., Muessel, J., Schreyer, F., Baumstark, L., Luder, G., (2026): 2040 greenhouse gas reduc-tion targets and energy transitions in line with the EU Green Deal. – <em>Nature Communications</em>. [DOI: 10.1038/s41467-026-71159-8]</p>
<p><a href="https://www.nature.com/articles/s41467-026-71159-8" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Zum Artikel</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/was-europa-bis-2040-schaffen-sollte" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
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                        <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 10:54:00 +0200</pubDate>
                        <title>Verkleinertes Erbgut</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/eine-neue-aehre</link>
                        <description>Durch gezielte Schnitte ins Erbgut ist es nun möglich, Chromosomen etwa in Weizen zu verkleinern oder zu entfernen. Ein Durchbruch, der die Pflanzenzüchtung grundlegend verändern könnte.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Einem Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) ist es erstmals gelungen, Chromosomen in Pflanzen mit großem Erbgut wie Weizen gezielt zu verkleinern oder sogar vollständig zu entfernen. Dazu setzten die Forscherinnen und Forscher mit der Genschere CRISPR/Cas an sich wiederholenden Abschnitten der DNA an. Die Ergebnisse der Studie, die heute im Fachmagazin „Plant Communications“ veröffentlicht worden sind, können die Züchtungsprozesse erheblich beschleunigen.</p>
<p>Während die gezielte Manipulation ganzer Chromosomen in Modellorganismen wie Arabidopsis thaliana bereits etabliert ist, stellte dies in Nutzpflanzen mit großen Genomen, wie beim Weizen, bisher eine enorme Herausforderung dar. Das IPK-Forschungsteam wollte herausfinden, ob sich häufig wiederholende DNA-Abschnitte, sogenannte Satelliten-DNA, als Ansatzpunkte für die CRISPR-Genschere eignen. Die Idee dahinter war: Wenn man viele dieser identischen Sequenzen gleichzeitig schneidet, kann dies das gesamte Chromosom beeinflussen. Das Team nutzte ein virusbasiertes System, um CRISPR-Komponenten in die Pflanzen zu übertragen. Mit diesem Ansatz umging das Forschungsteam langwierige, traditionelle Transformationsprozesse und ermöglichte hocheffiziente, chromosomale Veränderungen.</p>
<p>Dr. Jianyong Chen, der Erstautor der Studie, erklärt: „Unsere Forschung zeigt erstmals, dass Chromosomen durch gezielte Schnitte an Satelliten-DNA effizient verkleinert werden können.“ Dies ist ein bedeutender Fortschritt, da solche Veränderungen bislang nur zufällig auftraten. Man kann sich das wie ein Seil vorstellen: Schneidet man an mehreren Stellen gleichzeitig hinein, wird es instabil und reißt. Genau das passiert auch mit Chromosomen, wenn viele Schnitte gleichzeitig gesetzt werden.<br> In einigen Fällen führte die Methode sogar dazu, dass ganze Chromosomen verloren gingen. „Wenn zu viele Brüche entstehen, kann die Zelle das Chromosom nicht mehr reparieren und es geht vollständig verloren“, erklärt Prof. Dr. Andreas Houben, Leiter der IPK-Arbeitsgruppe „Chromosomenstruktur und Chromosomenfunktion“.</p>
<p>Fehlerhafte Reparaturprozesse können umgekehrt aber auch dazu führen, dass neue Chromosomenformen entstehen, sogenannte Isochromosomen. „Viele Schnitte bewirken, dass Chromosomen neu zusammengesetzt werden. Dabei können völlig neue Strukturen entstehen.“ Die Methode birgt also nicht nur das Potenzial, zu zerstören, sondern kann auch neue genetische Varianten schaffen. Diese neuen Varianten können eine Grundlage für die Züchtung neuer Weizensorten mit neuen, gewünschten Eigenschaften sein.</p>
<p>Die Studie zeigt, dass sich das Erbgut von Pflanzen viel gezielter verändern lässt, als bisher gedacht. Besonders spannend ist, dass ausgerechnet die Satelliten-DNA - lange Zeit nur als „genetischer Ballast“ betrachtet - eine Schlüsselrolle spielt und diese Bereiche hervorragende „Andockstellen“ für die modernen Züchtungswerkzeuge sind. Damit wird es möglich, die Struktur und Anzahl von Chromosomen von Nutzpflanzen mit riesigen&nbsp;Genomen effizient zu bearbeiten. Das ist die Schlüsselmethode, um künftig gezielt gewünschte Eigenschaften von wilden Verwandten in unseren modernen Weizen zu übertragen“, so die IPK-Wissenschaftler.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Chen et al. (2026): Satellite DNA-targeted CRISPR/Cas9-mediated editing enables chromosome truncation and elimination in wheat. Plant Communications. DOI: <a href="https://www.cell.com/plant-communications/fulltext/S2590-3462(26)00141-0" target="_blank" rel="noreferrer">10.1016/j.xplc.2026.101833</a>&nbsp;</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.ipk-gatersleben.de/fileadmin/content-presse/Pressemitteilungen/2026_PM_06_Weizen_dt__final.pdf" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 23 Apr 2026 13:41:00 +0200</pubDate>
                        <title>Konflikte kartiert</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/konflikte-kartiert</link>
                        <description>Karten interpretieren die Realität. Welche Entscheidungen hinter der Darstellung von Konflikten in Osteuropa stecken, macht ein neuer Online-Atlas sichtbar.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wie unterschiedlich sich Konflikte und Kooperationen visualisieren lassen, zeigt ein neuer Online-Atlas des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL). Die Plattform „Visualising Conflict/Peace“, entwickelt im Rahmen des Forschungsnetzwerks „Conflict and Cooperation in Eastern Europe (KonKoop)“, ist ab sofort online zugänglich.&nbsp;</p>
<p>Der englischsprachige Atlas versammelt Fallstudien aus dem östlichen Europa, dem Westbalkan, dem Südkaukasus und Zentralasien. Nutzerinnen und Nutzer können Konflikte und Friedensprozesse auf verschiedenen Ebenen erkunden, von lokalen Auseinandersetzungen bis hin zu internationalen Verflechtungen.</p>
<p>Besonderes Merkmal der Plattform ist ihre Transparenz: Sie macht sichtbar, wie die Karten entstanden sind. Welche Daten verwendet wurden, welche Entscheidungen in die Darstellung eingeflossen sind und wie unterschiedliche Perspektiven die Visualisierung prägen, lässt sich direkt nachvollziehen.</p>
<p>„Wir wollen zeigen, dass Karten keine neutralen Abbilder von Konflikten sind, sondern Interpretationen und zugleich Teil der politischen und gesellschaftlichen Realität, von der sie geprägt werden und die sie mitprägen", sagt IfL-Forscherin Dr. Mela Žuljević, die den Atlas maßgeblich mitentwickelt hat. „Gleichzeitig können die Darstellungen helfen, unterschiedliche Sichtweisen sichtbar zu machen und kritisches Nachdenken anzuregen.“</p>
<p>Der Atlas versteht sich als „lebendiges“ Projekt, das bewusst offen und erweiterbar angelegt ist. Er lädt dazu ein, Karten nicht nur zu nutzen, sondern auch zu hinterfragen.</p>
<p>Das Projekt entstand in Zusammenarbeit internationaler Forschenden aus Geographie, Politikwissenschaft, Geschichte und Anthropologie.</p>
<ul> 	<li>Der Atlas ist frei zugänglich unter <a href="https://visualisingconflictpeace.de/" title="open external link in a new tab" target="_blank" rel="noreferrer">https://visualisingconflictpeace.de</a></li> 	<li>Informationen zum KonKoop-Projekt gibt es unter <a href="https://konkoop.de" title="externen Link in neuem Tab öffnen" target="_blank" rel="noreferrer">https://konkoop.de</a></li> </ul>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://leibniz-ifl.de/presse/details/neuer-online-atlas-macht-konflikte-in-osteuropa-aus-verschiedenen-perspektiven-sichtbar" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Länderkunde</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 23 Apr 2026 09:41:06 +0200</pubDate>
                        <title>Podcast &quot;Tonspur Wissen&quot;: Forschungsdatengesetz</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/podcast-tonspur-wissen-forschungsdatengesetz</link>
                        <description>Deutschland nutzt seine Forschungsdaten zu wenig. Kann ein neues Gesetz das ändern?</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Gute Politikberatung braucht gute Daten. Doch in Deutschland dürfen Forschende viele davon nicht nutzen –&nbsp;und schon gar nicht miteinander verknüpfen. In Berlin liegt nun ein Gesetzentwurf auf dem Tisch, der das ändern soll. In dieser <a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/mediathek/podcast-tonspur-wissen" target="_blank">Podcast-Folge</a> spricht&nbsp;Moderatorin Ursula Weidenfeld mit <a href="https://www.leopoldina.org/mitglieder/mitgliederverzeichnis/detail/regina-t-riphahn" target="_blank" rel="noreferrer">Regina T. Riphahn</a> von der Nationalen Akademie der Wissenschaft Leopoldina, <a href="https://www.rwi-essen.de/rwi/team/person/kerstin-schneider" target="_blank" rel="noreferrer">Kerstin Schneider</a> vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und <a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/organisation/designierter-praesident" target="_blank">Christoph M. Schmidt</a>, dem designierten Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft über das Forschungsdatengesetz&nbsp;– und was es leisten müsste.</p>
<h6><strong>Podcast „Tonspur Wissen“</strong></h6>
<p>Der Podcast „Tonspur Wissen“ der Leibniz-Gemeinschaft wird gemeinsam mit der Rheinischen Post präsentiert. Das Format soll Wissenschaft anschaulich und verständlicher machen. Ziel ist es, aktuelle Themen mit Forschungsergebnissen zu verbinden. Moderiert wird der Podcast von Ursula Weidenfeld. Die Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Chefredakteurin der Zeitschrift „Impulse“ möchte mit ihren Fragen eine Brücke zwischen Alltagswelt und Spitzenforschung bauen. „Wir haben es verdient, Wissenschaft gut erklärt zu bekommen“, sagt sie. „Und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verdienen es, dass wir uns für ihre Arbeit interessieren.“</p>
<p><a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/mediathek/podcast-tonspur-wissen" target="_blank" class="internal">Zum Podcast "Tonspur Wissen"</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 22 Apr 2026 09:53:26 +0200</pubDate>
                        <title>Robuste Immunlage</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/corona-in-der-endemie</link>
                        <description>Neue Coronavirus-Varianten stoßen zunehmend auf eine globale Immunität, die sie nur schwer noch überwinden können.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die WHO hat den Gesundheitsnotstand, der mit der COVID-19 Pandemie verbunden war, im Jahr 2023 für beendet erklärt, da die meisten Personen aufgrund von Impfung und/oder Infektion einen Immunschutz gegen das Virus aufgebaut hatten. Das Virus hat aber auch nach 2023 ständig neue Varianten hervorgebracht, die sich der Antikörperantwort entzogen und weltweit ausgebreitet haben. Dieses Muster könnte sich nun nachhaltig verändern. Infektionsforscher*innen am Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen haben herausgefunden, dass die zuletzt dominierenden Varianten nicht durch eine neue, sich rasch weltweit ausbreitende Variante ersetzt werden. Stattdessen breitet sich eine ungewöhnliche Variante relativ langsam aus, BA.3.2. Diese Variante ist nicht in allen Ländern erfolgreich, infiziert allerdings häufig Kinder. Diese Beobachtungen weisen darauf hin, dass sich durch Impfung und Infektionen eine komplexe Immunität aufgebaut haben könnte, die neue Varianten nur schwer durchbrechen können.</p>
<h6 class="element-header ">Ein neues Muster: Vom schnellen Austausch zur parallelen Ausbreitung</h6>
<p>Seit dem Jahr 2020 haben sich neue SARS-CoV-2-Varianten in schneller Folge entwickelt, die jeweils die vorherigen dominierenden Stämme ablösten. Doch diese Dynamik könnte sich nun ändern. Die zuletzt dominierenden Varianten NB.1.8.1 und XFG wurden nicht, wie erwartet, von einer neuen, global dominierenden Variante abgelöst. Stattdessen breitet sich die Variante BA.3.2, auch als „Zikade" bezeichnet, langsam aber kontinuierlich aus.&nbsp;</p>
<p>BA.3.2, die erstmals im November 2024 in Südafrika nachgewiesen wurde, zeichnet sich durch ungewöhnliche Eigenschaften aus: Im Gegensatz zu früheren Varianten breitet sie sich parallel zu existierenden Varianten aus. In einigen europäischen Ländern sowie in bestimmten Bundesstaaten Australiens hat sie eine dominante Rolle eingenommen, während sie in anderen Regionen weniger erfolgreich ist.</p>
<h6 class="element-header ">Was bedeutet das für die Pandemie?</h6>
<p>Die Beobachtungen der Forschenden deuten auf einen bedeutenden Wandel hin: &nbsp;Erstmals könnte eine erfolgreiche Variante nicht von einer neuen, global dominierenden Variante abgelöst werden, stattdessen zirkulieren mehrere Varianten gleichzeitig. „Dies könnte darauf hindeuten, dass der Immunschutz, der durch Impfungen und vorherige Infektionen entstanden ist, nur schwer von neuen Varianten überwunden werden kann“, erklärt Stefan Pöhlmann, Hauptautor der Studie. „Die parallele Ausbreitung mehrerer Varianten könnte darauf hindeuten, dass das Infektionsgeschehen in eine endemische Phase übergeht - also in ein dauerhaftes Vorkommen des Virus in der Bevölkerung, bei dem keine weltweit gleichzeitig auftretenden Infektionswellen mehr zu erwarten sind, sondern eher regionale und zeitlich versetzte Ausbrüche.“</p>
<h6 class="element-header ">Eine unerwartete Beobachtung: Kinder als häufigere Infektionsfälle</h6>
<p>Ein Vergleich der relativen Infektionsfrequenz verschiedener Altersgruppen durch aktuell zirkulierende SARS-CoV-2 Varianten zeigte, dass BA.3.2 Kleinkinder deutlich häufiger infiziert als die anderen Varianten. In Schottland und England, wo sich die Variante stark ausgebreitet hat, wurde ein Anstieg der COVID-19-Fälle bei Kindern verzeichnet – bei älteren Personen hingegen blieben die Fallzahlen stabil. Die Gründe für diese ungewöhnliche Präferenz sind bisher unbekannt.&nbsp;</p>
<h6 class="element-header ">Die Bedeutung der Studie</h6>
<p>Die Ergebnisse von Lu Zhang, Markus Hoffmann und Stefan Pöhlmann am Deutschen Primatenzentrum werfen ein neues Licht auf die Dynamik der COVID-19-Pandemie. Sie legen nahe, dass die globale Immunität, die durch Impfungen und vorherige Infektionen entstanden ist, von neuen Varianten nur noch eingeschränkt durchbrochen werden kann.&nbsp;<br> Diese Ergebnisse und die Einschätzung ihrer Bedeutung durch die Forschenden wurde in der internationalen Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases im Rahmen eines Kommentarartikels veröffentlicht.</p>
<h6>Originalveröffentlichung</h6>
<p>Lu Zhang, Markus Hoffmann, Stefan Pöhlmann. Does BA.3.2 epidemiology imply a change in SARS-CoV-2 evolution? The Lancet Infectious Diseases, Published Online April 17, 2026 <a href="https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(26)00192-1/fulltext" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(26)00192-1/fulltext</a>&nbsp;</p>
<p>Kommentarartikel werden von Fachleuten auf dem jeweiligen Gebiet verfasst und geben deren eigene Ansichten wieder, die nicht notwendigerweise den Ansichten von The Lancet oder einer der Fachzeitschriften aus der Lancet-Gruppe entsprechen.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.dpz.eu/im-dialog/news/artikel/mehr-immunschutz-weniger-dominanz-neue-phase-der-corona-entwicklung" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Deutschen Primatenzentrums - Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Deutsches Primatenzentrum GmbH - Leibniz-Institut für Primatenforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 21 Apr 2026 13:01:00 +0200</pubDate>
                        <title>Auf den Geschmack gekommen</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/auf-den-geschmack-gekommen</link>
                        <description>Frisch schmeckt Leinöl mild, beim Lagern wird es rasch bitter. Mithilfe von Bleicherde lässt sich das verhindern, wie eine Studie zeigt.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wie lässt sich der milde Geschmack von Leinöl länger erhalten? Ein Forschungsteam um Roman Lang vom Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München ist dieser Frage nachgegangen. Wie das Team in seiner aktuellen Studie zeigt, lassen sich mithilfe von Bleicherde (Magnesium-Aluminium-Silikat) natürliche Vorstufen von Bitterstoffen schonend aus dem Öl entfernen. Dadurch bilden sich während der Lagerung deutlich weniger Bitterstoffe und das Leinöl bleibt länger geschmacklich stabil. Der besondere Vorteil: Der hohe Gehalt an gesundheitlich wertvollen Fettsäuren sowie der typische Charakter des Öls bleiben trotz der Reinigung erhalten.</p>
<p>Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, gesättigte Fettsäuren in der Ernährung zugunsten mehrfach ungesättigter Fettsäuren zu reduzieren, da dies helfen kann, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken und das Risiko für koronare Herzkrankheiten zu verringern. Leinöl kann hierzu einen Beitrag leisten, denn es ist besonders reich an der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure.</p>
<p>Allerdings hat Leinöl einen Nachteil: Während es frisch angenehm mild schmeckt, entwickelt es während der Lagerung rasch bittere Noten und wird schließlich ungenießbar. Frühere Untersuchungen des Leibniz-Instituts und der Technischen Universität München hatten bereits gezeigt, dass sogenannte Cyclolinopeptide für diese Geschmacksveränderung verantwortlich sind. Diese natürlicherweise im Öl enthaltenen Peptide oxidieren im Verlauf der Lagerung zu stark bitter schmeckenden Substanzen.</p>
<p>„Wir sind daher der Frage nachgegangen, ob sich die Geschmacksstabilität von Leinöl verbessern lässt, wenn man diese Cyclolinopeptide gezielt entfernt“, erklärt Studienleiter Roman Lang. Um diese Hypothese zu überprüfen, testete das Forschungsteam acht mineralische Reinigungsmittel, die zur Raffination von Speiseölen zugelassen sind, darunter auch Bleicherde.</p>
<h6><strong>Erfolgreiche Anwendung im Labormaßstab</strong></h6>
<p>Im Labormaßstab ist es dem Forschungsteam des Leibniz-Instituts nun gelungen, die natürlichen Bitterstoffvorstufen mithilfe von Magnesium-Aluminium‑Silikat gezielt zu reduzieren. Vermischten die Forschenden 200 Gramm Öl mit 10 Gramm des natürlichen Minerals, rührten es für 20 Minuten bei 30 °C und trennten das Mineral durch Zentrifugieren wieder ab, sank im Öl der Gehalt an Cyclolinopeptiden um mehr als 80 Prozent. Dabei blieben die Farbe, der Geruch und das Fettsäureprofil des Öls weitgehend unverändert.</p>
<p>Sensorische Tests bestätigten anschließend den Erfolg des neuen Forschungsansatzes: Während das unbehandelte Leinöl bereits zu Beginn eine spürbare Bitterkeit aufwies, schmeckte das behandelte kaum bitter. Auch über längere Zeit blieb der Geschmacksvorteil des behandelten Öls bestehen.</p>
<p>Wie das Forschungsteam weiter berichtet, nahm die Bitterkeit zwar in beiden Proben nach neun Wochen Lagerung unter Lichtausschluss zu, jedoch erreichte das behandelte Öl lediglich das Bitterkeitsniveau eines frischen, unbehandelten Öls. Selbst bei Raumtemperatur, unter UV-Lichteinstrahlung und Luftzufuhr blieb das mit Bleicherde gereinigte Öl länger mild und wies deutlich geringere Konzentrationen bitterer Oxidationsprodukte auf.</p>
<h6><strong>Potenzial für nachhaltigere Lebensmittelproduktion</strong></h6>
<p>Angesichts der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, bietet der neue Forschungsansatz eine gute Basis, um die sensorische Haltbarkeit von Leinöl zu verlängern und die Verbraucherakzeptanz zu erhöhen – und das ohne den Zusatz von Chemikalien oder eine aufwendige Raffination.</p>
<p>Die Forschenden sehen in der Reduktion der Cyclolinopeptide einen nachhaltigen Ansatz zur Abfallvermeidung aufgrund der verlängerten Haltbarkeit. In weiteren Studien wollen sie die optimale Kombination der eingesetzten Materialien sowie den Einfluss von Behandlungsdauer und Temperatur auf die Cyclolinopeptid‑Rückstände und die Stabilität der mehrfach ungesättigten Fettsäuren untersuchen, um den Reinigungsprozess gezielt weiterzuentwickeln.</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>Zavrak, S., Graßl, A., and Lang, R. (2026). Removal of cyclolinopeptides leads to reduced bitter taste of flaxseed oil. Appl Food Res. 10.1016/j.afres.2026.101777. <a href="https://doi.org/10.1016/j.afres.2026.101777" title="Persistent link using digital object identifier" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.afres.2026.101777</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-lsb.de/presse-oeffentlichkeit/pm-20260420-pressemitteilung-leinoel-geschmacksstabilitaet-haltbarkeit-erhoeht" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (LSB) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 15 Apr 2026 10:21:00 +0200</pubDate>
                        <title>Steinzeit-Küche</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/jagd-auf-sumpfschildkroeten</link>
                        <description>Obwohl Großwild verfügbar war, jagten Neandertaler auch Schildkröten: Ihr Panzer diente ihnen offenbar als Schöpflöffel.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Neandertaler jagten in Mitteleuropa Sumpfschildkröten – allerdings wahrscheinlich nicht, um sich von ihnen zu ernähren, sondern möglicherweise, um Schöpflöffel aus ihren Panzern herzustellen. Das berichtet ein internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser, tätig am Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und am Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution, MONREPOS / LEIZA, Prof. Dr. Will Roebroeks von der Universiteit Leiden in den Niederlande und Dr. Lutz Kindler vom MONREPOS / LEIZA im Fachjournal Scientific Reports.</p>
<p>Die Forschenden hatten Stücke von rund 125.000 Jahre alten Schildkrötenpanzern (Emys orbicularis) untersucht, die in der weltbekannten altsteinzeitlichen Fundstätte Neumark-Nord im heutigen Sachsen-Anhalt entdeckt worden waren. Wie sie unter anderem durch hochauflösende 3-D-Scans herausfanden, weisen viele der 92 Stücke Schnittspuren an der Innenseite auf, die darauf hindeuten, dass die Schildkröten von Neandertalern sorgfältig geschlachtet, dass Gliedmaßen abgetrennt, innere Organe entfernt und die Panzer gründlich gesäubert wurden. "Unsere Daten liefern den ersten Nachweis dafür, dass Neandertaler auch nördlich der Alpen, jenseits des Mittelmeerraums, gezielt Schildkröten jagten und verwerteten", erklärt Gaudzinski-Windheuser.</p>
<h6><strong>Leicht zu fangen, vielleicht von Kindern gejagt</strong></h6>
<p>Die Forschenden gehen davon aus, dass die Schildkröten nicht als Nahrungsquelle dienten. "Das können wir durch die Fülle von Überresten großer, ertragreicher Beutetiere an diesem Ort so gut wie ausschließen. Dort herrschte wahrscheinlich ein völliger Kalorienüberschuss", so Gaudzinski-Windheuser. Insgesamt sind in Neumark-Nord bereits weit mehr als Hunderttausend Tierknochen oder Fragmente davon gefunden worden, darunter etliche Knochen von Hirschen, Rindern und Pferden und auch von den größten damals lebenden Landsäugetieren, den Europäischen Waldelefanten (<em>Palaeoloxodon antiquus</em>), die mehr als zehn Tonnen wiegen konnten. Im vergangenen Jahr hatten Gaudzinski-Windheuser, Kindler und Roebroeks davon berichtet, dass Neandertaler dort eine Art "Fettfabrik" betrieben, in der systematisch das Fett aus den Knochen von Großsäugern gewonnen wurde.</p>
<p>"Sumpfschildkröten haben mit ihrem Gewicht von rund einem Kilogramm einen vergleichsweise geringen Nährwert", gibt Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser zu bedenken. "Allerdings sind sie relativ leicht zu fangen und wurden deshalb vielleicht von Kindern gejagt. Ihre Panzer wurden dann vielleicht zu Werkzeugen, etwa Schöpflöffeln, verarbeitet." Möglich sei auch, dass Sumpfschildkröten wegen ihres Geschmacks oder wegen eines vermeintlich medizinischen Nutzens gejagt worden seien. Das legten Erkenntnisse über spätere Naturvölker nahe. "Unsere aktuellen Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die ökologische Flexibilität und die komplexen Überlebensstrategien des Neandertalers, die weit über reine Kalorienmaximimierung hinausgingen", so Gaudzinski-Windheuser.</p>
<p>Die nun in <em>Scientific Reports</em> veröffentlichte Studie ist die jüngste in einer Reihe laufender wissenschaftlicher Analysen von Fundmaterial aus dem ehemaligen Braunkohletagebau Neumark-Nord. Die Forschungsprojekte werden von einem gemeinsamen Team des Archäologischen Forschungszentrums und Museums für menschliche Verhaltensevolution MONREPOS in Neuwied – einer Einrichtung des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) – der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Leiden durchgeführt. Ermöglicht werden sie durch die kontinuierliche Unterstützung des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>S. Gaudzinski-Windheuser et al., Shell game: Neanderthal use of the European pond turtle (<em>Emys orbicularis</em>) in the Last Interglacial landscape of Neumark-Nord (Germany), <em>Scientific Reports </em>16: 8628, 8. April 2026,<br> <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-026-42113-x" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>DOI: 10.1038/s41598-026-42113-x</strong></a></p>
<h6><strong>Weitere Informationen und Kontakt&nbsp;</strong></h6>
<p><a href="https://www.leiza.de/aktuelles/nachricht/neandertaler-in-mitteleuropa-jagten-sumpfschildkroeten" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Leibniz-Zentrum für Archäologie</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7402</guid>
                        <pubDate>Mon, 13 Apr 2026 18:18:00 +0200</pubDate>
                        <title>Psychosoziale Hilfe für Geflüchtete</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/niedrigschwellige-hilfe-fuer-gefluechtete</link>
                        <description>Krieg, Verfolgung, Gewalt: Viele Geflüchtete tragen schwere psychische Lasten. Ob das WHO-Programm „Problem Management Plus“ in Deutschland helfen kann, wird nun erprobt.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Geflüchtete Menschen haben oft schwerste Traumata erlebt. Krieg, Verfolgung, Gewalt, der Verlust von Angehörigen – viele tragen seelische Wunden, die lange unsichtbar bleiben. Genau hier setzt das neue Projekt HOME an: Gemeinsam mit dem Bremer Behandlungszentrum REFUGIO will das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS prüfen, ob eine von der Weltgesundheitsorganisation entwickelte Intervention Geflüchteten in Deutschland wirksam helfen kann.<em> </em></p>
<p>Im Zentrum steht „Problem Management Plus“ (PM+), ein niedrigschwelliges, präventives Unterstützungsangebot. Es richtet sich an Menschen, die nicht schwer psychisch erkrankt sind, aber besondere psychische Belastungen zu bewältigen haben und denen bislang ein Zugang zu Therapie oder Beratung fehlt. Das Besondere: PM+ wird von geschulten Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren durchgeführt, die die Sprache der Teilnehmenden sprechen. Internationale Studien zeigen, dass das Programm Symptome von Depression, Angst und Stress deutlich reduzieren kann. In Deutschland gibt es jedoch bislang keine nachhaltige Implementierung.</p>
<h6>Bremen als Vorbild</h6>
<p>Mit HOME soll sich das ändern. Das Projekt untersucht nicht nur, ob PM+ in Bremen wirksam eingesetzt werden kann, sondern auch, wie sich das Konzept an die hiesigen Versorgungsstrukturen anpassen lässt. Zudem sollen Barrieren und förderliche Faktoren identifiziert und konkrete Implementationsleitfäden entwickelt werden. Dies könnte als Grundlage dienen, um es auf andere Regionen in Deutschland auszuweiten.<br> „PM+ ist international gut evaluiert und in Ländern wie der Schweiz bereits etabliert. Wir freuen uns sehr, dieses Konzept nun auch in Deutschland wissenschaftlich zu erproben und zu prüfen, wie es sich nachhaltig in bestehende Strukturen integrieren lässt“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Daniela Fuhr vom BIPS.</p>
<h6>Großer Bedarf an psychologischer Unterstützung</h6>
<p>Projektpartner ist <a href="https://www.refugio-bremen.de/" target="_blank" rel="noreferrer">REFUGIO Bremen</a>, ein psychosoziales Zentrum für Geflüchtete mit jahrzehntelanger Erfahrung. Seit 1989 unterstützt der gemeinnützige Verein Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Diskriminierung geflohen sind. „Wir erleben täglich, wie groß der Bedarf an psychologischer Unterstützung ist und wie schwer es für viele Betroffene ist, Hilfe zu bekommen“, sagt Marc Millies, Leitung Kommunikation und Verwaltung bei REFUGIO Bremen. „Die Zusammenarbeit im Projekt HOME bietet die Chance, ein wirksames, sprachsensibles Angebot strukturell zu verankern und damit Menschen zu erreichen, die bislang durchs Raster fallen.“<br> <br> Das Projekt HOME läuft vom Oktober 2025 bis September 2028 und wird kofinanziert von der Europäischen Union. Anmeldungen für das Programm sind ab dem 08. April 2026 möglich. Weitere Informationen zu dem Projekt finden sich <a href="https://www.bips-institut.de/medien/einzelansicht/niederschwellige-psychosoziale-hilfe-forschungsprojekt-home-bringt-who-intervention-nach-deutschland.html" target="_blank" rel="noreferrer">hier</a>.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.bips-institut.de/medien/einzelansicht/niederschwellige-psychosoziale-hilfe-forschungsprojekt-home-bringt-who-intervention-nach-deutschland.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS</a></p>

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                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7401</guid>
                        <pubDate>Mon, 13 Apr 2026 17:31:00 +0200</pubDate>
                        <title>Klimaintelligente Landwirtschaft</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/klimaintelligente-landwirtschaft</link>
                        <description>Afrikas Landwirtschaft leidet unter dem Klimawandel. Eine Analyse von knapp 300 Agrarbetrieben untersucht, inwieweit klimaintelligente Anbaumethoden die Ernährungssicherheit verbessern.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der IAMO Policy Brief 49 untersucht, ob und inwieweit die Einführung klimaintelligenter landwirtschaftlicher Praktiken die Ernährungsunsicherheit in Afrika verringert. Die Erkenntnisse beruhen auf einer empirischen Forschungsstudie des IAMO unter Agrarbetrieben im Senegal, in Ägypten und Marokko.</p>
<p>Die Landwirtschaft spielt nach wie vor eine zentrale Rolle für die Lebensgrundlagen und die Wirtschaft in Afrika. Gleichzeitig ist der Sektor mit wiederkehrenden Nahrungsmittelengpässen und begrenzten Anpassungsfähigkeiten an klimabedingten Auswirkungen konfrontiert, was den Fortschritt bei der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (sog. United Nations Sustainable Development Goals - SDGs) behindert.<br> <br> Der Klimawandel hat die Gefährdung der afrikanischen Agrarsysteme weiter verschärft, insbesondere da ein Großteil der Landwirtschaft in der Region nach wie vor überwiegend regenabhängig und sehr empfindlich gegenüber sowohl natürlichen Klimaschwankungen als auch anthropogenen Klimaveränderungen ist. Klimaintelligente Landwirtschaft (sog. Climate-Smart Agriculture - CSA) gilt weithin als vielversprechender Ansatz, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig die Produktivität und die Umweltintegrität zu erhalten. Obwohl es eine breite Palette von klimaintelligenten landwirtschaftlichen Praktiken gibt, die von internationalen Organisationen wie der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltbank gefördert werden, ist die Akzeptanz bei den Landwirten und Landwirtinnen nach wie vor gering, und es ist noch nicht vollständig geklärt, wie diese Praktiken die Ernährungssicherheit in Afrika beeinflussen.<br> <br> Der IAMO Policy Brief 49 soll diese Lücke schließen, indem er untersucht, ob und inwieweit die Einführung klimaintelligenter landwirtschaftlicher Praktiken die Ernährungsunsicherheit bei 287 landwirtschaftlichen Haushalten im Senegal, in Ägypten und in Marokko verringert. Es werden acht klimaintelligente Anbaumethoden bewertet und ihre Auswirkungen auf die Ernährungsunsicherheit unter Verwendung des Marginal-Treatment-Effect-Modells (MTE) geschätzt. Die Ergebnisse liefern Erkenntnisse als Grundlage für politische Maßnahmen und Interventionen, die darauf abzielen, eine resiliente, nachhaltige und ernährungssichere Landwirtschaft zu stärken<br> <br> Der IAMO Policy Brief 49 „Adopting climate-smart agriculture to enhance food security: empirical evidence from African farms” ist in der englischen und französischen Sprache erschienen. Die Ausgaben können auf der folgenden Webseite kostenfrei heruntergeladen werden: <a href="https://www.iamo.de/iamo-policy-briefs" target="_new" rel="noreferrer">https://www.iamo.de/iamo-policy-briefs</a>.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p><a href="https://www.iamo.de/fileadmin/documents/IAMOPolicyBrief49_en.pdf" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">IAMO Policy Brief 49 (PDF) </a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.iamo.de/presse/pressemitteilungen/artikel/verbesserung-der-ernaehrungssicherheit-durch-klimaintelligente-anbaumethoden-in-afrika" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien </category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7379</guid>
                        <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 10:12:00 +0200</pubDate>
                        <title>Einsatzbereit fürs Kulturerbe</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/international-einsatzbereit-fuer-kulturerbe</link>
                        <description>Überschwemmungen, Brände, Erdbeben und andere zivile Krisen bedrohen weltweit das Kulturerbe. Mit dem Projekt KulturGutRetter kann Deutschland jetzt schnell Hilfe leisten.&amp;nbsp;</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn irgendwo auf der Welt Kulturerbe durch Überschwemmungen, Brände, Erdbeben oder andere zivile Krisen bedroht ist, muss schnell und effektiv Hilfe geleistet werden. Deshalb hat das Deutsche Archäologische Institut (DAI) im Projekt KulturGutRetter zusammen mit der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und dem Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) eine derzeit einzigartige Kapazität aufgebaut: die Auslandseinsatzeinheit „Cultural Heritage Response Unit“ (CHRU). Sie kann im Rahmen der internationalen Katastrophenhilfe zur Notversorgung von z. B. Museen, Baudenkmälern, Sammlungen oder Archiven im Katastrophenfall beitragen.</p>
<p>Die neue Einheit ist nun offiziell im EU-Katastrophenschutzverfahren registriert und damit als einsatzbereit gemeldet. Im Fall von Natur- oder durch Menschen verursachte Katastrophen kann Deutschland nach einem internationalen Hilfsersuchen bei der Notversorgung von bedrohtem Kulturerbe weltweit Hilfe leisten. Nach Annahme des Hilfsangebots durch das betroffene Land kann die CHRU gemäß EU-Standards innerhalb von 96 Stunden entsendet werden. Der Einsatz der Einheit erfolgt in der Regel erst nach Abschluss der lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Im Vollbetrieb umfasst die CHRU ein 43-köpfiges Team sowie 18 Tonnen Material, ausgelegt für Einsätze von mindestens 10 Tagen.</p>
<p>Zur Durchführung ihrer Einsätze verfügt die CHRU über spezialisierte Ausstattung zum Schutz von Kulturgut. Für immobiles Kulturgut – wie historische Gebäude oder Denkmäler – stehen Materialien zur Reinigung, Dekontamination und Objektstabilisierung bereit. Für mobile Güter – wie bspw. Sammlungen – hat das LEIZA im Rahmen des Projekts KulturGutRetter ein mobiles Notfalllabor entwickelt: „Durch die in den letzten Jahren durchgeführten Ausbildungen und Erprobungen und die für den Einsatz artikulierten minimalen Standards zur Handhabung von Kulturgütern sind die KulturGutRetter-Freiwilligen und Einsatzkräfte gut gerüstet, jederzeit in den Kulturgutschutz entsendet zu werden. Außerdem wurden die Module des Notfalllabors und das dazugehörige Equipment für die Einheit mobiles Kulturgut nach mehreren Tests überarbeitet und sind jetzt fit für den Ernstfall,“ erläutert Ulrike Lehnert, Restauratorin am LEIZA.</p>
<p>Das Projekt bündelt in Deutschland vorhandene Expertise für Kulturerhalt und Katastrophenschutz und leistet ab 2026 weltweit schnelle Unterstützung bei der Bergung, Sicherung und Erhaltung von Objekten und Bauwerken. Gemeinsam entwickeln Kulturgutschutz- und Katastrophenschutzexpert*innen spezialisierte Ausstattung, digitale Workflows, Minimalstandards sowie Schulungen und bauen ein Netzwerk von Expert*innen auf, um wichtige Aufgaben wie Schadensbewertung, Bergung und Notversorgung von mobilem und immobilem Kulturerbe erfolgreich durchzuführen.&nbsp;</p>
<p>Das Projekt wird seit 2019 entwickelt, durch das Auswärtige Amt finanziert und vom Deutschen Bundestag unterstützt.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leiza.de/aktuelles/nachricht/projekt-kulturgutretter-staerkt-europaeischen-katastrophenschutz" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Zentrum für Archäologie</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 17:33:00 +0200</pubDate>
                        <title>Wohin fließen die Kohlemilliarden?</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/milliardenfoerderung-fuer-den-strukturwandel</link>
                        <description>Mit rund 41 Milliarden Euro will der Bund die wirt&amp;shy;schaftlichen und sozialen Folgen des Kohleausstiegs in den Regionen abfedern. Eine neue Datenbank zeigt, wie das Geld investiert wird.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="IWHFlietext">Geld für neue Straßen, Schienen und Forschungseinrichtungen: Die Bundesregierung stellt in den Jahren von 2020 bis 2038 41,09 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Folgen des Kohleausstiegs in den betroffenen Regionen zu mildern. Dank einer neuen Datenbank auf der Website des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) lässt sich von nun an der Einsatz der Finanzhilfen besser nachvollziehen. Die aggregierten Statistiken zeigen auf der Ebene der Kohlereviere, wann, wo und wie viel Geld verplant, freigegeben und ausgezahlt wurde.</p>
<p class="IWHFlietext">Nach einer Registrierung erhält jede interessierte Person umgehend einen kosten­freien Zugang zu dem Online-Angebot. Aufgrund der komplexen Datenstruktur eignen sich die Statistiken insbesondere für die Nutzung in professionellen Kontexten wie zum Beispiel in Politik, Verwaltungen, Wissenschaft und Medien. Zum besseren Verständnis des Zahlenwerks bietet das IWH auf seiner Website Hintergrund­informationen und ein Dokument mit einer ausführlichen Beschreibung der Daten an.</p>
<p class="IWHFlietext">Die Datenbank entstand im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Sie bietet zurzeit Informationen mit Stand 31.12.2024 und wird ein­mal pro Jahr aktualisiert. „Unser jetziges Angebot verstehen wir als Startpunkt, das wir zukünftig weiter ausbauen werden“, sagt Mirko Titze, Leiter des IWH-Zentrums für evidenzbasierte Politikberatung – jenes Teams, das die Informationen zu den Fördermitteln sammelt und aufbereitet. „Wir erhöhen damit die Transparenz in einem hoch komplexen, laufenden Förderprozess, der die Lebenswelt von Millionen Menschen in Deutschland für Jahrzehnte mitprägt.“</p>
<p class="IWHFlietext">Den Zugang zu dem neuen Datenangebot finden Sie auf dieser Webseite:<br> <a href="https://328553.seu2.cleverreach.com/c/115654876/0753a910b95-td5y68" target="_blank" rel="noreferrer">www.iwh-halle.de/kohledaten</a></p>
<h6 class="IWHFlietext"><strong>Hintergrund: Kohleausstieg, Milliardenförderung und wissenschaftliche Begleitung </strong></h6>
<p class="IWHFlietext">Um die gesetzlichen Klimaschutzziele zu erreichen, hat die Politik den Ausstieg aus der Kohleverstromung beschlossen. Davon betroffen sind vor allem die Braunkohle­reviere in der Lausitz, in Mitteldeutschland und im Rheinland. Der Bund stellt diesen drei Regionen bis zum Jahr 2038 bis zu 40 Milliarden Euro zur Verfügung, um die wirt­schaftlichen und sozialen Folgen des Kohleausstiegs zu mildern. Außerdem erhalten zwei kleinere Braunkohleregionen – das ehemalige Helmstedter Revier und das Altenburger Land – sowie zehn weitere Kreise und kreisfreie Städte mit Steinkohle­kraftwerken Finanzhilfen von etwas mehr als einer Milliarde Euro. Das Gesamtbudget liegt laut Investitionsgesetz Kohleregionen bei 41,09 Milliarden Euro.</p>
<p class="IWHFlietext">Wird dieses Geld zielgenau ausgegeben? Und welche Wirkung entfalten die unter­schiedlichen Maßnahmen? Diese Fragen untersucht das Leibniz-Institut für Wirt­schaftsforschung Halle (IWH) zusammen mit dem RWI – Leibniz-Institut für Wirt­schaftsforschung, das seinen Sitz in Essen hat. Die groß angelegte Evaluierung läuft in den Jahren 2022 bis 2026 im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Regelmäßige Gutachten stellen die Forschungsergebnisse vor. Die Analyse soll es der Politik erlauben, Erfolge zu erkennen und bei weniger günstigen Entwicklungen gegenzusteuern. Im Auftrag des BMWE veröffentlicht das IWH von nun an regelmäßig Daten über die Verwendung der Fördermittel.</p>
<h6 class="IWHFlietext">Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p class="IWHFlietext"><a href="https://www.iwh-halle.de/presse/pressemitteilungen/detail/neue-datenbank-zu-kohlemilliarden-iwh-macht-einsatz-der-foerdermittel-transparent" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 19:17:00 +0200</pubDate>
                        <title>Kein Rückzug, aber ein „Pipeline-Problem“</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/kein-rueckzug-aber-ein-pipeline-problem</link>
                        <description>Beleidigungen und Angriffe verringern den Frauenanteil auf kommunalen Wahllisten nicht. Doch das Bedrohungsklima hält weniger politisch interessierte Frauen davon ab, überhaupt zu kandidieren.&amp;nbsp;</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die Beleidigungen, Bedrohungen und tätlichen Angriffe, denen kommunalpolitisch Engagierte immer stärker ausgesetzt sind, führen nicht dazu, dass Frauen sich aus diesem Feld zurückziehen. Eine Studie der Forscher Jeyhun Alizade und Fabio Ellger vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung mit internationalen Co-Autoren belegt für Deutschland anhand von Statistiken und Umfragedaten: Weder die Häufigkeit noch die Schwere politischer Angriffe beeinflussen den Anteil von Kandidatinnen auf den Wahllisten der betroffenen Gemeinden negativ. Dass die zunehmende Gewalt Frauen auf kommunaler Ebene nicht einschüchtert, gilt allerdings nur für die, die ohnehin hoch motiviert sind. Frauen, die sich als politisch weniger interessiert beschreiben, werden durch das steigende Risiko durchaus von einer möglichen Kandidatur abgehalten. Dieses „Pipeline-Problem“ trifft auf eine Situation, in der Frauen deutlich unterrepräsentiert sind: In neun von zehn deutschen Rathäusern regiert ein Mann, der Frauenanteil in lokalen Räten liegt bei unter einem Drittel.</p>
<p>Nach Angaben des Bundesinnenministeriums nahmen die Angriffe auf Politikerinnen und Politiker im Jahr 2023 um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, 2024 gab es einen erneuten Anstieg um 20 Prozent. Es stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung Einfluss auf die politische Teilhabe bislang ohnehin unterrepräsentierter Gruppen hat. Zur Beantwortung dieser Frage verband das Forscherteam zwei empirische Zugänge. Für mehr als 2.000 Gemeinden in Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Hessen wurde der Zusammenhang zwischen Angriffen auf politisch Aktive und dem Anteil von Kandidatinnen bei Kommunalwahlen untersucht. Außerdem wurden über 3.500 Menschen mit Informationen über die steigende Gewalt konfrontiert und anschließend nach ihren politischen Ambitionen befragt.</p>
<p>Die Auswertung der Listen bot eine Überraschung: Selbst dort, wo es zu gravierenden Übergriffen kam, lässt sich kein Rückzug von Frauen aus der lokalen Parteipolitik beobachten. Die Repräsentation von Frauen auf kommunaler Ebene erweist sich gegenüber einem zunehmend konflikthaften politischen Umfeld als erstaunlich stabil. Die ergänzenden Online-Befragungen zeichnen ein differenziertes Bild: In der Gruppe mit hohem politischem Interesse führte die Konfrontation mit Gewaltstatistiken eher bei Männern dazu, dass ihre Bereitschaft zum Engagement sank. Dieser Effekt verringert die bestehende Gender-Lücke tendenziell, da in dieser Gruppe die Bereitschaft der Frauen stabil bleibt. Abschreckend wirken die Informationen allerdings auf Frauen, die sich selbst politisch als weniger interessiert einstufen. Die Forscher sprechen von einem „Pipeline-Problem“: Es fehlt die zweite Reihe, aus der neue Engagierte gewonnen werden können. „Offensichtlich entscheiden sich überhaupt nur Frauen für diesen Weg, die bereits eine hohe Resilienz mitbringen“, erläutert Jeyhun Alizade.</p>
<p>Männer dominieren also weiterhin das Bild in der deutschen Kommunalpolitik. Die Befürchtung, dass die zunehmende verbale und physische Gewalt Frauen noch weiter verdrängen könnte, wird durch die vorliegende Studie zwar nicht bestätigt. Die Ergebnisse sind dennoch beunruhigend. „Eine lebendige Demokratie darf nicht zur Voraussetzung machen, dass ihre Repräsentantinnen und Repräsentanten über eine außergewöhnliche Risikobereitschaft verfügen“, betont Co-Autor Fabio Ellger. „Besserer Schutz der Engagierten ist unabdingbar für eine vielfältige Demokratie.“</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>Alizade, J., Ellger, F., Grünewald, M. and Tichelbaecker, T. (2025), Does political violence undermine descriptive representation? The case of women in politics. European Journal of Political Research, 64: 2106-2121. Die Studie ist abrufbar unter: <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/european-journal-of-political-research/article/does-political-violence-undermine-descriptive-representation-the-case-of-women-in-politics/6298EFBEA40C9656E44D9C9FE654AD59" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/1475-6765.70017</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/wenig-frauen-in-der-zweiten-reihe" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                    <item>
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                        <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 19:00:32 +0200</pubDate>
                        <title>Milliarden für Krebsmedikamente</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/fmp-spin-off-tubulis-geht-an-gilead</link>
                        <description>Der US-Pharmakonzern Gilead übernimmt das Leibniz-Spin-off Tubulis für bis zu 5 Milliarden Dollar.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Das US-amerikanische Biopharmaunternehmen Gilead hat eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme der Tubulis GmbH geschlossen. Tubulis wurde 2019 aus dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der LMU München ausgegründet und entwickelt Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugate (ADCs) der nächsten Generation, die darauf ausgelegt sind, verschiedene Wirkstoffe selektiver an Tumore abzugeben und den Nutzen für die Patient:innen zu maximieren. Mit der Transaktion wird die Onkologie‑Pipeline von Gilead um mehrere innovative Programme und Plattformtechnologien erweitert, deren Ursprung teilweise in der akademischen Forschung des Leibniz‑Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin liegt.</p>
<p>Die Übernahme umfasst das führende Produkt von Tubulis, TUB‑040, ein gegen NaPi2b gerichtetes Topoisomerase‑I‑Inhibitor‑ADC, das sich derzeit in Phase-1b/2 der klinischen Entwicklung zur Behandlung von platinresistentem Eierstockkrebs und nicht‑kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) befindet. Gilead wird zudem TUB‑030 übernehmen, ein gegen 5T4 gerichtetes ADC mit vielversprechenden frühen klinischen Daten bei verschiedenen soliden Tumorarten sowie die ADC-Plattform der nächsten Generation von Tubulis und eine vielversprechende frühe Pipeline.</p>
<p>Dr<strong>. </strong>Dominik Schumacher, CEO und Mitgründer von Tubulis, betont die Bedeutung der Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Entwicklungsstärke: „Von Anfang an waren wir davon überzeugt, dass unsere Konjugationstechnologieplattformen weitreichende Auswirkungen auf den gesamten ADC-Bereich haben könnten, und die ersten Daten zu TUB-040 haben diese Überzeugung bestärkt“, sagte Dr. Dominik Schumacher, Chief Executive Officer und Mitbegründer von Tubulis. „Der Beitritt zu Gilead ermöglicht es uns, auf dieser Grundlage innerhalb einer Organisation aufzubauen, die über fundiertes wissenschaftliches Fachwissen, globale Entwicklungskapazitäten und die erforderliche Größe verfügt, um Innovationen in Medikamente für Patienten weltweit umzusetzen. Durch unsere bestehende Zusammenarbeit hat Gilead bereits das Potenzial unserer Technologien erkannt, und gemeinsam sind wir gut aufgestellt, um die Entwicklung unserer ADC-Pipeline zu beschleunigen.“</p>
<p>Eine Schlüsselrolle in der Produktentwicklung von Tubulis spielt die innovative P5‑Konjugationstechnologie, eine Linkerchemie, die die präzise Verknüpfung von Antikörpern mit hochpotenten Wirkstoffen ermöglicht. Entwickelt wurde sie in der Grundlagenforschung von Prof. Dr. Christian Hackenberger, einem der Mitgründer von Tubulis, und seinem Team am Leibniz‑Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP).&nbsp;Tubulis hat die P5‑Technologie in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heinrich Leonhardt (Ludwig-Maximilians-Universität München), einem Mitbegründer von Tubulis, für die klinische Forschung und Anwendung weiterentwickelt. "Diese erfolgreiche Technologieentwicklung zeigt das Potential interdisziplinärer Kooperationen über Fakultäts- und Institutsgrenzen hinweg", sagt Prof. Dr. Heinrich Leonhardt. Diese Technologie bildet heute eine zentrale Plattform für die stabile und kontrollierte Wirkstoffabgabe in den ADC‑Programmen des Unternehmens. „Diese Übernahme unterstreicht nicht nur den Erfolg unserer Konjugationstechnologie und die Leistung des Tubulis Teams mit neuen ADCs die Krebstherapie zu verbessern. Sie zeigt auch wie wichtig die Grundlagenforschung an Universitäten und Forschungsinstituten für die translationale Innovation ist“, sagt Prof. Dr Christian Hackenberger.</p>
<p>Nach Abschluss der Transaktion wird Tubulis als eigenständige ADC‑Forschungsorganisation innerhalb von Gilead agieren, wobei der Standort München als Drehscheibe für ADC-Innovationen dienen wird. Dabei wird auf bestehende integrierte Kompetenzen in Forschung, Produktion und klinischer Entwicklung aufgebaut, um ADCs der nächsten Generation voranzutreiben.</p>
<p>Gilead wird das gesamte ausstehende Eigenkapital von Tubulis für eine Barzahlung in Höhe von 3,15 Milliarden US‑Dollar auf einer „cash-free, debt-free“-Basis sowie für bis zu 1,85 Milliarden US‑Dollar an erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen erwerben. Der Abschluss der Übernahme wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt des Ablaufs oder der Aufhebung bestimmter behördlichen Genehmigungen sowie weiterer üblicher Abschlussbedingungen.</p>
<h6 class="my-2"><strong>Über Tubulis</strong></h6>
<p class="my-2">Tubulis entwickelt maßgeschneiderte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) mit verbesserten biophysikalischen Eigenschaften. In präklinischen Modellen haben die ADCs bereits eine gezielte und dauerhafte Anreicherung im Tumor sowie langanhaltende Anti-Tumor-Wirkungen gezeigt. Die beiden am weitesten fortgeschrittenen Programme in der wachsenden Pipeline sind TUB-040 (gerichtet gegen NaPi2b) und TUB-030 (gerichtet gegen 5T4). Beide Programme werden derzeit in klinischen Studien bei Krebserkrankungen mit einem hohen medizinischen Bedarf untersucht. Weitere Informationen unter: <a href="http://www.tubulis.com" target="_blank" rel="noreferrer">www.tubulis.com</a></p>
<h6 class="my-2">Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p class="my-2"><a href="https://leibniz-fmp.de/de/newsroom/news/detail/gilead-uebernimmt-fmp-und-lmu-spin-off-tubulis-und-erweitert-onkologie-pipeline-um-adc-der-naechsten-generation" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Gründungen</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7397</guid>
                        <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 16:45:00 +0200</pubDate>
                        <title>Neues Modell für Taubheit</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/primatenmodell-fuer-menschliche-taubheit</link>
                        <description>Ein defektes Gen lässt Menschen taub zur Welt kommen. Als Grundlage für künftige Therapien steht Forschenden nun erstmals ein Primatenmodell zur Verfügung, das den Defekt realitätsnah abbildet.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Warum können manche Menschen von Geburt an nicht hören – obwohl ihr Innenohr intakt zu sein scheint? Eine mögliche Ursache liegt im sogenannten <em>OTOF</em>-Gen. Es spielt eine zentrale Rolle dabei, Schallsignale von den Hörzellen an den Hörnerv weiterzuleiten. Fehlt diese Funktion, kommen akustische Informationen im Gehirn nicht an. Forschende vom Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung haben zusammen mit der Universitätsmedizin Göttingen und dem Max-Planck-Institut für multidisziplinäre Naturwissenschaften nun erstmals Weißbüschelaffen erzeugt, bei denen dieses Gen gezielt ausgeschaltet wurde. Die Tiere sind gesund und entwickeln sich normal, sind jedoch von Geburt an taub. Damit steht erstmals ein Primatenmodell zur Verfügung, das zentrale Formen menschlicher Taubheit realitätsnah abbildet (Nature Communications).</p>
<p>Hörverlust ist eine der häufigsten angeborenen Sinnesstörungen beim Menschen. Eine wichtige Ursache ist ein Defekt im <em>OTOF</em>-Gen. Dieses Gen sorgt dafür, dass in unserem Innenohr das Eiweiß Otoferlin gebildet wird. Dieses ist nötig, damit Schallsignale von den Hörzellen an den Hörnerv weitergegeben werden. Fehlt es, funktioniert zwar das Ohr äußerlich noch – aber die Signale kommen im Gehirn nicht an.&nbsp;</p>
<h6 class="element-header ">Genetisch veränderte Weißbüschelaffen</h6>
<p>Das Göttinger Forschungsteam hat befruchtete Eizellen des Weißbüschelaffen mit der Genschere CRISPR/Cas9 präzise genetisch so verändert, dass das <em>OTOF</em>-Gen in den aus den veränderten Eizellen entstandenen Tieren funktionsunfähig war. Die genetisch veränderten Embryos wurden dann einer Leihmutter eingesetzt. Die geborenen Tiere entwickelten sich normal, sie waren jedoch von Geburt an taub. Untersuchungen des Hörens mittels elektrophysiologischer Methoden, ähnlich einem EEG, wiesen eine Taubheit nach, wie sie auch bei Patient*innen mit einem Defekt des <em>OTOF</em>-Gens beobachtet wird.&nbsp;Das Fehlen von Otoferlin in den inneren Haarzellen bestätigte den genetischen Knockout zusätzlich.</p>
<h6 class="element-header ">Ein entscheidender Schritt für neue Therapien</h6>
<p>„Mit den <em>OTOF</em>-Knockout-Weißbüschelaffen haben wir erstmals ein Primatenmodell, das die menschliche <em>OTOF</em>-bedingte Schwerhörigkeit sehr realitätsnah abbildet“, sagt Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen. „Damit gewinnen wir ein entscheidendes Werkzeug, um neue Therapien gezielter, sicherer und mit Blick auf ihre Langzeitwirkung weiterzuentwickeln.“</p>
<p>Das neue Modell schließt eine wichtige Lücke zwischen Mausmodellen, Zellkultursystemen und klinischer Anwendung. Es ermöglicht Untersuchungen unter Bedingungen, die der menschlichen Hörentwicklung und -physiologie deutlich näherkommen als bisherige Systeme. Gerade für die Weiterentwicklung neuartiger Innenohrtherapien ist dies von großer Bedeutung.</p>
<h6 class="element-header ">Komplexe Forschung im interdisziplinären Verbund</h6>
<p>Möglich wurde das Projekt durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen des Deutschen Primatenzentrums (DPZ), der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Max-Planck-Instituts für Multidisziplinäre Naturwissenschaften (MPI-Nat).</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.dpz.eu/im-dialog/news/artikel/genetisch-veraenderte-weissbueschelaffen-als-modell-menschlicher-taubheit" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Deutschen Primatenzentrums - Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Deutsches Primatenzentrum GmbH - Leibniz-Institut für Primatenforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7387</guid>
                        <pubDate>Tue, 07 Apr 2026 12:30:00 +0200</pubDate>
                        <title>Balzgesang im Rotorbereich</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/balzgesang-im-rotorbereich-von-windraedern</link>
                        <description>Dass Fledermäuse mit Windrädern kollidieren, ist bekannt. Nun weist eine Studie nach: Vor allem paarungsbereite Tiere kommen den Anlagen gefährlich nahe.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam unter Leitung des Museums für Naturkunde zeigt erstmals, dass verschiedene Fledermausarten im unmittelbaren Rotorbereich von Windenergieanlagen Balzgesang produzieren und dabei um die Gondel herumfliegen. Daten von über 80.000 Lautaufaufnahmen in Gondelhöhe an sechs deutschen Standorten sowie stereo-thermische 3D-Rekonstruktionen der Flugbahnen von Fledermäusen belegen sowohl Fledermausgesang als auch erhöhte Fledermausdichte Im Rotorbereich. Beide Befunde legen nahe, dass sich Fledermäuse unter bestimmten Umständen aktiv Windenergieanlagen nähern und liefern eine Erklärung dafür, warum in der Paarungszeit das Kollisionsrisiko steigen könnte.</p>
<p>Fledermausmännchen singen, ähnlich wie Singvögel, um Weibchen anzulocken und Konkurrenten abzuschrecken und fliegen dabei oft um markante Landschaftselemente herum. In homogenen, strukturell armen Landschaften wie z.B. Ackerflächen stellen Windkraftanlagen attraktive Strukturen dar, die Männchen wahrscheinlich als „Gesangswarten“ nutzen. Damit bringen sie sich nicht nur selbst in Gefahr – ihr vergleichsweise weit zu hörender Gesang kann Weibchen zu den Anlagen locken.<br> Die Forschenden konnten an allen untersuchten Standorten und im gesamten Untersuchungszeitraum Fledermausgesang nachweisen, es handelt sich also nicht um ein lokales Phänomen oder einen Einzelfall. Bemerkenswerterweise wurde der Gesang des Großen Abendseglers und der Rauhautfledermaus auf häufigsten aufgenommen. Diese beiden Arten kollidieren in Deutschland am häufigsten mit Windrädern – ein klarer Verhaltenslink zu den bekannten Schlagopfermustern.<br> <br> „Aus einer Untersuchung von Kolleg:innen im nordwestdeutschen Küstenraum geht hervor, dass während der Paarungszeit häufiger weibliche als männliche Rauhaut-fledermäuse tot unter Windenergieanlagen gefunden werden“, so Martina Nagy, die Erstautorin der Studie. „Unsere Ergebnisse liefern eine schlüssige mögliche Erklärung für die vielen Weibchen unter den Schlagopfern.“<br> <br> Die Forschenden konnten aus der Dauer des aufgenommenen Gesangs, der Reichweite der verwendeten Mikrofone und dem bereits vorhandenem Wissen über artspezifische Fluggeschwindigkeiten ableiten, dass Fledermäuse nicht einfach singend an den Anlagen vorbeiflogen, sondern stattdessen um die Gondeln oder den Turm kreisten. Passend dazu schwankte die Lautstärke des Gesangs periodisch (lauter/leiser), wie es beim Kreisen um ein stationäres Mikrofon zu erwarten ist.<br> <br> Auch die mit zwei Wärmebildkameras erstellten 3D-Rekonstruktionen zeigten ein äußerst eindeutiges Bild. Die Dichte an detektierten Fledermäusen fiel mit wachsendem Abstand zur Gondel stark ab. Das spricht für eine aktive Annäherung der Fledermäuse an die Turbinenstruktur selbst. In der Vergangenheit wurde bereits vermutet, dass Fledermäuse sich Windkraftanlagen nähern könnten, weil sie auf der Suche nach Quartieren oder Nahrung sind. Die neu gewonnenen Ergebnisse zeigen nun, dass Windkraftanlagen für paarungsbereite Fledermäuse interessant sind.<br> <br> Die Forschenden hoffen, dass sich diese neuen Erkenntnisse mittelfristig in effektivere Schutzstrategien umwandeln lassen. „Windenergie leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, aber dies darf nicht auf Kosten des Artenschutzes geschehen“, sagt Mirjam Knörnschild, Seniorautorin der Studie. Wenn wir verstehen, warum Fledermäuse Windkraftanlagen gezielt anfliegen, können Betreiber präziser und artsensibler als bisher abschalten, um die Schlagopferzahl zu minimieren.“</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p><a href="https://doi.org/10.1038/s42003-026-09882-7" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s42003-026-09882-7</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.museumfuernaturkunde.berlin/museum/services/presse/pressemitteilung/Fledermausm%C3%A4nnchen%20singen%20im%20Rotorbereich%20von%20Windr%C3%A4dern/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Museums für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (MfN) </a></p>

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                                <category>News</category>
                            
                                <category>Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 14:51:31 +0200</pubDate>
                        <title>Leitungswechsel am DIE</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/neuer-vorstand-am-die</link>
                        <description>Nach dreizehn Jahren wissenschaftlicher Leitung verlässt Josef&amp;nbsp;Schrader das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung. Seine Nachfolge übernimmt&amp;nbsp;Hannes Schröter.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Nach mehr als dreizehn Jahren in der Wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) verabschiedet sich Prof. Dr. Josef Schrader und kehrt als Seniorprofessor für Erwachsenen- und Weiterbildung an die Universität Tübingen zurück. Seine Nachfolge tritt Prof. Dr. Hannes Schröter an, bisher Abteilungsleiter am DIE und Inhaber der Kooperationsprofessur für Kognition und Lernen Erwachsener an der FernUniversität in Hagen.</p>
<p>Josef Schrader hat das DIE am Leitmotiv der Leibniz-Gemeinschaft ausgerichtet, Wissenschaft und Forschung in gesellschaftlicher Verantwortung zu betreiben. Ihm war wichtig, das Institut auf zentrale gesellschaftliche Herausforderungen auszurichten. Hierzu zählen insbesondere Migration, demografischer Wandel sowie die Digitalisierung von Arbeits- und Lebenswelten. Ebenso rückte er die große Zahl Erwachsener mit geringen Grundkompetenzen in den Fokus – immer mit dem Ziel, zu gerechteren Bildungschancen und einer starken, zukunftsfähigen Weiterbildung beizutragen.</p>
<p>Um dieser Rolle gerecht zu werden, setzte Josef Schrader eine grundlagenbasierte und zugleich problemorientierte Forschung um und suchte Lösungen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch für Politik und Praxis anschlussfähig und umsetzbar sind. Voraussetzung hierfür ist eine enge Zusammenarbeit, die auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Ein solches Selbstverständnis und eine dafür tragfähige Organisations- und Leitungsstruktur im Institut verankert zu haben, die Forschung, Wissenstransfer und Infrastrukturen miteinander verzahnt, zählen zu seinen zentralen Leistungen.</p>
<p>Auch in seiner eigenen Forschung setzte er wichtige Akzente. Seine Arbeiten widmen sich der Professionalisierung des Lehrpersonals, den Potenzialen digitaler Medien sowie der Struktur und Steuerung von Weiterbildungssystemen. Die Erwachsenenbildungsforschung hat er als Mitherausgeber der „Zeitschrift für Weiterbildungsforschung“ und des „Wörterbuchs Erwachsenen- und Weiterbildung“ sowie als Initiator einer Lehrbuchreihe geprägt. Zudem engagierte er sich in der Politikberatung und im Austausch mit der Praxis. Er wirkte u.a. in der Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung, im „Leibniz-Forschungsnetzwerk Bildungspotenziale“ und als Autor für den nationalen Bildungsbericht, begleitete Entwicklungen im Feld der Integrationskurse und in der europäischen Weiterbildungspolitik.</p>
<p>Zum Abschied betont Josef Schrader: „Ich habe es immer als eine Ehre betrachtet, Verantwortung für die Leitung eines Instituts zu tragen, das mit den Mitteln von Forschung, Wissenstransfer und Infrastrukturen einen substanziellen Beitrag dazu leistet, Bildung für alle Erwachsenen zu ermöglichen. Ein Blick in die nunmehr fast 70jährige Geschichte des Instituts zeigt, dass diese Aufgabe immer wieder neu interpretiert werden muss. Ich wünsche Hannes Schröter viel Erfolg bei der Weiterentwicklung des DIE.“</p>
<p>Hannes Schröter ist Abteilungsleiter am DIE und Inhaber der Kooperationsprofessur für Kognition und Lernen Erwachsener an der FernUniversität in Hagen. Mit seiner langjährigen Erfahrung in Forschung und Praxis bringt er neue Impulse für die strategische Weiterentwicklung des Instituts ein. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen empirische Forschung zu Lehr- und Lernprozessen, die Professionalisierung von Lehrenden, Lernvoraussetzungen und Lernentwicklungen Erwachsener, sprachliche Bildung, kompetenzorientierte Unterrichtsforschung sowie den Einsatz digitaler Medien zur Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen. Er promovierte und habilitierte an der Universität Tübingen, wo er die Venia legendi für Psychologie erhielt. Von 2009 an war er Akademischer Rat auf Zeit und vertrat dort Professuren für Biologische Psychologie sowie für Kognition und Wahrnehmung. Seit 2016 ist er am DIE und leitet seit 2021 die Abteilung „Lehren und Lernen“.</p>
<p>Hannes Schröter dankt Josef Schrader herzlich für sein prägendes Wirken am DIE: „Unter seiner Leitung hat sich das Institut wissenschaftlich profiliert, als verlässlicher Partner für Politik und Praxis etabliert und seine Position in der Leibniz-Gemeinschaft gestärkt. Auf diesem Fundament möchte ich gemeinsam mit den Mitarbeitenden das DIE als zentrale Einrichtung für Forschung und Transfer in der Erwachsenen- und Weiterbildung weiterentwickeln und neue Impulse in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen setzen. Auch künftig wird es unser Anspruch sein, exzellente Forschung mit den Herausforderungen von Praxis und Politik zu verbinden und so die Erwachsenen- und Weiterbildung in Deutschland aktiv mitzugestalten.“</p>
<p>Mit dem Vorstandswechsel wird nicht nur Kontinuität gesichert, sondern auch der Grundstein für kommende Entwicklungen gelegt. Das DIE und alle Mitarbeitenden danken Josef Schrader herzlich für sein langjähriges Engagement und werden ihn im Rahmen einer Festveranstaltung gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern aus Wissenschaft, Praxis und Politik verabschieden. Hannes Schröter heißen sie in seiner neuen Funktion als wissenschaftlicher Direktor herzlich willkommen.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.die-bonn.de/institut/wir-ueber-uns/presse/mitteilungen/vorstandswechsel-schrader-schroeter" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                                <category>Menschen</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 13:46:00 +0200</pubDate>
                        <title>Nachhaltig forschen</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/klimaneutral-forschen</link>
                        <description>Leitbild und Pilotvorhaben der Leibniz-Gemeinschaft zeigen, wie Klimaschutz Teil des Wissenschaftsbetriebs wird.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem überarbeiteten Leitbild Nachhaltigkeit sowie der Veröffentlichung zentraler Ergebnisse aus zehn Pilotvorhaben zum klimaneutralen Forschungsbetrieb geht die Leibniz-Gemeinschaft auf dem Weg zu Klimaneutralität und Nachhaltigkeit weiter voran. Während das Leitbild Nachhaltigkeit die grundsätzliche Strategie der Leibniz- Gemeinschaft skizziert, formuliert die Gesamtsynthese der Pilotvorhaben konkrete Erkenntnisse, Best Practices und Empfehlungen für den alltäglichen Forschungs- und Wissenschaftsbetrieb.</p>
<p>„Für die Leibniz-Gemeinschaft ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Thema unter vielen, sondern konstitutiver Bestandteil unserer Identität: in der Forschung, in der Organisationsentwicklung, im täglichen Handeln“, betont der designierte Präsident der Leibniz- Gemeinschaft, Christoph M. Schmidt. „Unser Ansatz ist es, Nachhaltigkeit systemisch zu denken, Verantwortung über disziplinäre Grenzen hinweg zu übernehmen und Forschung wirksam auf gesellschaftlichen Wandel auszurichten.“</p>
<p>Barbara Sturm, Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft und Präsidiumsbeauftragte für Nachhaltigkeit, ergänzt: „Effektiver Klimaschutz kann nur als integraler Bestandteil der Forschungskultur, des Alltagsbetriebs und der Organisationsentwicklung realisiert werden. Deshalb haben wir aus zehn Pilotvorhaben konkrete Maßnahmen und Hilfestellungen entwickelt, mit denen in den einzelnen Instituten Klimaneutralität schrittweise als ein langfristiger, dynamischer Lernprozess von unmittelbar wirksamen Sofortmaßnahmen bis hin zur ganzheitlichen und dauerhaften Managementaufgabe erreicht werden kann.“</p>
<p>Das Leitbild Nachhaltigkeit setzt den Rahmen für eine „Kultur der Nachhaltigkeit“ in der Leibniz-Gemeinschaft. Es versteht Nachhaltigkeit nicht nur im ökologischen Sinn umweltfreundlicher und ressourcenschonender Forschungsprozesse, sondern weitet den Blick bewusst ganzheitlich auf die Bereiche Strategie- und Organisationsentwicklung sowie Personalentwicklung und -management.</p>
<p>Die an den Pilotvorhaben zum klimaneutralen Forschungsbetrieb beteiligten Institute wurden bewusst so ausgewählt, dass sie die Vielfalt der Leibniz-Einrichtungen widerspiegeln. Entsprechend umfassen die Pilotvorhaben unterschiedlichste Ausgangslagen und Anforderungen – von energieintensiven Forschungsinfrastrukturen wie Laboren, Reinräumen oder Tierhäusern über teils unter Denkmalschutz stehende Bürogebäude bis hin zu Forschungsmuseen. Zugleich berücksichtigen sie die föderale Verteilung über Bundesländer mit jeweils unterschiedlichen landesspezifischen Rahmenbedingungen.</p>
<p>Das Leitbild Nachhaltigkeit und die Gesamtsynthese finden sich online unter <a href="http://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/nachhaltigkeit/" target="_blank">www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/nachhaltigkeit/</a>&nbsp;und sind unter der unter der Lizenz „Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)“ wie folgt verfügbar:</p>
<ul> 	<li>Leibniz-Gemeinschaft. (2025). Leitbild Nachhaltigkeit der Leibniz-Gemeinschaft.Zenodo. <a href="https://doi.org/10.5281/zenodo.17897010" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.5281/zenodo.17897010</a></li> 	<li>Leibniz-Gemeinschaft. (2026). Gesamtsynthese: Erkenntnisse, Best Practices und Empfehlungen aus den Leibniz-Pilotvorhaben zum klimaneutralen Forschungsbetrieb. Zenodo.</li> 	<li><a href="https://doi.org/10.5281/zenodo.18698220" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.5281/zenodo.18698220</a></li> </ul>
<h6>Kontakt</h6>
<p>Christoph Herbort-von Loeper<br> Leibniz-Gemeinschaft<br> T 030 206049 471<br> M 0174 3108174<br> herbort(at)leibniz-gemeinschaft.de</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 15:40:00 +0200</pubDate>
                        <title>Wie das Immunsystem altert</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/kleiner-fisch-grosse-erkenntnisse</link>
                        <description>Der Killifisch macht im Zeitraffer sichtbar, was beim Menschen Jahrzehnte dauert: Chronische Entzündungen, DNA-Schäden in Vorläuferzellen und Umbauprozesse im blutbildenden Organ prägen die Alterung des Immunsystems.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Mit zunehmendem Alter verliert das Immunsystem seine Leistungsfähigkeit, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und alternsbedingte Erkrankungen führt. Forschende des Leibniz-Instituts für Alternsforschung (FLI) in Jena haben nun mit Hilfe des kurzlebigen Türkisen Prachtgrundkärpflings (<em>Nothobranchius furzeri,</em> Killifisch) eine umfassende molekulare und zelluläre Karte der Immunalterung eines Wirbeltiers erstellt. Mit einem Multi-Omics-Ansatz identifizierten sie wichtige Merkmale der Immunalterung, darunter chronische Entzündungen, DNA-Schäden in Vorläuferzellen und die Umgestaltung des blutbildenden Organs. Die Studie zeigt, dass wesentliche Prozesse der Immunalterung evolutionär konserviert sind. Damit eignet sich der Killifisch besonders gut als Modell für die Erforschung der Mechanismen der Immunalterung und für die Erprobung potenzieller Interventionen.</p>
<p>Unser Immunsystem schützt den Körper ein Leben lang vor Infektionen und schädlichen Veränderungen. Mit zunehmendem Alter verliert es jedoch an Leistungsfähigkeit, wodurch das Risiko für Krankheiten steigt. Doch was passiert, wenn das Immunsystem altert – und lässt sich dieser Prozess möglicherweise aufhalten?</p>
<p>In einer jetzt in <em>Nature Aging</em> (Cover-Story) veröffentlichten Studie sind Forschende des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz Lipmann Institut (FLI) der Beantwortung dieser Fragen einen wichtigen Schritt näher gekommen. Sie nutzten die extrem kurze Lebensdauer des Türkisen Prachtgrundkärpflings (<em>Nothobranchius furzeri</em>, Killifisch) und identifizierten innerhalb weniger Wochen Schlüsselmerkmale der Immunalterung. Damit eignet sich dieses Modell besonders gut für schnelle mechanistische Entdeckungen und die Erprobung potenzieller Interventionen.&nbsp;</p>
<p>Die Studie kombiniert verschiedene Analysemethoden, wie beispielsweise Zytometrie, Einzelzell-Transkriptomik, Proteomik, KI-gestützte Bildklassifizierung, In-situ-Bildgebung, Histologie und funktionelle Immunassays. Mit der neu eingerichteten offen zugänglichen Multi-Omics-Ressource KIAMO bietet sie damit einen umfassenden Überblick über die Immunalterung bei einem kurzlebigen Wirbeltier. Die Arbeiten begannen am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns (MPI-AGE) in Köln und wurden später am FLI in Jena fortgesetzt.</p>
<p>Die Forschenden zeigen, dass wichtige Merkmale der Immunalterung beim Killifisch auftreten und denen bei Säugetieren und Menschen auffallend ähnlich sind. Die Studie liefert so einzigartige Einblicke in die Mechanismen der sogenannten „Immunalterung“. Da Killifische nur wenige Monate leben, lassen sich Alternsprozesse innerhalb weniger Wochen im Zeitraffer beobachten – ein großer Vorteil für die experimentelle Forschung.&nbsp;</p>
<p>„Das Killifisch-System überrascht uns immer wieder, denn es zeigt, dass Schlüsselaspekte der Immunalterung – sowohl auf molekularer als auch auf zellulärer Ebene – stark evolutionär konserviert sind“, sagt Prof. Dario Riccardo Valenzano, Pionier der Killifischforschung und Wissenschaftlicher Direktor des FLI. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich Killifische bestens als Modell eignen, um Interventionen zu testen, mit denen durch gezielte Beeinflussung der Immunalterung die systemische Alterung verbessert werden kann.“</p>
<h6><strong>Entzündungsprozesse nehmen im Alter zu</strong></h6>
<p>Eine der zentralen Ergebnisse der Studie ist das Vorhandensein einer ausgeprägten systemischen Entzündungssignatur in älteren Fischen, die oft als „Inflammaging“ bezeichnet wird. Blutuntersuchungen zeigten erhöhte Werte von Akutphasenproteinen sowie Markern eines metabolischen Ungleichgewichts. Ähnliche Entzündungssignaturen, die bei alternden Säugetieren und Menschen bekannt sind, stehen mit einer Vielzahl von alternsbedingten Erkrankungen in Verbindung.</p>
<h6><strong>Veränderungen in der Fabrik der Immunzellen</strong></h6>
<p>Besonders deutlich zeigten sich alternsbedingte Veränderungen im Nierenmark, dem wichtigsten blutbildenden Organ bei Fischen, und das funktionale Pendant zum Knochenmark von Säugetieren. Mit zunehmendem Alter beobachteten die Forschenden strukturelle Umgestaltungen, Fibrose, Gewebeveränderungen und Verschiebungen in der Zusammensetzung der Immunzellpopulationen.</p>
<p>Gleichzeitig deuten die Daten auf eine Zunahme von Vorläufer- und stammzellähnlichen Immunzellen hin. Diese Zellen weisen jedoch eine Anhäufung von DNA-Doppelstrangschäden auf und zeigen verminderte Marker für eine aktive DNA-Reparatur. Bemerkenswert ist, dass diese Anhäufung von DNA-Schäden nicht allein durch die Replikation erklärt werden kann, was auf einen Zustand hindeutet, der mit zellulärer Seneszenz und einer beeinträchtigten Differenzierungsfähigkeit einhergeht.&nbsp;</p>
<p>„Die Vorstellung, dass biologische Prozesse – darunter auch das Altern – Prinzipien folgen, die man verstehen und schließlich in therapeutische Maßnahmen umsetzen kann, hat mich schon immer fasziniert. Anstatt den Verfall als unvermeidlich hinzunehmen, ermöglicht uns das Killifisch-Modell, die Mechanismen des Alterns in kürzester Zeit zu untersuchen und dabei zentrale Aspekte der Immunalterung bei Säugetieren nachzubilden“, erklärt Gabriele Morabito, Doktorand und Erstautor der Studie.&nbsp;</p>
<h6><strong>Geschwächte Immunantwort im Alte</strong></h6>
<p>Funktionelle Experimente bestätigten diese Beobachtungen. Immunzellen, die aus älteren Killifischen isoliert wurden, reagierten deutlich schwächer auf eine bakterielle Stimulation als Zellen von jungen Tieren.</p>
<p>In Zellkulturversuchen konnte durch eine Vorbehandlung mit einem Senolytikum die jugendliche Immunantwort <em>in vitro&nbsp;</em>teilweise wiederhergestellt werden. Das lässt vermuten, dass seneszente Zellen zum Funktionsverlust des alternden Immunsystems beitragen könnten.&nbsp;</p>
<p>Ein Hinweis darauf, dass seneszente Zellen aktiv zur alternsbedingten Schwächung der Immunantwort beitragen. Der Killifisch stellt daher ein vielversprechendes Modell dar, um Interventionen zu testen, die gezielt auf die Immunalterung wirken.</p>
<h6><strong>Neue öffentlich zugängliche Ressource für die Forschungsgemeinschaft</strong></h6>
<p>Parallel zur Studie haben die Forschenden eine öffentlich zugängliche Multi-Omics-Plattform namens KIAMO (Killifish Immune Aging Multi-Omics) eingerichtet. Diese Plattform stellt der internationalen Forschungsgemeinschaft umfangreiche molekulare Datensätze zur Verfügung, darunter Einzelzell-Genexpressionsprofile, Proteomikdaten und Bildgebungsressourcen.</p>
<h6><strong>Modellorganismus zur Erforschung der Immunalterung</strong></h6>
<p>Obwohl die Studie detaillierte Einblicke in die Immunalterung im hämatopoetischen System liefert, bleiben wichtige Fragen offen. Es ist noch unklar, wie stark diese Veränderungen die Alternsprozesse in anderen Organen beeinflussen.</p>
<p>Der Killifisch bietet jedoch laut Prof. Valenzano eine einzigartige Gelegenheit, diese Zusammenhänge experimentell zu untersuchen. Mit seiner kurzen Lebensdauer, seiner konservierten Immunbiologie und der neu eingerichteten KIAMO-Ressource stellt der türkisfarbene Killifisch eine leistungsstarke experimentelle Plattform dar, um die Immunalterung bei Wirbeltieren zu untersuchen und die Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Gesundheit im Alter voranzutreiben.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-fli.de/de/news/altern-im-zeitraffer-kurzlebiger-fisch-liefert-neue-einblicke-in-das-alternde-immunsystem" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7381</guid>
                        <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 13:24:00 +0200</pubDate>
                        <title>Die Erde hat Fieber</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/planetary-health-am-puls-von-mensch-und-planet</link>
                        <description>Die Sonderausstellung „Planetary Health“ zeigt, wie eng unser Wohlbefinden mit dem Zustand des Planeten verbunden ist.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sonderausstellung&nbsp;„Planetary Health“<br> Deutsches Museum, München<br> 20. März bis 30. September 2026 </strong></p>
<p>Hitzewellen, Dürren, Extremwetter: Die Erde hat Fieber. Und das ist auch für uns Menschen nicht gesund. Wie eng unser Wohlbefinden mit dem Zustand des Planeten verbunden ist, das zeigt ab 20. März die neue Sonderausstellung „Planetary Health – Am Puls von Mensch und Planet“ in der Eingangshalle des Deutschen Museums. Hier erfährt man – aufgeschlüsselt in die fünf Bereiche Luft, Biosphäre, Wasser, Stoffe und Landschaft – wie unsere Lebensweise auf die Natur wirkt und was passiert, wenn das natürliche Gleichgewicht aus dem Takt gerät. Zugleich werden Ideen, Projekte und Visionen vorgestellt, mit denen sich ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Planet finden lässt.&nbsp;</p>
<p>Zunächst einmal ist der Zustand der Erde im Moment besorgniserregend: Von den neun planetaren Belastungsgrenzen, die von einem internationalen Forschungsteam eingeführt wurden, sind mittlerweile schon sieben überschritten. Und die Auswirkungen, die das auf die Menschheit hat, werden immer deutlicher spürbar: Durch die Klimaerwärmung gibt es beispielsweise erwiesenermaßen immer mehr extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen oder Starkregen. Die Dürren, Stürme oder Überschwemmungen fordern dann ganz unmittelbar Menschenleben. „Aber es gibt auch viele Opfer, wo der Zusammenhang nicht so offensichtlich ist“, sagt Museumsmitarbeiter Sebastian Brumann aus dem Projektteam. „Zum Beispiel steigt durch die Hitze unter anderem das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte.“&nbsp;</p>
<p>In den fünf Modulen der neuen Sonderausstellung sind noch viele weitere solcher Beispiele zu finden: vom Ausrotten einer Geierart, das zu einer steigenden Zahl von tödlichen Tollwutfällen führte; von winzigsten Plastikteilchen in der Nahrung oder im Trinkwasser, die Krebs auslösen können; oder von Ernteeinbußen und Hunger wegen des Insektensterbens. „Um die komplexen Zusammenhänge zu vermitteln und das Bewusstsein dafür zu schärfen, beleuchten wir vor allem auch ganz alltägliche Situationen, Produkte und Gewohnheiten“, sagt Sebastian Brumann. So sind in der Ausstellung unter anderem auch ein Paar Ski, ein Pizzakarton, eine Bratpfanne oder eine schlammverkrustete Puppe zu sehen.&nbsp;</p>
<p>Im Zentrum der Module stehen die „Attraktoren“: Diese Elemente ziehen durch ihre schiere Größe zuerst die Aufmerksamkeit auf sich. In jedem der fünf Bereiche steht mittig so ein Turm symbolisch für das Thema, um das es geht: Bei „Landschaft“ ist das Gebilde unten noch stark von Beton geprägt und wird nach oben hin nachhaltiger und naturnäher. In der „Biosphäre“ nimmt die Artenvielfalt von unten nach oben zu – was man hier sogar an einer Audiostation hören kann. Bei den „Stoffen“ stellt der Attraktor ein menschliches Blutgefäß dar. Neben den roten Blutkörperchen sind hier auch künstlich hergestellte Materialien wie Mikroplastik, PFAS oder Bisphenole zu erkennen, die aber nach oben hin immer weniger werden. Ähnlich ist es beim „Wasser“: Auch hier nimmt die Reinheit und dazu die Verfügbarkeit von unten nach oben zu. Die „Luft“ wird ebenfalls nach oben hin besser – sauberer und mit moderateren Temperaturen. „Wir wollen immer einen positiven Ausblick mitliefern“, erklärt Brumann den Aufbau der Türme, „so ein bisschen nach dem Motto ‚Kopf hoch‘“.</p>
<p>Denn es gibt auch die „Guten Neuigkeiten“: An jedem Modul werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die zeigen, wie man die bestehenden Zustände zum Besseren ändern und eine gute Zukunft aktiv mitgestalten kann, vom Wasserrucksack PAUL über das Solar Gate bis hin zum Cloudfisher. „Und Initiativen wie die ‚Grünpaten‘ mit ihren Straßengärtchen beweisen, dass man schon mit wenig Aufwand wirklich viel erreicht“, sagt Sebastian Brumann. Die blühenden Beete liefern nicht nur Futter für Insekten, sondern sind auch „Augenschmaus“ für menschliche Stadtbewohner und sorgen für mehr Wohlbefinden.&nbsp;</p>
<p>Und alle Besucherinnen und Besucher können schon in der Sonderausstellung selbst aktiv werden: Zahlreiche Elemente laden dazu ein, „Planetary Health“ nicht nur anzuschauen, sondern zu erleben. Da gibt es den Escape Room „Hitzenotruf“ oder als zusätzlichen Bereich ein ganzes Spielmodul. An vielen Stellen ist die direkte Beteiligung gefragt, wie beispielsweise, dass man sein Lieblingstier auf einen Zettel schreibt, der dann als Origamifigur an den Biodiversitäts-Attraktor gehängt wird. Im Landschaftsmodul kann man auf einer Parkbank Platz nehmen und ein animiertes Szenario mit passender Klangkulisse auf sich wirken lassen, während auf dem Bildschirm Reflexionsfragen zum Wohlbefinden in dieser Landschaft gestellt werden. „Da kommen die Leute ganz automatisch ins Nachdenken“, sagt Sebastian Brumann, „und gleichzeitig können sie auch schon mitgestalten.“&nbsp;</p>
<p>Wissenschaftliche Fakten mit Bezug zum Alltag auf interaktive Weise vermittelt und im engen Dialog mit dem Publikum: „Das sind die Grundfesten des Deutschen Museums und das bietet auch die neue Sonderausstellung“, sagt Generaldirektor Michael Decker. „Wir sind damit aber nicht nur ‚Am Puls von Mensch und Planet‘, sondern auch am Puls der Zeit, denn es geht um ein Thema, das uns wirklich alle unmittelbar betrifft!“&nbsp;</p>
<p>„Planetary Health“ lädt dazu ein, den Gesundheitszustand unseres Lebensraums zu erkunden, denjenigen zuzuhören, die bereits an einer gesünderen Zukunft arbeiten – und vielleicht auch sich selbst die Frage zu stellen: Wie will ich weitermachen? Die Sonderausstellung ist von 20. März bis 30. September 2026 in der Eingangshalle des Deutschen Museums (Ebene -1) zu sehen und zu erleben.</p>
<p>Eine Ausstellung des Munich Science Communication Lab, gefördert von der Volkswagen Stiftung.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.deutsches-museum.de/museum/aktuell/am-puls-von-mensch-und-planet" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Deutschen Museums (DM)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Deutsches Museum</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7385</guid>
                        <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 12:58:00 +0100</pubDate>
                        <title>Drogenmärkte im Blick</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/drogenmaerkte-im-blick</link>
                        <description>Was hat sich zwei Jahre nach der Cannabis-Teillegalisierung verändert? Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Cannabiskonsum stabil bleibt, während die Märkte für&amp;nbsp;harte Drogen wachsen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Nach der Cannabis-Teillegalisierung im April 2024 ist der Cannabiskonsum bei 18- bis 64-Jährigen entgegen manchen Befürchtungen kurzfristig nicht sprunghaft gestiegen. Die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Cannabisdelikte ging infolge der neuen Rechtslage deutlich zurück, während Straßenhandelspreise stabil blieben. Andere Drogenmärkte, insbesondere für Kokain, Crack und Methamphetamin, entwickeln sich seit Jahren deutlich dynamischer, mit deutlichen Anstiegen in der Prävalenz vor allem von Kokain (einschließlich Crack) und Methamphetamin. Dies ergibt sich aus einer Studie der Abteilung Kriminalität, Arbeit und Ungleichheit im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).</p>
<p>Seit zwei Jahren ist unter anderem der Besitz begrenzter Mengen Cannabis für Erwachsene in Deutschland nicht mehr strafbar. Nach Einschätzung der Studienautorinnen erklärt die gesetzliche Neuregelung den deutlichen Rückgang der registrierten Delikte, da viele der zuvor polizeilich erfassten Fälle wie etwa der Besitz und Anbau begrenzter Mengen nicht mehr strafrechtlich relevant sind. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass die Zahl der Cannabisdelikte nach der Teillegalisierung auf rund ein Drittel zurückging – von fast 174.000 Fällen im Jahr 2023 auf knapp unter 62.000 Fälle im Jahr 2024. Dieser Effekt spiegelt sich im Rückgang der erfassten Drogendelikte insgesamt wider: Im Jahr 2023 machten cannabisbezogene Delikte etwa die Hälfte der erfassten Fälle von Rauschgiftkriminalität aus.</p>
<p>Die Teillegalisierung polarisiert. Zuletzt wurden in Gesellschaft und Politik immer wieder Stimmen laut, die ein erneutes Cannabis-Verbot forderten. „Erste Untersuchungen nach der Teillegalisierung deuten aber nicht auf einen markanten Anstieg des Cannabiskonsums hin“, bilanziert Studienautorin Anna Bindler, Leiterin der Abteilung Kriminalität, Arbeit und Ungleichheit. „Wenn es der politische Wunsch ist, den Cannabiskonsum zu reduzieren, ist ein erneutes Verbot nicht unbedingt der wirksamste Hebel. Vielmehr sollten wir uns Gedanken um Aufklärung und Prävention machen. Gleichzeitig dürfen wir die Entwicklungen auf anderen Drogenmärkten nicht aus dem Blick verlieren.“</p>
<h6>Konsum von Kokain, Crack und Methamphetamin steigt stark an</h6>
<p>Bindler und ihre Ko-Autorin Andreea-Maria Stoica verweisen etwa auf die Märkte für harte Drogen wie Kokain, Crack und Methamphetamin. Kokaindelikte (einschließlich Crack) steigen seit Jahren ebenso wie der Konsum. Abwasserdaten liefern dabei in der Regel verlässlichere Daten zum gesamten Ausmaß des Drogenkonsums als Befragungsdaten, die auf Selbstauskünften beruhen, sowie die Polizeiliche Kriminalstatistik, die nur erfasste Delikte abbildet. Abwasserdaten zeigen eine fast vierfach höhere Belastung mit Kokainrückständen gegenüber 2015, Methamphetamin weist insbesondere in Städten nahe der tschechischen Grenze besonders hohe Werte auf. „Diese Entwicklungen verlaufen unabhängig von der Cannabisreform und stellen eine zentrale Herausforderung für die Politik dar“, sagt Studienautorin Stoica. „Anders als auf legalen Märkten wie etwa bei Alkohol oder Tabak gibt es keine Steuerungsinstrumente wie Altersbeschränkungen und Steuern. Internationale Studien deuten darauf hin, dass eine Unterbrechung der Lieferketten den Drogenmarkt kurzfristig destabilisieren kann. Langfristig können Suchtberatung, Prävention und Aufklärung eine nachhaltigere Lösung darstellen.“</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.diw.de/de/diw_01.c.1003686.de/cannabiskonsum_bleibt_trotz_teillegalisierung_stabil_____konsum_harter_drogen_wie_kokain_steigt_seit_jahren.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des DIW Berlin - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>DIW Berlin - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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